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Sophie
Sophie
2022-05-06T08:03:35.458Z
Einleitungs-Beitrag
137

Leben mit "Problemhund" ­čÉż

Hallo liebe Leute, dieser Thread soll dazu dienen sich ├╝ber das Leben mit einem herausfordernden Hund auszutauschen. Geschichten ├╝ber das Leben und die Erziehung von schwierigen Hunden sollen motivieren und stark machen. War jemand von euch schon an dem Punkt eine Pro-Contra-Liste zu erstellen ob der Hund bleibt oder nicht? Ist jemand gescheitert? Wie f├╝hlt es sich an, wenn man endlich den Hund versteht und ihm das bieten kann, was er braucht? Ich freue mich immer riesig ├╝ber Erfahrungsberichte und hoffe anderen geht es auch so. Ich hoffe auf einen netten Austausch ohne Vorw├╝rfe. Wir fangen an. Unsere Geschichte ist sehr lang. Ich versuche mich kurzzuhalten... Meine H├╝ndin Ginny kam vor etwas mehr als einem Jahr mit 6 Monaten zu uns in ein ruhiges Dorf am Rand von Berlin. Sie ist ein Sch├Ąferhund-Mix, 65cm gro├č und 35kg schwer. Sie d├╝rfte als Welpe keine Erfahrungen sammeln und wurde im Shelter stark zerbissen. Ein gro├čes Paket. Ginny ist stark verunsichert und teilweise ├Ąngstlich. Sie ist sehr eigenst├Ąndig und neigt dazu Dinge zu kontrollieren. Wenn ihr etwas Angst macht, reagiert sie mit Aggression. Nach harter Arbeit wurde es besser. Wir hatten eine ganz liebe H├╝ndin der ich auch im Freilauf voll vertrauen konnte. Dann kamen die R├╝ckschl├Ąge. Im Urlaub wurde sie von einem Husky gebissen der einen leeren Tisch verteidigte (mein Freund musste nach dem Versuch die Hunde zu trennen ins Krankenhaus). Ein gro├čes Loch im Hals und Salz in der Wunde einer eh traumatisierten H├╝ndin. Im Herbst 2021 riss sie sich beim Sturm los und hinterlie├č nichts als blutige H├Ąnde. Nach zwei Tagen wurde sie verletzt gefunden und operiert. Eine Rutenamputation und ein ordentliches psychisches Trauma. Irgendwann wurden wir von einem ausgeb├╝xten Boxer-R├╝den gestellt. Er begrenzte meine H├╝ndin stark und ging auf mich los, als ich versuchte ihn von der Stra├če zu dr├Ąngen. Ja, ich hatte Angst. Meine H├╝ndin auch. Ihr Vertrauen zu mir hat hier ordentlich gelitten. Die Aggression an der Leine kam zur├╝ck. Sie versucht sich mit allen Mitteln und vollem K├Ârpereinsatz vor entgegenkommenden Hunden zu sch├╝tzen. So passierte es im Winter 2021, als ich die Leine f├╝r eine Minute an einem Marktplatz aus der Hand gab, dass Ginny beim Hundekontakt losst├╝rzte, meine Schwiegermama nieder riss, sie ├╝ber den Platz schliff und ihr die H├╝fte brach. Um der Vollst├Ąndigkeit halber alle Baustellen zu nennen, ist Ginny sehr futteraggressiv und verteidigt sonstige Ressourcen. Gegen├╝ber anderen Hunden nutzt sie Dominanz als Strategie um sich zu sch├╝tzen. Vor souver├Ąnen Hunden zeigt sie Angst, ├Ąngstliche Hunde m├Âchte sie mobben. Fest stand, der Hund l├Ąuft nurnoch mit Maulkorb. Das war nun die Sahnehaube. Alle im Dorf mieden uns, gaben Ratschl├Ąge ├╝ber den Zaun und fluchten ├╝ber unser "Vieh" hinter der Hecke. Wir durften Ginny nicht mehr mit zu Familienfeiern nehmen aus Angst, dass sie jemandem etwas antut. W├Ąhrend all der Zeit hatten wir immer Hundetrainer an der Seite. Einige haben uns geholfen, andere nicht. Unsere jetzige Trainerin bat uns um eine Pro-Contra-Liste. K├Ânnen wir Ginny das geben was sie braucht? Ich werde es versuchen. Ich durfte lernen meine Emotionen zu kontrollieren und Ginny durchs Leben zu f├╝hren, wie sie es braucht. Au├čerdem habe ich gelernt meinem Bauchgef├╝hl zu vertrauen und die Kommentare und Blicke anderer zu ignorieren. Ginny und ich stehen und n├Ąher als jemals zuvor. Es ist f├╝r mich okay wie sie ist. Momentan wird alles in unserem Zusammenleben besser und ich wei├č, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden alle Traumata langsam angehen und achten immer darauf, dass Spa├č an erster Stelle steht. Ich freue mich riesig ├╝ber eure Geschichten und Erfahrungsberichte ­čśŐ­čÉż vielleicht k├Ânnen wir dem Einen oder Anderen Mut machen...
Leben mit "Problemhund" ­čÉż
Dogorama-Mitglied
Dogorama-Mitglied
2022-05-06T09:40:38.388Z
Mutiger Thread, aber eine tolle und wichtige Idee, um mal zu verdeutlichen, was R├╝ckschl├Ąge bedeuten und dass man mit Problemen nicht allein ist und dass Trainer und Training nicht gleich bedeutet, dass alles perfekt ist. Meinen gro├čen Respekt auch, dass ihr Ginny weiterhin bei euch habt, an euch und mit ihr arbeitet. Wenn R├╝ckschl├Ąge mit k├Ârperlichen Sch├Ąden eingehen, ist das wirklich ein Brett und auch ein Punkt, an dem ich Menschen niemals einen Vorwurf machen k├Ânnte, wenn sie das Handtuch werfen. Aber umso sch├Âner, wenn doch jemand (mit Sinn und Verstand, nicht nur aus Trotz und Stolz) weitermacht. Snow war mein Gassi-Sch├╝tzling, als ich ehrenamtlich im TH geholfen habe. Ich habe lange gehofft, dass sie das perfekte Zuhause bekommt. Nach fast drei Jahren Tierheim und erfolglosen Vermittlungen, habe ich die Hoffnung aufgegeben und ihr ein Zuhause gegeben. Es ist alles andere als perfekt, aber eine Verbesserung. Schlechte Erfahrungen hatte sie kaum welche gesammelt, von der Abgabe abgesehen, aber es gibt nicht viele Haushalte, in die ein ausgewachsener HSH reinpasst, der genau das tut, f├╝r das er gez├╝chtet wurde. Wir haben nur eine Pro-Liste. F├╝r die schlechten Tage, wenn wir f├╝r die Contras nicht lange ├╝berlegen m├╝ssen. Wenn unser HotSpot Champion in einer unbeobachteten Sekunde sich wieder was aufgeleckt hat, was dann wieder Wochen zum Heilen braucht und Alleinlassen nahezu komplett unm├Âglich macht. Eine Angewohnheit aus TH Zeiten. Wenn ich nach Besuch in der Wohnung nervlich durch und f├╝r den Rest des Tages zu nix mehr zu gebrauchen bin, weil ich 100% Konzentration f├╝r den Hund und nochmal 50% f├╝r den Gast brauche, um ein halbwegs normales, ruhiges Gespr├Ąch zustande zu bringen. Immerhin inzwischen m├Âglich, aber anstrengend f├╝r alle Beteiligten. Training, von Entspannung weit entfernt. Wenn ich s├Ąmtliche sozialen Anl├Ąsse abw├Ągen muss, ob es mit Hund und meiner Energie klappt, Alleinbleiben vertretbar ist oder ich dann doch absagen muss. Als sie in den ersten Wochen jede einzelne Regel infragegestellt hat, p├Âbelnd und geifernd mit MK in der Leine hing und die neuen Nachbarn zusahen. Es gibt quasi keinen Tag, der v├Âllig reibungslos und ohne Kompromisse l├Ąuft. Aber sie bleibt, weil es keinen besseren Platz gibt. Hilfsvereine f├╝r HSHs, Lebenshofprojekte etc sind heillos ├╝berbucht (ja, es gab Tage, an denen ich aktiv nach Alternativen gesucht habe, steinigt mich meinetwegen), kein Bauer oder Gewerbler kann einen erwachsenen, unausgebildeten HSH gebrauchen und TH ist keine Option f├╝r mich, solange ich mich k├╝mmern kann. Inzwischen haben wir (wieder) einen sehr ruhigen Hund, der wundersch├Ân an der Leine l├Ąuft und sich drau├čen von fast nichts mehr beeindrucken l├Ąsst. Geschlossene R├Ąume bleiben schwierig, sobald fremde Menschen dazukommen. Trotz Trainer. Trotz Training. Trotz dass es in allen anderen Bereichen fluppt. Mein Sozialleben, mit wem ich mich wann in welchem Rahmen und wie lange treffe, bestimmt zu 70% mein Hund. Immerhin: dieses Risiko kannte ich vorher, dennoch reibt es auf. Dennoch flammt deshalb immer wieder Wut in mir auf, wenn HSHs als Familienhunde beworben werden, denn nicht wenigen bl├╝ht eine Karriere wie Snow. Als Junghund abgeschoben, im TH 'gereift' und dann zu schwierig f├╝r die Vermittlung. TH-Zwinger 4ever ÔÇô oder t├Ąglich viel Arbeit und Energie f├╝r Halter, die diese Herausforderung trotzdem annehmen. Viele schreiben an diesem Punkt von Dankbarkeit der Hunde, die es das wett macht. Den Pros, die auch bei mir gut sichtbar am K├╝hlschrank h├Ąngen, damit ich sie sehe, wenn ich eig schreien oder heulen k├Ânnte. Ich wei├č allerdings nicht, ob diese Pros all die Kompromisse f├╝r Snow je wett machen. Das ma├če ich mir nicht an. Ich wei├č nicht, ob Snow dankbar ist, dass sie Fremde in der Wohnung nun dulden muss, was ihr offensichtlich massiv schwer f├Ąllt, denn in sonst keinem Bereich ist unsere Lernkurve derart schwach. Was ich wei├č: Dass sie fr├Âhlich ist, wenn sie mit ihren Hundefreunden unterwegs oder in der Huta zocken kann. Dass sie Spa├č in den Backen hat, wenn wir zusammen spielen oder die Welt erkunden. Dass sie Streicheleinheiten absolut genie├čt und sich ein Loch in den Bauch freut, wenn 'ihre Familie' zusammen ist. Dass sie Spa├č, hat, Neues zu lernen und zu entdecken. Dass sie schnell lernt, solange es nichts mit ihrem Schutztrieb zutun hat. Dass sie es genie├čt, in Ruhe in der Sonne liegen zu k├Ânnen, ohne dass dauerhaft Gebell ├╝ber den Flur hallt. Was ich auch wei├č: Dass ich aufgegeben h├Ątte, wenn das TH mich nicht unterst├╝tzt und gesagt h├Ątte, ich k├Ânne mich jederzeit melden. Wenn meine Familie nicht hinter mir gestanden h├Ątte, insbesondere meinem Freund, der in den ersten Tagen quasi t├Ąglich vom Hund in der eigenen Wohnung angegangen wurde und so quasi selbst in einem Mienenfeld lebte. Wenn ich keine Hilfe, vor allem moralischen Beistand, von meiner Trainerin gehabt h├Ątte. Wenn sich meine Freunde abgewendet h├Ątten, statt nach Alternativen mit mir zu suchen wie zB Wandern statt Filmabend. Oder wenn ich hier im Forum mit 'Das ist der falsche Hund!', 'Tja, man wei├č ja, welches Ende der Leine Schuld hat ...' oder 'Du kannst dich halt nicht durchsetzen' und was f├╝r einf├╝hlsamen Tipps sonst noch konfrontiert gewesen w├Ąre, am besten von Leuten, die ihrem Labbi seit Welpe haben. Ich h├Ątte aufgegeben. Definitiv. Das h├Ątte mir den Rest gegeben. Und definitiv ist Snow nicht der perfekte Hund. F├╝r niemanden. Sie w├Ąre der perfekte Welpe f├╝r einen Sch├Ąfer gewesen. Aber dass es anders gekommen ist, ist weder ihre noch meine Schuld. Und so machen wir halt das Beste draus, was unter ihren Voraussetzungen m├Âglich ist. Weil ich es irgendwie doch hingekriegt habe und weil ich das Privileg habe, auch finanziell und zeitlich gen├╝gend Ressourcen zu haben. Ich verstehe trotzdem, dass andere aufgegeben haben und mache ihnen keinen Vorwurf mehr.
Sophie
Sophie
2022-05-06T13:56:49.365Z
Mutiger Thread, aber eine tolle und wichtige Idee, um mal zu verdeutlichen, was R├╝ckschl├Ąge bedeuten und dass man mit Problemen nicht allein ist und dass Trainer und Training nicht gleich bedeutet, dass alles perfekt ist. Meinen gro├čen Respekt auch, dass ihr Ginny weiterhin bei euch habt, an euch und mit ihr arbeitet. Wenn R├╝ckschl├Ąge mit k├Ârperlichen Sch├Ąden eingehen, ist das wirklich ein Brett und auch ein Punkt, an dem ich Menschen niemals einen Vorwurf machen k├Ânnte, wenn sie das Handtuch werfen. Aber umso sch├Âner, wenn doch jemand (mit Sinn und Verstand, nicht nur aus Trotz und Stolz) weitermacht. Snow war mein Gassi-Sch├╝tzling, als ich ehrenamtlich im TH geholfen habe. Ich habe lange gehofft, dass sie das perfekte Zuhause bekommt. Nach fast drei Jahren Tierheim und erfolglosen Vermittlungen, habe ich die Hoffnung aufgegeben und ihr ein Zuhause gegeben. Es ist alles andere als perfekt, aber eine Verbesserung. Schlechte Erfahrungen hatte sie kaum welche gesammelt, von der Abgabe abgesehen, aber es gibt nicht viele Haushalte, in die ein ausgewachsener HSH reinpasst, der genau das tut, f├╝r das er gez├╝chtet wurde. Wir haben nur eine Pro-Liste. F├╝r die schlechten Tage, wenn wir f├╝r die Contras nicht lange ├╝berlegen m├╝ssen. Wenn unser HotSpot Champion in einer unbeobachteten Sekunde sich wieder was aufgeleckt hat, was dann wieder Wochen zum Heilen braucht und Alleinlassen nahezu komplett unm├Âglich macht. Eine Angewohnheit aus TH Zeiten. Wenn ich nach Besuch in der Wohnung nervlich durch und f├╝r den Rest des Tages zu nix mehr zu gebrauchen bin, weil ich 100% Konzentration f├╝r den Hund und nochmal 50% f├╝r den Gast brauche, um ein halbwegs normales, ruhiges Gespr├Ąch zustande zu bringen. Immerhin inzwischen m├Âglich, aber anstrengend f├╝r alle Beteiligten. Training, von Entspannung weit entfernt. Wenn ich s├Ąmtliche sozialen Anl├Ąsse abw├Ągen muss, ob es mit Hund und meiner Energie klappt, Alleinbleiben vertretbar ist oder ich dann doch absagen muss. Als sie in den ersten Wochen jede einzelne Regel infragegestellt hat, p├Âbelnd und geifernd mit MK in der Leine hing und die neuen Nachbarn zusahen. Es gibt quasi keinen Tag, der v├Âllig reibungslos und ohne Kompromisse l├Ąuft. Aber sie bleibt, weil es keinen besseren Platz gibt. Hilfsvereine f├╝r HSHs, Lebenshofprojekte etc sind heillos ├╝berbucht (ja, es gab Tage, an denen ich aktiv nach Alternativen gesucht habe, steinigt mich meinetwegen), kein Bauer oder Gewerbler kann einen erwachsenen, unausgebildeten HSH gebrauchen und TH ist keine Option f├╝r mich, solange ich mich k├╝mmern kann. Inzwischen haben wir (wieder) einen sehr ruhigen Hund, der wundersch├Ân an der Leine l├Ąuft und sich drau├čen von fast nichts mehr beeindrucken l├Ąsst. Geschlossene R├Ąume bleiben schwierig, sobald fremde Menschen dazukommen. Trotz Trainer. Trotz Training. Trotz dass es in allen anderen Bereichen fluppt. Mein Sozialleben, mit wem ich mich wann in welchem Rahmen und wie lange treffe, bestimmt zu 70% mein Hund. Immerhin: dieses Risiko kannte ich vorher, dennoch reibt es auf. Dennoch flammt deshalb immer wieder Wut in mir auf, wenn HSHs als Familienhunde beworben werden, denn nicht wenigen bl├╝ht eine Karriere wie Snow. Als Junghund abgeschoben, im TH 'gereift' und dann zu schwierig f├╝r die Vermittlung. TH-Zwinger 4ever ÔÇô oder t├Ąglich viel Arbeit und Energie f├╝r Halter, die diese Herausforderung trotzdem annehmen. Viele schreiben an diesem Punkt von Dankbarkeit der Hunde, die es das wett macht. Den Pros, die auch bei mir gut sichtbar am K├╝hlschrank h├Ąngen, damit ich sie sehe, wenn ich eig schreien oder heulen k├Ânnte. Ich wei├č allerdings nicht, ob diese Pros all die Kompromisse f├╝r Snow je wett machen. Das ma├če ich mir nicht an. Ich wei├č nicht, ob Snow dankbar ist, dass sie Fremde in der Wohnung nun dulden muss, was ihr offensichtlich massiv schwer f├Ąllt, denn in sonst keinem Bereich ist unsere Lernkurve derart schwach. Was ich wei├č: Dass sie fr├Âhlich ist, wenn sie mit ihren Hundefreunden unterwegs oder in der Huta zocken kann. Dass sie Spa├č in den Backen hat, wenn wir zusammen spielen oder die Welt erkunden. Dass sie Streicheleinheiten absolut genie├čt und sich ein Loch in den Bauch freut, wenn 'ihre Familie' zusammen ist. Dass sie Spa├č, hat, Neues zu lernen und zu entdecken. Dass sie schnell lernt, solange es nichts mit ihrem Schutztrieb zutun hat. Dass sie es genie├čt, in Ruhe in der Sonne liegen zu k├Ânnen, ohne dass dauerhaft Gebell ├╝ber den Flur hallt. Was ich auch wei├č: Dass ich aufgegeben h├Ątte, wenn das TH mich nicht unterst├╝tzt und gesagt h├Ątte, ich k├Ânne mich jederzeit melden. Wenn meine Familie nicht hinter mir gestanden h├Ątte, insbesondere meinem Freund, der in den ersten Tagen quasi t├Ąglich vom Hund in der eigenen Wohnung angegangen wurde und so quasi selbst in einem Mienenfeld lebte. Wenn ich keine Hilfe, vor allem moralischen Beistand, von meiner Trainerin gehabt h├Ątte. Wenn sich meine Freunde abgewendet h├Ątten, statt nach Alternativen mit mir zu suchen wie zB Wandern statt Filmabend. Oder wenn ich hier im Forum mit 'Das ist der falsche Hund!', 'Tja, man wei├č ja, welches Ende der Leine Schuld hat ...' oder 'Du kannst dich halt nicht durchsetzen' und was f├╝r einf├╝hlsamen Tipps sonst noch konfrontiert gewesen w├Ąre, am besten von Leuten, die ihrem Labbi seit Welpe haben. Ich h├Ątte aufgegeben. Definitiv. Das h├Ątte mir den Rest gegeben. Und definitiv ist Snow nicht der perfekte Hund. F├╝r niemanden. Sie w├Ąre der perfekte Welpe f├╝r einen Sch├Ąfer gewesen. Aber dass es anders gekommen ist, ist weder ihre noch meine Schuld. Und so machen wir halt das Beste draus, was unter ihren Voraussetzungen m├Âglich ist. Weil ich es irgendwie doch hingekriegt habe und weil ich das Privileg habe, auch finanziell und zeitlich gen├╝gend Ressourcen zu haben. Ich verstehe trotzdem, dass andere aufgegeben haben und mache ihnen keinen Vorwurf mehr.
Vielen Dank f├╝r diesen mutigen und emotionalen Beitrag. Beim lesen hatte ich einen Klo├č im Hals. Auch bei mir gibt es Tage wo ich verzweifeln m├Âchte. Es ist nicht lange her, da bin ich beim Spaziergang in Tr├Ąnen ausgebrochen, w├Ąhrend Ginny an der Leine tobte. Kinder waren der Ausl├Âser. Was mir vorher nicht klar war, wie emotional Hundehaltung sein kann. Ich dr├╝cke euch ganz doll die Daumen und w├╝nsche auch viel Kraft und Durchhalteverm├Âgen im Training. Vielleicht seid ihr die beste Chance f├╝r Snow und er gibt dir die M├Âglichkeit ├╝ber dich hinaus zu wachsen.
Dogorama-Mitglied
Dogorama-Mitglied
2022-05-06T14:41:42.444Z
Vielen Dank f├╝r diesen mutigen und emotionalen Beitrag. Beim lesen hatte ich einen Klo├č im Hals. Auch bei mir gibt es Tage wo ich verzweifeln m├Âchte. Es ist nicht lange her, da bin ich beim Spaziergang in Tr├Ąnen ausgebrochen, w├Ąhrend Ginny an der Leine tobte. Kinder waren der Ausl├Âser. Was mir vorher nicht klar war, wie emotional Hundehaltung sein kann. Ich dr├╝cke euch ganz doll die Daumen und w├╝nsche auch viel Kraft und Durchhalteverm├Âgen im Training. Vielleicht seid ihr die beste Chance f├╝r Snow und er gibt dir die M├Âglichkeit ├╝ber dich hinaus zu wachsen.
Ja, manchmal sind es dann die kleinen Dinge, die einen dann doch wieder aus der Bahn werfen, auch wenn man sie schon tausendfach erlebt hat. Nicht nur der Hund ist sensibel und feinf├╝hlig, man selbst als Mensch hat auch Gef├╝hle und Grenzen, die man nicht jederzeit weglieben und wegsouver├Ąnen kann. Das sagt sich so leicht, ÔÇ║Du musst deinen Hund nur liebenÔÇ╣ oder ÔÇ║Du musst Geduld habenÔÇ╣, aber es gibt Tage, da hat man die nicht, weil es einfach auf gut Deutsch schei├če l├Ąuft. Mir hat geholfen, das dann auch so zu sagen, kein Training zu machen und dass wir beide - Hund und Mensch - erstmal wieder runterkommen. Nicht als Strafe, a la ÔÇ║Ignorier den HundÔÇ╣ oder ÔÇ║Setz dich durchÔÇ╣, sondern um dann nicht in Aktionismus oder irgendeinem Alphawahnsinn zu verfallen und wieder klare, vern├╝nftige Entscheidungen treffen zu k├Ânnen. Was meine Selbstbeherrschung und meine Pr├Ąsenz angeht, ist Snowflake jedenfalls ein sehr guter Lehrer, das ist schon wahr. Mein Hausarzt hat da stresstechnisch ne andere Meinung zu, aber nun ... Geht ja in vielen Belangen wieder aufw├Ąrts. Dir und Ginny auch noch viel Erfolg, dass es irgendwann auch mal mit den Kinderbegegnungen wird und euch nicht wieder ein Angriff in die Quere kommt. Es wird sich ja oft beschwert, dass 'andere' einem das Training kaputt machen, aber bei einer handfesten Attacke ist nix sch├Ân zu reden. Aber es gibt Hunde, die auch das verarbeiten und wieder lernen, zu vertrauen. Ich w├╝nsche euch, dass eure H├╝ndin das bei euch auch schafft.
Jana
Jana
2022-05-06T14:58:08.096Z
Hallo Sophie, Danke f├╝r deine Thread. Ja, auch ich habe eine Problemh├╝ndin. Ja, wir haben viel erlebt und ich wurde sehr oft bel├Ąchelt und kommentiert. Ja, ich habe viel mit, von ihr und durch sie gelernt. Ja, ich sa├č auch heulend daheim und habe mich verflucht. Ja, ich m├Âchte Amy um nichts mehr hergeben. Ja, ohne den passenden Trainer h├Ątte ich keine Chance gehabt. Wir hatten vor einiger Zeit einen ├Ąhnlichen Thread, der mich sehr zum Weinen und gr├╝beln gebracht hat. LG Jana https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Erfolgsgeschichten_gesucht-svoFDSlbNoJAZEnQYkio/
Claudia
Claudia
2022-05-06T15:09:35.089Z
Ich habe auch einen Hund aus dem Tierschutz. In der Sozialisierungsphase war sie im Tierheim und wieder beim Z├╝chter und wieder im Tierheim. Was dazwischen passiert war, wissen wir nicht. Wir haben sie trotzdem zu uns genommen, weil sie so entspannt war. Sie kannte nichts und wir haben sie ganz langsam ins Leben gef├╝hrt. Wir haben 3 Jahre intensiv ge├╝bt. Ich war oft am Rande der Verzweiflung. Sie zog mich auf die Strasse, Autos und Motorr├Ąder hinterher. Das gleiche auf Feldwegen hinter Traktoren und Fahrr├Ąder, oft lag ich auf der Erde und die Hosen waren kaputt. Auch dachte ich zeitweise an das zur├╝ckgeben. Aber man tauscht ja auch nicht seine Kinder aus. Also haben wir immer weitergearbeitet. Inzwischen haben wir nur noch Hundebegegnungen als gro├če Herausforderung. Wir arbeiten mit Leckerlis und ganz viel Lob. Die Blicke der anderen st├Âren mich nicht mehr. Es gibt so viele Dumme unter den Hundebesitzern, da├č ich diese einfach anl├Ąchel und stolz weitergehe. Erziehung im Welpenalter ist einfach, aber einen Hund zu resozialisieren ist eine grosse Herausforderung . Es sollten viel mehr Menschen da├č anerkennen was du t├Ąglich auf dich nimmst. Mir hat auch das Buch siehe Bild geholfen. Mach weiter es lohnt sich.
Ich habe auch einen Hund aus dem Tierschutz. 
In der Sozialisierungsphase war sie im Tierheim und wieder beim Z├╝chter und wieder im Tierheim. Was dazwischen passiert war,  wissen wir nicht. 
Wir haben sie trotzdem zu uns genommen,  weil sie so entspannt war.
Sie kannte nichts und wir haben sie ganz langsam ins Leben gef├╝hrt. Wir haben 3 Jahre intensiv ge├╝bt. Ich war oft am Rande der Verzweiflung. 
Sie zog mich auf die Strasse,  Autos und Motorr├Ąder hinterher. Das gleiche auf Feldwegen hinter Traktoren und Fahrr├Ąder,  oft lag ich auf der Erde und die Hosen waren kaputt.
Auch dachte ich zeitweise an das zur├╝ckgeben. 
Aber man tauscht ja auch nicht seine Kinder aus. Also haben wir immer weitergearbeitet.
Inzwischen haben wir nur noch Hundebegegnungen als gro├če Herausforderung. 
Wir arbeiten mit Leckerlis und ganz viel Lob.
Die Blicke der anderen st├Âren mich nicht mehr. 
Es gibt so viele Dumme unter den Hundebesitzern, da├č ich diese einfach anl├Ąchel und stolz weitergehe.
Erziehung im Welpenalter ist einfach, aber einen Hund zu resozialisieren ist
eine grosse Herausforderung .
Es sollten viel mehr Menschen da├č anerkennen was du t├Ąglich auf dich nimmst.
Mir hat auch das Buch siehe Bild geholfen. 
Mach weiter es lohnt sich.
Claudia
Claudia
2022-05-06T15:19:46.675Z
Lass dich nicht von anderen Besserwissern runter ziehen. Nur du wei├čt was dein Hund schon alles mitgemacht hat und du bist auch keinen Rechenschaft schuldig. Jeder Hundebesitzer kann in eine Situation kommen mit der der Hund nicht klar kommt. Wie sollte er sich denn sonst ausdr├╝cken als mit seinem Verhalten. Es gibt auch keine Problemhunde sondern Hunde die ein Problem haben. F├╝r mich ist das ein gro├čer Unterschied. Aber es lohnt sich immer daran zu arbeiten und dem Hund bei seinem Problem zu helfen. Und ich finde es so klasse dass du nicht aufgibst. Wie du siehst gibt es hier auch Menschen die sich trauen zuzugeben dass sie auch Probleme mit ihrem Hund haben oder hatten. Du bist nicht alleine damit. Also Kopf hoch und weiter zu deinem Hund haltenÔÇŽegal was die anderen sagen.
Sophie
Sophie
2022-05-06T15:26:07.093Z
Ja, manchmal sind es dann die kleinen Dinge, die einen dann doch wieder aus der Bahn werfen, auch wenn man sie schon tausendfach erlebt hat. Nicht nur der Hund ist sensibel und feinf├╝hlig, man selbst als Mensch hat auch Gef├╝hle und Grenzen, die man nicht jederzeit weglieben und wegsouver├Ąnen kann. Das sagt sich so leicht, ÔÇ║Du musst deinen Hund nur liebenÔÇ╣ oder ÔÇ║Du musst Geduld habenÔÇ╣, aber es gibt Tage, da hat man die nicht, weil es einfach auf gut Deutsch schei├če l├Ąuft. Mir hat geholfen, das dann auch so zu sagen, kein Training zu machen und dass wir beide - Hund und Mensch - erstmal wieder runterkommen. Nicht als Strafe, a la ÔÇ║Ignorier den HundÔÇ╣ oder ÔÇ║Setz dich durchÔÇ╣, sondern um dann nicht in Aktionismus oder irgendeinem Alphawahnsinn zu verfallen und wieder klare, vern├╝nftige Entscheidungen treffen zu k├Ânnen. Was meine Selbstbeherrschung und meine Pr├Ąsenz angeht, ist Snowflake jedenfalls ein sehr guter Lehrer, das ist schon wahr. Mein Hausarzt hat da stresstechnisch ne andere Meinung zu, aber nun ... Geht ja in vielen Belangen wieder aufw├Ąrts. Dir und Ginny auch noch viel Erfolg, dass es irgendwann auch mal mit den Kinderbegegnungen wird und euch nicht wieder ein Angriff in die Quere kommt. Es wird sich ja oft beschwert, dass 'andere' einem das Training kaputt machen, aber bei einer handfesten Attacke ist nix sch├Ân zu reden. Aber es gibt Hunde, die auch das verarbeiten und wieder lernen, zu vertrauen. Ich w├╝nsche euch, dass eure H├╝ndin das bei euch auch schafft.
Oh, ich stimme dir ja so zu! Ich erkenne mich ein bisschen wieder. Vielen lieben Dank ­čÖé es f├╝hlt sich so an, als w├Ąren wir auf dem richtigen Weg
Sophie
Sophie
2022-05-06T15:29:02.252Z
Hallo Sophie, Danke f├╝r deine Thread. Ja, auch ich habe eine Problemh├╝ndin. Ja, wir haben viel erlebt und ich wurde sehr oft bel├Ąchelt und kommentiert. Ja, ich habe viel mit, von ihr und durch sie gelernt. Ja, ich sa├č auch heulend daheim und habe mich verflucht. Ja, ich m├Âchte Amy um nichts mehr hergeben. Ja, ohne den passenden Trainer h├Ątte ich keine Chance gehabt. Wir hatten vor einiger Zeit einen ├Ąhnlichen Thread, der mich sehr zum Weinen und gr├╝beln gebracht hat. LG Jana https://dogorama.app/de-de/forum/Erziehung_Training/Erfolgsgeschichten_gesucht-svoFDSlbNoJAZEnQYkio/
Hallo Jana, das was du beschreibst k├Ânnte ich mit meiner H├╝ndin Ginny sein. Alles trifft auch auf uns zu. Danke f├╝r den Link. Ich habe lange nach einem ├Ąhnlichen Thread geschaut und keinen gefunden. Ich bin gespannt was es dort zu lesen gibt.
Sophie
Sophie
2022-05-06T15:31:11.765Z
Ich habe auch einen Hund aus dem Tierschutz. In der Sozialisierungsphase war sie im Tierheim und wieder beim Z├╝chter und wieder im Tierheim. Was dazwischen passiert war, wissen wir nicht. Wir haben sie trotzdem zu uns genommen, weil sie so entspannt war. Sie kannte nichts und wir haben sie ganz langsam ins Leben gef├╝hrt. Wir haben 3 Jahre intensiv ge├╝bt. Ich war oft am Rande der Verzweiflung. Sie zog mich auf die Strasse, Autos und Motorr├Ąder hinterher. Das gleiche auf Feldwegen hinter Traktoren und Fahrr├Ąder, oft lag ich auf der Erde und die Hosen waren kaputt. Auch dachte ich zeitweise an das zur├╝ckgeben. Aber man tauscht ja auch nicht seine Kinder aus. Also haben wir immer weitergearbeitet. Inzwischen haben wir nur noch Hundebegegnungen als gro├če Herausforderung. Wir arbeiten mit Leckerlis und ganz viel Lob. Die Blicke der anderen st├Âren mich nicht mehr. Es gibt so viele Dumme unter den Hundebesitzern, da├č ich diese einfach anl├Ąchel und stolz weitergehe. Erziehung im Welpenalter ist einfach, aber einen Hund zu resozialisieren ist eine grosse Herausforderung . Es sollten viel mehr Menschen da├č anerkennen was du t├Ąglich auf dich nimmst. Mir hat auch das Buch siehe Bild geholfen. Mach weiter es lohnt sich.
Ich stimme dir voll und ganz zu. Danke f├╝r den Buchtipp ­čÖĆ
Silke
Silke
2022-05-06T15:34:34.704Z
Hallo Sophie, ich finde es super das du den Mut hast hier zu schreiben. Es gehen einen so viele Gedanken durch den Kopf wenn man ein Tier hat ,was traumatisiert ist . Man f├╝hlt sich hilflos, denkt menschlich und all die guten Ratschl├Ąge. Unsere H├╝ndin ist seit 3 1/2 ein Problem Hund und ich habe mich oft als versagerin gef├╝hlt. Habe es auch ├╝berlegt ihr einen besseren Platz zu suchen, weil ich nicht mehr konnte. Ich konnte es auch nicht mehr verantworten.. war also auch ganz schwierig..jetzt mit neuen Trainer bin ich froh durchgehalten zu haben. Sie wird immer schwierig sein aber wir lernen immer mehr wie wir ihr die Verantwortung abnehmen und keiner ihr was B├Âses will.