Akute Problemsituation mit jungem Hund nach OP: Besitzansprüche, Dauerstress, Kinder betroffen
Ich brauche dringend Hilfe bzw. eine ehrliche Einschätzung, weil wir mit unserem Hund komplett am Ende sind und die Situation gerade eskaliert.
Unser Hund Fridolin ist ein Cockapoo. Wir haben ihn am 18. Januar mit 9 Wochen bekommen. Seit dem ersten Tag hat er nachts mit meinem Mann unten auf der Couch geschlafen, damit er schnell raus mit ihm in den Garten kann. Damals fanden wir das nicht dramatisch und hätten nie gedacht, dass das mal so ausarten würde, wir dachten ja - der ist ratz fatz Stubenrein & dann schlöft er mit mit uns oben im körbchen. Ja Nativ - ich weiß! Er ist inzwischen 5 Monate alt und noch immer nicht stubenrein. Er war von Anfang an sehr anhänglich, aber inzwischen ist er extrem auf meinen Mann fixiert.
Vielleicht zur Einordnung: Wir haben zwei Kinder, darunter eine autistische Tochter mit Pflegegrad 3, keinerlei Unterstützung im Alltag und ich bin aktuell in der 37. Schwangerschaftswoche. Das dritte Kind war ungeplant, weil meine Spirale versagt hat, und ich habe die Schwangerschaft erst in der 16. Woche erfahren. Der Hund war eigentlich auch als Entlastung für unsere Familiensituation gedacht und wurde VORHER beantragt und wir dachten wirklich, dass wir das schaffen.
Weil ich in der Schwangerschaft körperlich schnell an meine Grenzen gekommen bin und gleichzeitig mit den Kindern viel alleine auffangen musste, hat mein Mann im Alltag fast alles mit dem Hund übernommen. Er ist mit ihm rausgegangen, hat trainiert, war seine Hauptbezugsperson. Rückblickend war das wahrscheinlich der Punkt, an dem sich diese extreme Bindung entwickelt hat. Boxentraining haben wir leider auch zu spät angefangen.
Ich habe Erfahrung mit einem Tierschutz Hund, aber der war damals schon 3 und hatte ganz andere Probleme. Mit einem Welpen habe ich das tatsächlich total unterschätzt..
Am 26.03. hat sich Fridolin dann verletzt. Mein Mann kam gerade mit ihm vom Gassi wieder rein, in einem kurzen unaufmerksamen Moment ist er auf den Tisch gesprungen, runtergefallen und hat sich die Wachstumsfuge gebrochen. Er wurde am Montag operiert und hat ein Implantat bekommen. Dienstag haben wir ihn wieder abgeholt mit der klaren Anweisung: strikte Ruhe, kein Springen, möglichst konsequente Ruhighaltung.
Seitdem ist hier absolute Katastrophe.
Er bellt ständig, fährt bei jeder Kleinigkeit hoch und kommt überhaupt nicht runter. In die Box tun bringt nichts, weil er dort weiterbellt. Box abdecken, in einem anderen Raum stellen, wieder zurück ins Wohnzimmer haben wir alles versucht..Wenn mein Mann mit ihm auf dem Sofa sitzt, ist er nur dann ruhig, wenn er direkt auf seinem Schoß sitzt. Sobald mein Mann sich bewegt, aufsteht oder den Raum verlässt, eskaliert es sofort wieder. Selbst wenn Fridolin schläft, reicht eine Bewegung von meinem Mann und er ist direkt wieder wach und angespannt.
Dazu kommt, dass er inzwischen extreme Besitzansprüche an meinen Mann zeigt. Er bellt die Kinder an, knurrt die Kinder an und will offensichtlich niemanden in der Nähe meines Mannes haben. Selbst wenn ich Nachts ins Wohnzimmer kommen will knurrt er mich an.vAuch wir Erwachsenen merken das deutlich. Heute Morgen wollte er sogar die Kinder beißen. Damit ist für uns einfach eine Grenze erreicht.
Wir waren Donnerstag zwischendurch beim Haustierarzt, weil wir die verordnete Ruhe zuhause überhaupt nicht umsetzen konnten. Dort haben wir erst 100 mg Trazodon bekommen. Das hat praktisch nichts gebracht. Dann hieß es 100 mg, bis zu drei Tabletten am Tag, und wenn das nicht reicht, noch ein weiteres Medikament dazu. Auch das hat kaum geholfen und wir hatten selbst schon ein schlechtes Gefühl dabei, weil er noch so jung ist.
An Karfreitag sind wir dann wieder in die Tierklinik gefahren, die ihn operiert hat, weil wir nicht mehr weiterwussten. Dort fanden sie die Medikation vom Haustierarzt schon ziemlich heftig. Außerdem wurde uns sehr deutlich gesagt, dass unser Hund bereits stark problematisches Verhalten zeigt und dass wir in der Erziehung bzw. im Aufbau wohl schon vieles falsch gemacht haben. Vor allem diese extreme Fixierung auf meinen Mann und das Abschirmen/Knurren wurden sehr ernst bewertet - grade in unserer Familiensituation.
Wir haben ihn dann Freitag auf Samstag stationär aufnehmen lassen, damit er mal zur Ruhe kommen kann & die Klinik und auch wir schauen können - ob sich der Hund in der Tierklinik genauso Problematisch zeigt wie bei uns. Hätte er das dort nicht gezeigt, wäre es für mich und meinem Mann ein ganz klares Zeichen ihn abzugeben gewesen, weil er eben nicht mit unserer Familiensituatuon zurecht kommt.
Resutat Abends - er bellte dort genauso und wurde schließlich Sediert - damit er ruhig gestellt werden konnte.
Auch dort hat er wohl mehrfach die Pfleger angeknurrt.
Gestern haben wir dann ihn aus Kostengründen wieder abgeholt, weil uns die pfleger erzählten, dass er dort auch ohne die Sedierung nur bellen würde..
Uns ist klar, dass Fehler passiert sind. Aber gerade stehen wir an einem Punkt, wo wir nicht mal wissen, wie wir den Alltag weiter schaffen sollen. Ich bin inzwischen hochschwanger, habe schon deutliche Übungswehen, es kann jederzeit losgehen. Wir haben zwei Kinder zuhause, keine Hilfe und einen jungen operierten Hund, der praktisch nur meinen Mann akzeptiert und inzwischen aggressiv auf die Kinder reagiert.
Das Dilemma ist: Er müsste wegen des Implantats eigentlich streng ruhig bleiben. Gleichzeitig ist genau diese erzwungene Ruhe gerade komplett unmöglich, weil er bei jeder Trennung oder Distanz zu meinem Mann eskaliert. Wir können ihn nicht auslasten, nicht normal bewegen und nicht einfach klassisch trainieren, weil das Bein geschont werden muss. Gleichzeitig gefährdet dieses ständige Hochfahren natürlich genau wieder die Heilung.
Ich brauche deshalb wirklich ehrliche Hilfe:
Wie ernst ist so ein Verhalten bei so einem jungen Hund?
Wie gefährlich ist das gegenüber Kindern?
Was ist jetzt der allererste Schritt?
Wie kann man die Situation bis zur Geburt und bis zur Heilung überhaupt sicher managen?
Und wie schützt man sofort die Kinder, wenn der Hund schon knurrt und beißen will?
Wir sind wirklich komplett erschöpft und brauchen keine Schönrederei, sondern eine realistische Einschätzung, was jetzt sofort Priorität hat.
Was sollen wir tun - so ist es für ihn und für uns ja kein Zustand..
Ja - ich habe bereits alle Hundetrainer hier in der Umgebung kontaktiert - brauche aber zunächst erstmal eine Ersteinschätzung und vielleicht Tipps wie wir heute und morgen verfahren sollen..