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Virginie
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zuletzt 2. Mai

1,5 jährige Hündin zieht total an der Leine, wenn mehr als 2 Personen mit ihr laufen.

Ich habe eine Frage. Unsere 1,5 jährige Hündin (Mini-Aussie-Berner-Senne-Mix) zieht brutal an der Leine, wenn mehr als eine Person mit beim Spaziergang dabei ist. Lauf ich mit ihr alleine, klappt es wunderbar. Sobald beim Mann, meine Kinder oder noch andere Personen dabei sind und auch zum Teil voraus laufen, zieht sie wie eine Gestörte an der Leine. Selbst Futtertreiben, stehen bleiben oder zurück laufen, bringt nichts. Sie ist dann mit dem Kopf ganz woanders. Ich komme echt an meine Grenzen und entspannte Spaziergänge sehen anders aus. Es macht auch keinen Unterschied, ob sie am Halsband oder Geschirr läuft. Hat jemand einen Tipp? Ich bin mit meinem Latein am Ende.
 
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Olli
23. Apr. 18:45
Mal eine rein auf Technik basierende Antwort:

Hier haben ältere Herrschaften an ihrer Rennsemmel von Weimaranermädchen jeweils rechts und links eine Leine am Hund.

Das kann übergangsweise helfen, dem Hund klar zu machen, dass er auch mit Kraft nichts erreicht, ersetzt aber natürlich kein Leinenführungstraining.
 
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Sil
23. Apr. 19:19
Einem Treib- und Hütehund erkläre ich von Anfang an, dass Menschen (und Hunde) nicht in seinen Arbeitsbereich fallen. Ein Hund, der eine Gruppe kontrollieren will, hat ein anderes Problem als die Leinenführigkeit. Heißt, seine Rassezugehörigkeit hat nichts damit zu tun.
Ich vermute, du hast die Leinenführigkeit als Kommando, als "Trick" aufgebaut und nicht als Orientierung an dir.
Läuft sie Fuß weil du es ihr sagst ? Belohnst du jedes anschauen etc. ? Oder hat sie gelernt sich, egal was ist, an der Leine nach dir zu richten ?
Bei den Hunden, die Fuß nur als Kommando kennen hört die Konzentration auf, wenn def HF abgelenkt ist, oder viel los.
Ich würde nochmal einen Schritt zurück gehen und ein locker an der Leine laufen anders aufbauen und wechselnde Ablenkung einbauen.
Ist sie allgemein bei Bewegungsreizen schnell im Aussen ?
Wie ist sie bei Begegnungen mit Freunden ?
Kann sie sich zurück nehmen ?
 
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Alina
23. Apr. 19:43
Den Ansatz den Julia beschreibt finde ich sehr gut und ich habe es ähnlich gemacht. Bei uns war das Thema eher das Suko ausnutzt, dass meine Aufmerksamkeit nicht voll bei ihm ist und er denkt dann machen zu können worauf er gerade Lust hat. Und das geht eben nicht immer und Schleppleine/Freilauf ist da auch keine Option, weil es genauso für den Rückruf gelten würde.
Ich habe dafür bewusst mein Handy eingesetzt. 2-3 Sprachnachrrichten aufgehoben und dann bewusst zum Training abgehört. Wenn das gut klappt, dann auch Sprachnachricht aufnehmen. Beides kann ich halt jederzeit unterbrechen oder neu starten. Dann kurzes Telefonat mit Familie, wo man auch unterbrechen kann. Erst als das geklappt hat, sind wir mit anderen Menschen zusammen gelaufen.
Das war für uns ein guter Zwischenschritt. Eben das Frauchen ist abgelenkt/mit einem anderen Menschen beschäftigt, aber zeitlich sehr begrenzt, unterbrechbar und der andere Mensch ist (noch) keine Ablenkung.
Werden jetzt wieder einige schimpfen „kein Handy auf dem Spaziergang“ „Zeit ist nur für den Hund und nicht um am Handy zu hängen“. Da gehe ich prinzipiell mit, aber es spricht nichts dagegen das Handy bewusst 5-15 Minuten zum Training einzusetzen. Es geht ja nicht darum nur noch am Handy zu hängen.
 
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Lisa-Eileen
23. Apr. 20:17
Den Ansatz den Julia beschreibt finde ich sehr gut und ich habe es ähnlich gemacht. Bei uns war das Thema eher das Suko ausnutzt, dass meine Aufmerksamkeit nicht voll bei ihm ist und er denkt dann machen zu können worauf er gerade Lust hat. Und das geht eben nicht immer und Schleppleine/Freilauf ist da auch keine Option, weil es genauso für den Rückruf gelten würde. Ich habe dafür bewusst mein Handy eingesetzt. 2-3 Sprachnachrrichten aufgehoben und dann bewusst zum Training abgehört. Wenn das gut klappt, dann auch Sprachnachricht aufnehmen. Beides kann ich halt jederzeit unterbrechen oder neu starten. Dann kurzes Telefonat mit Familie, wo man auch unterbrechen kann. Erst als das geklappt hat, sind wir mit anderen Menschen zusammen gelaufen. Das war für uns ein guter Zwischenschritt. Eben das Frauchen ist abgelenkt/mit einem anderen Menschen beschäftigt, aber zeitlich sehr begrenzt, unterbrechbar und der andere Mensch ist (noch) keine Ablenkung. Werden jetzt wieder einige schimpfen „kein Handy auf dem Spaziergang“ „Zeit ist nur für den Hund und nicht um am Handy zu hängen“. Da gehe ich prinzipiell mit, aber es spricht nichts dagegen das Handy bewusst 5-15 Minuten zum Training einzusetzen. Es geht ja nicht darum nur noch am Handy zu hängen.
Das mit dem Handy ist n guter Punkt, mach ich auch gerne.
Ist ne gute Übung das man auch bei Ablenkung sich zu benehmen hat.
 
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Virginie
23. Apr. 20:52
Einem Treib- und Hütehund erkläre ich von Anfang an, dass Menschen (und Hunde) nicht in seinen Arbeitsbereich fallen. Ein Hund, der eine Gruppe kontrollieren will, hat ein anderes Problem als die Leinenführigkeit. Heißt, seine Rassezugehörigkeit hat nichts damit zu tun. Ich vermute, du hast die Leinenführigkeit als Kommando, als "Trick" aufgebaut und nicht als Orientierung an dir. Läuft sie Fuß weil du es ihr sagst ? Belohnst du jedes anschauen etc. ? Oder hat sie gelernt sich, egal was ist, an der Leine nach dir zu richten ? Bei den Hunden, die Fuß nur als Kommando kennen hört die Konzentration auf, wenn def HF abgelenkt ist, oder viel los. Ich würde nochmal einen Schritt zurück gehen und ein locker an der Leine laufen anders aufbauen und wechselnde Ablenkung einbauen. Ist sie allgemein bei Bewegungsreizen schnell im Aussen ? Wie ist sie bei Begegnungen mit Freunden ? Kann sie sich zurück nehmen ?
Ja ich hab das an der Leine laufen mit dem Kommando „bei mir“ aufgebaut. Klappt meistens gut aber sie macht es nicht immer sofort von sich aus, sondern ich muss sie immer wieder mit „bei mir“ daran erinnern oder stoppen und warten, bis sie wieder auf meiner Höhe ist. Den Blickkontakt belohne ich auch. Teils mit Worten und teils mit leckerlies.
 
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Renate
24. Apr. 09:52
Einem Treib- und Hütehund erkläre ich von Anfang an, dass Menschen (und Hunde) nicht in seinen Arbeitsbereich fallen. Ein Hund, der eine Gruppe kontrollieren will, hat ein anderes Problem als die Leinenführigkeit. Heißt, seine Rassezugehörigkeit hat nichts damit zu tun. Ich vermute, du hast die Leinenführigkeit als Kommando, als "Trick" aufgebaut und nicht als Orientierung an dir. Läuft sie Fuß weil du es ihr sagst ? Belohnst du jedes anschauen etc. ? Oder hat sie gelernt sich, egal was ist, an der Leine nach dir zu richten ? Bei den Hunden, die Fuß nur als Kommando kennen hört die Konzentration auf, wenn def HF abgelenkt ist, oder viel los. Ich würde nochmal einen Schritt zurück gehen und ein locker an der Leine laufen anders aufbauen und wechselnde Ablenkung einbauen. Ist sie allgemein bei Bewegungsreizen schnell im Aussen ? Wie ist sie bei Begegnungen mit Freunden ? Kann sie sich zurück nehmen ?
Könntest du da ausführen, wie man das lockere Leine laufen erfolgreich aufbauen kann bzw wie es bei dir geklappt hat? Für viele ist ja die Definition Leinenführigkeit = Fußlaufen, ich würde gerne auch das normale Laufen ohne Zug etablieren, egal wo der Hund ist - vorne, hinten, neben mir, solange kein Zug auf der Leine ist, aber eben ohne "Kommando" oder Unterscheidung Halsband/Geschirr.
Solange ich alleine bin und die Umgebung nicht spannend genug (?) klappt es wunderbar, aber darüber hinaus wirds halt oft mäh. Meine ist auch schnell im Außen, schöner Sichtjäger und bei Begegnungen mit Leuten, die sie mag, sehr distanzlos ^^
 
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Lisa-Eileen
24. Apr. 10:50
Könntest du da ausführen, wie man das lockere Leine laufen erfolgreich aufbauen kann bzw wie es bei dir geklappt hat? Für viele ist ja die Definition Leinenführigkeit = Fußlaufen, ich würde gerne auch das normale Laufen ohne Zug etablieren, egal wo der Hund ist - vorne, hinten, neben mir, solange kein Zug auf der Leine ist, aber eben ohne "Kommando" oder Unterscheidung Halsband/Geschirr. Solange ich alleine bin und die Umgebung nicht spannend genug (?) klappt es wunderbar, aber darüber hinaus wirds halt oft mäh. Meine ist auch schnell im Außen, schöner Sichtjäger und bei Begegnungen mit Leuten, die sie mag, sehr distanzlos ^^
Körperlich eingrenzen, zb durch eindrehen wie hier auf dem Video.
Kann man auch im Freizeitmodus machen, da ist man aber eben bisschen ausschweifender und läuft einen Halbkreis vor den Hund.
Plötzliches rückwärts gehen (ein oder mehrere Schritte) oder wenn Platz ist auch Richtungswechsel zb links oder rechts abbiegen am besten weg vom Hund.
So ne Mischung aus den ganzen Sachen.
Da wir Menschen an der Leine ja auch gern zum rumfummeln oder rucken oder sonstige Manipulationen neigen ists am besten im Freilauf bzw mit Schleppleine abgesichert an der Orientierung zu arbeiten.
Kann der Hund es im Freilauf ists auch an der Leine wurst.
So hab ichs gemacht.
Aber ist wie man sieht noch nicht perfekt, er ist sehr im Außen nur am Abscannen.
Aber Schritt für Schritt.
 
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Renate
24. Apr. 14:52
Körperlich eingrenzen, zb durch eindrehen wie hier auf dem Video. Kann man auch im Freizeitmodus machen, da ist man aber eben bisschen ausschweifender und läuft einen Halbkreis vor den Hund. Plötzliches rückwärts gehen (ein oder mehrere Schritte) oder wenn Platz ist auch Richtungswechsel zb links oder rechts abbiegen am besten weg vom Hund. So ne Mischung aus den ganzen Sachen. Da wir Menschen an der Leine ja auch gern zum rumfummeln oder rucken oder sonstige Manipulationen neigen ists am besten im Freilauf bzw mit Schleppleine abgesichert an der Orientierung zu arbeiten. Kann der Hund es im Freilauf ists auch an der Leine wurst. So hab ichs gemacht. Aber ist wie man sieht noch nicht perfekt, er ist sehr im Außen nur am Abscannen. Aber Schritt für Schritt.
Danke für deine Antwort! Das mit dem Halbkreis im Freizeitmodus klappte bisher nur bedingt, weil sie viel weiter vor mir ist (und auch sein darf) und dann umso schneller weiter vor läuft, wenn ich ansetzen würde zum korrigieren - oder ich bin einfach zu langsam ^^ mit richtungswechseln arbeite ich auch, aber ich denke, ich habe da generell eine andere wunschvorstellung als in deinem video gezeigt, ich füge meins mal an: es geht mir um lockeres laufen, gerne auch ausnutzen der Leinenlänge, der Hund kann schnuppern, stehen bleiben etc. In aufregenden Gebieten oder mit anderen Leuten wird da aber halt leider gezogen. Bisher habe ich dazu auch nicht so richtig was passendes gefunden, sondern eher die Tendenz "halsband ist Orientierung, Geschirr ist Freizeit und da wird auch das Ziehen nicht unterbunden" :/
 
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Dogorama-Mitglied
24. Apr. 15:16
Danke für deine Antwort! Das mit dem Halbkreis im Freizeitmodus klappte bisher nur bedingt, weil sie viel weiter vor mir ist (und auch sein darf) und dann umso schneller weiter vor läuft, wenn ich ansetzen würde zum korrigieren - oder ich bin einfach zu langsam ^^ mit richtungswechseln arbeite ich auch, aber ich denke, ich habe da generell eine andere wunschvorstellung als in deinem video gezeigt, ich füge meins mal an: es geht mir um lockeres laufen, gerne auch ausnutzen der Leinenlänge, der Hund kann schnuppern, stehen bleiben etc. In aufregenden Gebieten oder mit anderen Leuten wird da aber halt leider gezogen. Bisher habe ich dazu auch nicht so richtig was passendes gefunden, sondern eher die Tendenz "halsband ist Orientierung, Geschirr ist Freizeit und da wird auch das Ziehen nicht unterbunden" :/
Genau wegen dieser Problematik arbeite ich gerade daran, dass die Hunde - wenn und solange ich es verlange - mich nicht überholen. Aufgebaut in reizarmer Umgebung klappt das schon ganz gut.
Bei Begegnungen oder anderen Reizen versuche ich, die Hunde hinter mich zu schicken, bevor sie auf den Reiz reagieren. Verpasse ich dem richtigen Moment, nutze ich Click für Blick, um sie aus der Erregung zu holen. Damit sind wir aber gerade erst gestartet, das erfordert noch viele Trainingssituationen.
 
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Alina
24. Apr. 16:12
Danke für deine Antwort! Das mit dem Halbkreis im Freizeitmodus klappte bisher nur bedingt, weil sie viel weiter vor mir ist (und auch sein darf) und dann umso schneller weiter vor läuft, wenn ich ansetzen würde zum korrigieren - oder ich bin einfach zu langsam ^^ mit richtungswechseln arbeite ich auch, aber ich denke, ich habe da generell eine andere wunschvorstellung als in deinem video gezeigt, ich füge meins mal an: es geht mir um lockeres laufen, gerne auch ausnutzen der Leinenlänge, der Hund kann schnuppern, stehen bleiben etc. In aufregenden Gebieten oder mit anderen Leuten wird da aber halt leider gezogen. Bisher habe ich dazu auch nicht so richtig was passendes gefunden, sondern eher die Tendenz "halsband ist Orientierung, Geschirr ist Freizeit und da wird auch das Ziehen nicht unterbunden" :/
Hina macht hat da aber schon enorme Fortschritte gemacht… das braucht auch alles seine Zeit.
Suko darf auch überhaupt nicht ziehen. Weder in der Freizeit noch in der Orientierung. Ist bei einem 40 kg Hund einfach nicht drin. Und jetzt mit Kalle (20 kg) dazu erst recht nicht. Ich habe es ja am Anfang auch über die Trennung Halsband bzw. Brustring und Geschirr aufgebaut, aber dann ausgeschlichen.
Und die Orientierung/Fußlaufen ist für den Hund dann ein klarerer begrenzter Raum, was helfen kann bei schwierigen Situationen. Ich habe am Anfang bei Hundebegegnungen immer umgehangen (soweit vorher wie möglich und auch sonst einfach mal so, damit das nicht miteinander verknüpft wird) um Suko dort besser den Rahmen vorzugeben. Ähnlich jetzt mit Kalle, der ja auch jagdlich ambitioniert ist, wenn der zu sehr ins außen und ins Appetenzverhalten kippt. Dann gibt es ein paar Minuten konzentriert bei mir gehen bevor es wieder mehr Raum zur Verfügung gibt.
An der Schleppleine hat Suko z.B. „Langsam“ gelernt. Kurz bevor er reinläuft: Ansprache + „langsam“, wenn er Tempo rausnimmt damit die Leine locker bleibt loben, ansonsten läuft er halt ins Leinenende und bekommt den Ruck (selber stehen bleiben um nicht von den Füßen geholt zu werden). Das zurückholen wenn der Hund am Ende des Radius ist, macht mich kirre und passt somit nicht zu uns. So hat Suko gelernt welchen Radius er nutzen kann und wann der zu Ende ist. Tatsächlich kann ich das auch nutzen um den Radius zu verkleinern.