Beitrag von Karin & Nuka
in Gruppe "Reisen_mit_Hund"

🐾 Drei Tage Camping – erzählt von Nuka Ich muss euch etwas gestehen. Frauchen behauptet immer, wir seien erst seit April mit dem Wohnmobil unterwegs. Erst seit April! Dabei benehmen sie sich inzwischen schon wie alte Camping-Profis. Das Wohnmobil steht, die Stühle sind draussen, der Tisch ist gedeckt und ich weiss genau, wo mein Feldbett hinkommt. Zuhause? Hat Räder. So einfach ist das. Jetzt sind wir sogar neun Nächte am selben Ort. Das ist eine völlig neue Disziplin. Ich war anfangs etwas skeptisch. Neun Tage? Ob da überhaupt genug Abenteuer passieren? Spoiler: Langweilig wurde es keine einzige Minute. Gut… wir wohnen direkt neben einem Kanal. Einem Kanal! Mit Wasser! Wer braucht da schon Fernsehen? Ich könnte problemlos einen Vollzeitjob als Bademeisterin übernehmen. Mein Tagesplan wäre einfach: schwimmen, trocknen, Ball holen, wieder schwimmen, kurz schlafen, Ball holen, nochmals schwimmen. Perfekt organisiert, wenn ihr mich fragt. Nur meine Menschen scheinen ein leichtes Problem mit den Temperaturen zu haben. 34 Grad. Sie sitzen im Schatten, fächeln sich Luft zu und reden ständig davon, wie heiss es sei. Ich habe das Konzept noch nicht ganz verstanden. Ich renne eine Stunde, springe nach dem Ball wie ein Känguru auf Koffein, plansche kurz im Wasser und komme zurück mit dem Ball im Maul. “Bereit für die nächste Runde!” Komischerweise antworten sie meistens mit: “Nuka… jetzt machen wir erst mal Pause…” Pause? Ach so. Das ist dieses Ding, das Menschen brauchen. Immerhin haben sie eine Maschine, die ständig Eiswürfel produziert. Ich beobachte das sehr genau. Dieses kleine Ding arbeitet härter als alle Campinggäste zusammen. Der Kühlschrank daneben kämpft ebenfalls heldenhaft ums Überleben. Ich glaube, die beiden Geräte bekommen nach den Ferien eine Woche Wellness. Sportlich läuft es übrigens hervorragend. Ball? Natürlich. Fliegen? Immer. Und gestern habe ich entdeckt, dass Nussschalen völlig unterschätzte Trainingsgeräte sind. Die fliegen viel unberechenbarer. Menschen werfen teure Bälle. Die Natur liefert kostenloses Profi-Equipment. Dann kamen plötzlich neue Nachbarn. Ein Dalmatiner-Rüde und irgendein kleiner wuscheliger Hund, dessen Rasse ich nicht eindeutig bestimmen konnte. Ich musste selbstverständlich kurz prüfen, ob sie freundlich sind. Das gehört schliesslich zu meinen Aufgaben als Campingplatz-Sicherheitsbeauftragte. Nach erfolgreicher Kontrolle konnte ich mich wieder den wichtigen Dingen widmen. Ball. Wasser. Ball. Wasser. Ball. Zwischendurch liege ich inzwischen tatsächlich auf meinem Feldbett oder sogar auf dem Liegestuhl. Ja, ich weiss. Kaum zu glauben. Früher musste ich ständig schauen, was rundherum passiert. Heute weiss ich: Das hier ist unser Zuhause auf Zeit. Also kann ich mich auch einfach mal hinlegen und den Menschen beim Nichtstun zuschauen. Sie nennen das “Ferien”. Ich nenne es “aktive Erholung”. Ach ja… und dann war da noch dieser Rugby-Abend. Die Menschen wurden plötzlich laut, sprangen herum, jubelten und danach gab es sogar Braai. Ich habe zwar keine Ahnung, was ein Springbok genau ist, aber wenn dadurch gegrillt wird, bin ich eindeutig Fan. Nach drei Tagen ziehe ich deshalb ein erstes Fazit: Camping ist grossartig. Der Kanal dürfte etwas näher an unserem Platz sein. Der Ball könnte häufiger fliegen. Die Eiswürfelmaschine verdient einen Orden. Und meine Menschen entwickeln sich langsam. Sie verstehen zwar noch immer nicht, dass 34 Grad ideales Sportwetter sind… aber ich arbeite weiter an ihnen. Schliesslich haben wir noch sechs Tage Zeit. 🐾🤣

Tierisch gut
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