Die Mira war in den letzten Wochen echt toll. Ich bin seeeehr zufrieden mit ihr gewesen und es hat einfach nur riesig Spaß gemacht gemeinsam unterwegs zu sein.
Heute haben wir unterwegs Hundekumpel getroffen, die wir zwar einzeln kannten, aber nicht als Gruppe. Aufgrund der entstandenen Gruppendynamik kam es zu einem fiesen Rempler mit einem größeren Hund. Ein paar Minuten später stand Mira mit der Pfote in der Luft und Schmerzgesicht. Wir sind in Slow-Mo nach Hause geschlufft, Mira hat nicht gelahmt, aber man sah ihr über Mimik und Verhalten die Schmerzen deutlich an.
Nachdem wir einige Minuten sehr langsam auf dem Heimweg waren, hat sie angefangen sich Jagdreizen zuzuwenden, die sie auf dem Hinweg schon wahrgenommen hatte, für sie aber nicht so wichtig waren, anschließend konnte sie jeweils wieder ein paar Meter zügiger nach Hause laufen, weil die Schmerzen wohl für eine kurze Zeit weniger stark waren.
Auf der Abendrunde ging sie nicht mehr so langsam, und die Schmerzsymptome waren subtiler. Dafür stieg sie wieder viel mehr auf Umgebungreize ein, als ich das aus vergangenen Wochen gewohnt war und zeigte starke Probleme sich von ihnen zu lösen, war generell schlechter ansprechbar und durchgehend mit mehr Spannung im ganzen Körper unterwegs. Das Radar lief auf Hochtouren.
Bemerkt habe ich, dass ihr fröhliche Stimmung und Worte sehr gut taten, um weniger in ihre Welt zu flüchten zu müssen und sich dort komplett reinzusteigern. Die hat sie förmlich aufgesogen und sie schienen ihr zu helfen, nicht so sehr nach Außenreizen scannen zu müssen.
Für mich war der Tag nochmal ein deutlicher Reminder, wie sehr Schmerzen Treiber von Jagdverhalten sein können, deswegen wollte ich euch nochmal einen kleinen Bericht von heute dalassen, auch wenn er nicht ganz so positiv ist.
Und dennoch hat diese Geschichte ihre guten Seiten.
Zb wie gut du Mira lesen kannst, wie gut du reflektierst, dass du erkennen konntest wie gut du Mira inzwischen tust, und das Hunde auch nur Menschen sind, die das nächst beste als Stressabbau nutzen.
Bei Dracu ist das genauso.
Er ist der beste erzogenste Hund, aber kommt Stress ins Spiel aus welchen Gründen auch immer, muss ich ihm seine Reaktivität eingestehen.
Zb nach Tierarzt Besuch ist Leine Pflicht.
Ich kann jeden einzelnen Moment wo Dracu durch ging mit vorangegangenen starken Stresssituation verknüpfen.
Mittlerweile haben wir seine Bauchschmerzen und Durchfall gut im Griff, auch seine Umweltfestigkeit ist deutlich gestiegen, und seitdem streift er so gelassen durch den Wald. ☺️
Vor einem Jahr war es noch so, ein Mülltonnendeckel knallt zu und der nächste Vogel der über den Weg flog wurde zum gejagten.
Du hast also Recht, Kirsten.
Stress pusht das Jagdverhalten durch die Endorphine, Glückshormone die dem Hund in dem Moment einfach gut tun.
Das hat nichts mit ungehorsam zu tun.