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Dogorama-Mitglied
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heute 11:03

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Doro
heute 09:01
Genau das habe ich versucht zu trainieren. Aber wenn sie wirklich ein passendes Objekt sieht, übergeht sie die, ich nenne es mal die Orientierungsphase, und startet sofort durch.
Ist nicht ganz die Methode hier, aber ich habe mich am Kaninchen gucken ran gearbeitet, in dem ich Mila bei Sichtung aus der Ferne ein Sitz Kommando (das einzige was bei Sichtung gerade noch funktionierte) gegeben habe, mich neben sie gehockt habe und sie wirklich im Arm festhalten habe. Dabei habe ich sie ruhig gelobt (guuut machst du das) und ruhig die Brust gestreichelt. Als sie dann irgendwann die ersten mal kurz alleine ruhig bleiben konnte, habe ich versucht rechtzeitig abzubrechen und mit ihr wegzugehen, bevor sie es nicht mehr ertragen kann. So haben wir uns langsam vorgearbeitet. Auch heute noch wird jedes ruhige stehen bleiben und schauen von mir gelobt. Wenn sie nicht zu aufgeregt ist schauen wir zusammen, wenn ich merke sie fährt hoch, Richtungswechselpfiff und weg. Folgt sie mir sofort darf sie Dummy jagen oder ich mache das Handhochspiel (welches meist besser ankommt). Nicht aufgeben, bleib dran. Es lohnt sich.
 
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Jochen
heute 09:09
Ist nicht ganz die Methode hier, aber ich habe mich am Kaninchen gucken ran gearbeitet, in dem ich Mila bei Sichtung aus der Ferne ein Sitz Kommando (das einzige was bei Sichtung gerade noch funktionierte) gegeben habe, mich neben sie gehockt habe und sie wirklich im Arm festhalten habe. Dabei habe ich sie ruhig gelobt (guuut machst du das) und ruhig die Brust gestreichelt. Als sie dann irgendwann die ersten mal kurz alleine ruhig bleiben konnte, habe ich versucht rechtzeitig abzubrechen und mit ihr wegzugehen, bevor sie es nicht mehr ertragen kann. So haben wir uns langsam vorgearbeitet. Auch heute noch wird jedes ruhige stehen bleiben und schauen von mir gelobt. Wenn sie nicht zu aufgeregt ist schauen wir zusammen, wenn ich merke sie fährt hoch, Richtungswechselpfiff und weg. Folgt sie mir sofort darf sie Dummy jagen oder ich mache das Handhochspiel (welches meist besser ankommt). Nicht aufgeben, bleib dran. Es lohnt sich.
„Ist nicht ganz die Methode hier“
Es gibt nicht „die Methode“ genauso wenig wie es „den Hund“ gibt. Das sagt Ulli Reichmann auch ganz deutlich zB. zu den Praxisbeispielen im „Liebeserklärung für jagende Hunde“ Buch. Jeder sollte seinen individuellen Weg finden, ist doch großartig wie ihr das umgesetzt habt!
 
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Sylvia
heute 09:11
Ist nicht ganz die Methode hier, aber ich habe mich am Kaninchen gucken ran gearbeitet, in dem ich Mila bei Sichtung aus der Ferne ein Sitz Kommando (das einzige was bei Sichtung gerade noch funktionierte) gegeben habe, mich neben sie gehockt habe und sie wirklich im Arm festhalten habe. Dabei habe ich sie ruhig gelobt (guuut machst du das) und ruhig die Brust gestreichelt. Als sie dann irgendwann die ersten mal kurz alleine ruhig bleiben konnte, habe ich versucht rechtzeitig abzubrechen und mit ihr wegzugehen, bevor sie es nicht mehr ertragen kann. So haben wir uns langsam vorgearbeitet. Auch heute noch wird jedes ruhige stehen bleiben und schauen von mir gelobt. Wenn sie nicht zu aufgeregt ist schauen wir zusammen, wenn ich merke sie fährt hoch, Richtungswechselpfiff und weg. Folgt sie mir sofort darf sie Dummy jagen oder ich mache das Handhochspiel (welches meist besser ankommt). Nicht aufgeben, bleib dran. Es lohnt sich.
Guter Tip. Kaninchen gibt es hier aber gar nicht. Hauptsächlich Füchse und Rehe. Und die sind immer schnell unterwegs. Spätesten wenn Cleos Gejohle anspringt. Gänse und Reiher etc. wären schöne Übungsobjekte; die interessieren sie aber gar nicht.
 
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Doro
heute 09:33
„Ist nicht ganz die Methode hier“ Es gibt nicht „die Methode“ genauso wenig wie es „den Hund“ gibt. Das sagt Ulli Reichmann auch ganz deutlich zB. zu den Praxisbeispielen im „Liebeserklärung für jagende Hunde“ Buch. Jeder sollte seinen individuellen Weg finden, ist doch großartig wie ihr das umgesetzt habt!
Ja Jochen, da hast du recht. Jeder muss seinen Weg finden. Ich find es aus heutiger Sicht nicht ganz genial, wie das gelaufen ist. Es war eher pure Verzweiflung damals. Ich habe sie ja quasi mit Gewalt festgehalten und gezwungen sich zu beruhigen.
 
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Doro
heute 09:41
Guter Tip. Kaninchen gibt es hier aber gar nicht. Hauptsächlich Füchse und Rehe. Und die sind immer schnell unterwegs. Spätesten wenn Cleos Gejohle anspringt. Gänse und Reiher etc. wären schöne Übungsobjekte; die interessieren sie aber gar nicht.
Wir haben mit Spatzen und Blättern angefangen. 🤪Ich glaube für Mila war und ist es wichtig den Ort nicht in dieser hohen Aufregung zu verlassen. Immer erst ein bisschen runterfahren, dann etwas abseits Keckse suchen oder sonst wie Pause machen. Auch zu Pausen musste ich uns zwingen. Konnten wir Anfangs beide nicht gut.
 
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Anneke
heute 10:34
Erstmal vielen Dank für Eure ehrliche Freude an unseren Unternehmungen.
Und es tut mir wirklich leid, dass nicht alle Hund-Menschen-Teams diese Momente erleben können.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass es bei uns auch nicht immer so lief und auch jetzt nicht immer so läuft.
Mich hat am Anfang sehr verstört, dass mein schutzbefohlenes Schisserchen (ging anfangs ins Freeze am Boden, weil sie von allem überfordert war) eine eiskalte Killerin ist. Sehr gehadert habe ich damit und mich umgesehen, wie ich damit umgehen kann. Der Ulli-Weg fühlte sich gut an und funktionierte.
Dennoch gibt's weiterhin Problemstellen, denn Tina überdreht (auch krankheitsbedingt) immer noch schnell und dann kann es für Mäuse gefährlich werden. Auch Katzen sind sehr schwierig.
Wir tasten uns da auch noch an unseren Weg heran.
Benennen und das Anzeigen belohnen hilft schon mal etwas. Auch darf sie an bekannten Katzenstellen kurz checken und wird gelobt, aber dann breche ich auch ab.
Mäuse versuche ich aktuell zu meiden. 🙄
 
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Caro
heute 10:50
Ich finde es sehr schön, wie toll ihr alle auf eure Hunde eingeht ❤️
Das tut richtig gut! Oft sieht man Teams, die genau das nämlich nicht sind. Da wird der Hund genervt hinterher gezerrt, gestraft und verbogen, damit er ins "richtige" Bild passt. Wo der Hund funktionieren muss und seine Bedürfnisse ignoriert oder unterdrückt werden.
Hier wird hinterfragt und es werden Wege gesucht, die gemeinsame Zeit für alle Beteiligten schön zu gestalten ❤️
Immer mit dem Fokus auf "wir". Eure Hunde haben es schön bei euch!
 
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Caro
heute 10:53
Intensive Löcher-Begutachtung 🧐😂
 
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Das
heute 11:00
Erstmal vielen Dank für Eure ehrliche Freude an unseren Unternehmungen. Und es tut mir wirklich leid, dass nicht alle Hund-Menschen-Teams diese Momente erleben können. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es bei uns auch nicht immer so lief und auch jetzt nicht immer so läuft. Mich hat am Anfang sehr verstört, dass mein schutzbefohlenes Schisserchen (ging anfangs ins Freeze am Boden, weil sie von allem überfordert war) eine eiskalte Killerin ist. Sehr gehadert habe ich damit und mich umgesehen, wie ich damit umgehen kann. Der Ulli-Weg fühlte sich gut an und funktionierte. Dennoch gibt's weiterhin Problemstellen, denn Tina überdreht (auch krankheitsbedingt) immer noch schnell und dann kann es für Mäuse gefährlich werden. Auch Katzen sind sehr schwierig. Wir tasten uns da auch noch an unseren Weg heran. Benennen und das Anzeigen belohnen hilft schon mal etwas. Auch darf sie an bekannten Katzenstellen kurz checken und wird gelobt, aber dann breche ich auch ab. Mäuse versuche ich aktuell zu meiden. 🙄
Ich denke jeder hat auch schöne Momente. Man muss sie nur, egal wie unbedeutend sie erscheinen, erkennen und würdigen! 🙂
(Obwohl ich ein pessimist bin, bin ich das beim Hundethema ganz und gar nicht !😅)
Auch bei uns läuft es nicht immer, das muss man dem Hund und sich selber aber auch eingestehen.

Doro hat das Buch von Ines Scheuer Dinger erwähnt, welches auch lesenswert ist!
Da beschreibt sie, bevor man zum Spaziergang aufbricht zu beachten was der Hund am Vortag oder aktuell erlebt und vielleicht stark gefordert hat, das muss man beachten.
Ebenso sollte man vor dem Spaziergang, den Tagesform Check machen um zu schauen wie der Hund heute so drauf ist, um abzuwägen was man dem Hund aktuell zumuten kann und ob der sichere Freilauf an der Schlepp besser ist, zeitgleich kann man den Hund bei gutem verhalten schon vorher Positiv bestätigen, was die Stimmung bei Hund und Halter schonmal hebt.
Wenn Dracu Verdauungsbeschwerden hat 💩muss der auch an die Leine, weil der dann durchdreht.🙈
 
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Das
heute 11:03
Ich finde es sehr schön, wie toll ihr alle auf eure Hunde eingeht ❤️ Das tut richtig gut! Oft sieht man Teams, die genau das nämlich nicht sind. Da wird der Hund genervt hinterher gezerrt, gestraft und verbogen, damit er ins "richtige" Bild passt. Wo der Hund funktionieren muss und seine Bedürfnisse ignoriert oder unterdrückt werden. Hier wird hinterfragt und es werden Wege gesucht, die gemeinsame Zeit für alle Beteiligten schön zu gestalten ❤️ Immer mit dem Fokus auf "wir". Eure Hunde haben es schön bei euch!
Damit hast du soo Recht!!! 👏🏻🤗