Ich war heute ein wenig gedankenverloren unterwegs. Hat trotzdem gut funktioniert mit Fremdhunden, Mäusen, Kaninchen und allem anderen was uns täglich begegnet.
Dabei ist mir eine Sache in den Kopf gekommen. Ich gebe Fitnesskurse.
Es gibt Leute, die kennen einen und die Art wie man unterwegs ist. Die machen das schon jahrelang mit, wissen was als Nächstes kommt, kommen mit Körper und Geist super mit. Die wissen teilweise was ich vorhabe, bevor ich es ausspreche. Es kostet sie nicht viel Aufmerksamkeit und kleine Fehler meinerseits (wie zu späte Ankündigungen oder wenn ich mich mal verzettle) können diese Leute mühelos kompensieren, weil sie eh schon wissen, wie der Hase läuft. Habe ich ausschließlich diese Leute im Kurs, ist es ein Selbstläufer, der mich kaum Mühe kostet.
Habe ich Leute dabei, die neu sind und sich erstmal zurechtfinden müssen, oder wegen Dingen die sie beschäftigen nicht voll da sind, muss ich übermäßig klar sein. Übungen teilweise überdeutlich vormachen, und selbst so doll motiviert sein, dass es die Leute mitzieht, auch dann wenn sie sich wegen Unsicherheit am liebsten ganz nach hinten stellen. Ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie Volltrottel sind, die nichts drauf haben, sondern den Kurs so gestalten, das sie mit Freude teilnehmen und das Gefühl haben, das sie gut mitkommen.
Wenn Leute Fehler machen oder Dinge nicht direkt angekommen sind, kann ich mich natürlich wiederholen oder ich gehe hin und zeige es nochmal vernünftig. Aber wenn auffällt, dass einzelne Personen oder die Gruppe viele Fehler macht und nicht gut mitkommt, dann muss ich mir an die Nase fassen. Nachjustieren, in dem ich mich verständlicher und nachvollziehbarer verhalte und darauf achte, dass es direkt beim ersten Mal direkt ankommt, wie ich es mir erhoffe. Dann brauche ich meine Stimme und muss überdeutlich mit dem ganzen Körper werden und alles ausschöpfen, was ich habe, um diese Leute entsprechend mitzunehmen. Je schwerer es ihnen fällt, desto mehr bin ich in der Pflicht, meinen Job wach und vernünftig zu machen. Dann kann ich mir nicht leisten Hilfen abzubauen, sondern die Leute profitieren von jedem Zeichen meinerseits, dass ihnen schon bekannt ist, weil es ihnen erleichtert motiviert dabei zu bleiben. Ich muss aufpassen, dass ich Kursteilnehmer im Laufe des Kurses nicht abhänge und damit verliere. Ich selber weiß ganz genau, was ich vorhabe, sie wissen das nicht.
Nicht die alten Hasen, sondern die Neuen, die Unaufmerksamen, die trotz oder gerade wegen gewisser Schwierigkeiten (Krankheitsbilder) teilnehmen möchten, und die die sich ganz besonders am Anfang unsicher fühlen und nicht wissen, was auf sie zukommt. Auf diese Leute muss ich besonders achten.
Die alten Hasen sind froh, wenn man öfter mal was anderes macht, damit es spannend bleibt. Die Neuen dagegen freuen sich eher über Bekanntes, bei dem sie gut mitkommen und nicht viel falsch machen können und anschließend mit gutem Gefühl nach Hause gehen.
Vielleicht lässt sich das auch zum Teil auf Hunde übertragen (: