Wir müssten erstmal klären ob ein negatives verhalten am Gen oder am Trieb liegt. Klar hat es auch was mit der Genetischen Veranlagung zu tun welch ein Trieb ein Hund hat. Jetzt müsste man aber auch darüber diskutieren in wie weit man das Gen Trainieren kann um so den Trieb unter Kontrolle zu bringen. Klar ist es schön wenn ein Border sein Herde Hütten darf. Kenne jetzt aber kaum ein Border dem das Glück zu teil wird. Genauso wäre es schön wenn ein Husky über Kilometer Schlitten ziehen darf. Ich kenne nicht einen der diesem Glück nachkommen darf. Klar hat auch Zucht was damit zu tun. Aber wieviel ist von der Zucht abhängig und wie hoch ist der Einfluss vom Halter auf den Hund was überwiegt mehr. Das Gen der Trieb die Zucht oder der Halter oder Umfeld. Was hat denn größten Anteil am verhalten eines Hundes?
Man kann Gene und Triebe nicht voneinander trennen, der Trieb ist das genetische Erbe.
Natürlich kann (und muss) ein Halter Triebe kontrollieren und umlenken. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Kontrolle und Bedürfnisbefriedigung. Ein Border Collie, der nicht hütet, braucht einen adäquaten Ersatz für seine Genetik, um nicht neurotisch zu werden. Ein Husky, der niemals rennen darf, leidet.
Die Frage ist doch nicht, was prozentual mehr wiegt, sondern, Warum entscheide ich mich für einen Spezialisten, wenn mein Umfeld ihm nur Einschränkungen bietet?
Wenn der Haupteinfluss des Halters darin besteht, den Hund permanent darin zu deckeln, dass er seine rassetypischen Eigenschaften nicht zeigt, dann ist das für mich keine gelungene Erziehung, sondern ein Leben im ständigen Konflikt mit der Natur des Tieres. Ein Kangal im Plattenbau muss nicht 'trainiert' werden, seinen Schutzinstinkt zu vergessen, er müsste seine gesamte Identität aufgeben, um dort stressfrei zu funktionieren. Das ist für mich der Punkt, an dem das Umfeld die Genetik schlichtweg 'schlägt' und zwar zum Nachteil des Hundes..