Ich bin eher der Typ: "Gibt es dazu wissenschaftliche Studien?"
Was mich tatsächlich ärgert, dass selbst Mediziner oder auch Physiotherapeuten, von denen man als Laie ja fachliche Expertise erwartet, Produkte anpreisen, deren Wirkung selbst in Studien (auch mehrfach) nicht bewiesen werden konnte.
Das finde ich wirklich bedenklich, gerade wenn ein Tier (schwer) krank ist und man als Besitzer/in dann auf diese "vermeintliche" Expertise angewiesen ist.
Was ich bei dem Thema auch immer schlimm finde ist, dass viele Tierkliniken etc. sich ebenfalls an der Verzweiflung der Besitzer bereichern (selbst in der Familie mit einer sterbenskranken Katze gehabt. Zig Tests und Medikamente, die in dem Zustand völlig unnötig und übertrieben waren). Ich habe vor einiger Zeit bei TikTok etwas verfolgt wo ich von Anfang an dachte "lass ihn gehen", hab mich dazu aber nicht geäußert. Man hat ja auch Mitleid und kann verstehen, wenn jeder Halm ergriffen wird. Aber ich persönlich hatte gleich den Eindruck, dem Tier wäre am besten geholfen, wenn man ihm noch eine schöne Zeit macht und es dann gehen lässt. Wurde erst überlegt, aber dann nicht gemacht. Vielleicht auch durch Druck von außen. Alle Beteiligten haben sich für einen mittleren fünfstelligen Betrag die Beine ausgerissen und es kam wie es kommen musste: das Tier konnte einfach nicht mehr. Was hat man erreicht? Man hat zwar gekämpft und meinte es gut, aber die letzten Wochen waren für das Tier nur anstrengend und eher eine Qual. Mit Würde hatte das leider nichts zu tun, auch wenn ich den menschlichen Schmerz, die Verzweiflung und den Wunsch nach einem Wunder verstehe. Dass aber die medizinische Beratung immer noch mehr raus holt, anstatt ehrlich zu sagen "es ist Zeit", hat mich am meisten schockiert. Die Halter können in solchen Momenten einfach nicht klar denken. Da erwarte ich von Fachleuten eine ehrliche, wenn auch manchmal unerfreuliche Einschätzung.
Meine Tierärztin sagt uns zwar auch immer was möglich ist... Aber eben auch was realistisch ist. Und was sie ihren Tieren zumuten würde und was nicht. Die Entscheidung ist dann natürlich unsere. Aber mit dem Kompass fühle ich mich immer fair beraten. Nur weil man tausend Sachen machen KANN, sind sie nicht immer im Sinne des Tieres. Nur die Klinik und alle die mit ins Boot geholt werden lernen dann natürlich und verdienen auch. Nicht immer der richtige und tatsächlich moralische Weg. Auch wenn es im ersten Moment so wirkt. Aber so verletzlich kann einem schnell ein schlechtes Gewissen gemacht werden, wenn man nicht alle Register zieht.