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Katrin
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heute 13:39

Verkaufen durch Angst

Hallo zusammen, ich muss mal etwas loswerden, was mir in letzter Zeit extrem auffällt: Die Hundewelt scheint immer mehr von Angst und Misstrauen regiert zu werden. Egal ob in der Werbung, in Facebook-Gruppen oder auf TikTok usw – ständig begegnet man Botschaften, die uns suggerieren, dass wir eigentlich „Versager“ sind, wenn wir nicht Produkt X kaufen oder Methode Y folgen. Es fängt beim Futter an (Stichwort: „Getreide ist Gift“ oder „Trockenfutter macht krank“) und hört bei der Erziehung auf, wo oft mit der Angst vor einem „unkontrollierbaren“ Hund Kasse gemacht wird. Was mich aber besonders besorgt, ist die Kombination aus Marketing und gezielten Falschmeldungen. Oft werden reißerische Warnungen verbreitet – etwa über angeblich tödliche Inhaltsstoffe, die wissenschaftlich gar nicht belegt sind, oder übertriebene Panikmache vor bestimmten Alltagsgegenständen. Diese News verbreiten sich wie ein Lauffeuer, weil wir natürlich nur das Beste für unsere Vierbeiner wollen. Am Ende steht dann oft ein Link zu einem „rettenden“ Produkt. Es fühlt sich so an, als würde unsere emotionale Bindung zum Hund schamlos ausgenutzt, um uns in permanenter Alarmbereitschaft zu halten. Mich würde eure Erfahrung interessieren: Marketing-Druck: Wo hattet ihr schon mal das Gefühl, dass eine Marke euch ein schlechtes Gewissen einreden wollte (z. B. durch Begriffe wie „Schlachtabfälle“ oder „Chemiekeule“)? Fake-News-Falle: Seid ihr schon mal auf eine dieser typischen WhatsApp- oder Social-Media-Warnungen reingefallen und habt danach panisch euer Verhalten oder Futter geändert? Vertrauen: Wem glaubt ihr in diesem Dschungel aus Experten und Influencern überhaupt noch? Verlässt ihr euch eher auf den Tierarzt, die Wissenschaft oder euer Bauchgefühl? Ich bin gespannt auf eure Meinungen – lasst uns mal versuchen, die Fakten von der Panikmache zu trennen! 🐾 Wie immer bitte freundlich bleiben. Liebe Grüße, Katrin und Suki
 
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Carola
27. Feb. 11:44
Erstmal ein Dankeschön an alle für die Teilnahme am Thread. Ich bin Team Lesemaus und Faktencheck. Jetzt erschlägt einen der Markt inzwischen mit Büchern über sämtliche Themen was ich eigentlich gut finde. Es gibt aber durchaus auch Bücher von zB Tierärzten geschrieben wo ich mir anschließend dachte was zum Geier hab ich mir dabei gedacht für den Mist Geld auszugeben. Auch online trifft man immer wieder auf ,,fachmännische" Aussagen wo ich mir stets an den Kopf packe. Leider glauben das halt wirklich viele. Schließlich erzählt das ja ein Tierarzt. Auch von Züchtern hab ich schon Sachen gehört/gesehen die mich von deren Zucht echt Abstand nehmen lassen würde. Man kann aus meiner Sicht also nicht mehr allein darauf vertrauen das eine Aussage von TA/Züchter auch tatsächlich richtig ist. Denn auch dort gibt es jene die nicht wirklich evidenzbasiert arbeiten. Inzwischen bin ich soweit das ich erstmal jede Aussage egal zu welchem Thema in Frage stelle und nachforsche. Dank dem Internet stehen einem da zum Glück eine Menge an Infos zur Verfügung. Das kostet aber halt auch echt Zeit und zum Teil auch Geld. Ich stütze mich dabei Hauptsächliche auf Studien, Fachartikel, Fachbücher etc. Gerade die richtig guten Bücher sind echt teuer je nach Thema. Dazu kommen die Meinungen/Infos von mir bekannten Leuten von denen ich viel halte weil sie über Fachwissen verfügen. Hundetraining und Erziehung läuft bei mir hauptsächlich übers Bauchgefühl. Trainingsbücher, Videos etc sehe ich höchstens als Ideensammlung an. Fachliteratur ist gern gesehen aber halt eher über das Lernverhalten von Hunden, das Ausdrucksverhalten usw. Ich befürchte aber ehrlich gesagt das wir zukünftig durch KI und social media eher noch mehr (und für einige sicher auch schwerer erkennbar ) durch Angstmarketing manipuliert werden.
Leute ohne Ahnung die Blödsinn erzählt haben gab es ja schon immer aber jetzt haben sie einfach ein viel größeres Publikum.
Ja man kann immer nur wieder recherchieren und hoffen dass man das Richtige findet und ich denke ein gutes Stück insbesondere beim Training ist ja auch Bauchgefühl.
Hier orientiere ich mich tatsächlich an den erfahrenen Trainern in meinem Hundeverein und auch an meiner Erfahrung. wenn ich merke das etwas nicht funktioniert wie es soll dann überlege ich mir woran es liegen könnte und nutze da auch schon mal die youtube-universität allerdings gibt es da auch entsetzlich viel Müll. Mit Augenmaß und auch mit genauer Beobachtung des Hundes merkt man dann schon ob das Training funktioniert oder nicht.
Damit bin ich bisher gut gefahren.
Künftig wird es aber mit Sicherheit nicht leichter wirklich vernünftige Sachen herauszufinden. Allerdings sollte man auch hier die junge Generation nicht unterschätzen denn oftmals wissen sie selber wie man Fakes herstellt von daher sind sie häufig sehr misstrauisch und haben durchaus ihre Methoden herauszufinden Fakt und Fake zu unterscheiden.
Es wird auf keinen Fall einfacher und ich denke ab und zu schadet es nicht den gesunden Menschenverstand einzusetzen statt die KI zu befragen.
 
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Katrin
27. Feb. 12:39
Leute ohne Ahnung die Blödsinn erzählt haben gab es ja schon immer aber jetzt haben sie einfach ein viel größeres Publikum. Ja man kann immer nur wieder recherchieren und hoffen dass man das Richtige findet und ich denke ein gutes Stück insbesondere beim Training ist ja auch Bauchgefühl. Hier orientiere ich mich tatsächlich an den erfahrenen Trainern in meinem Hundeverein und auch an meiner Erfahrung. wenn ich merke das etwas nicht funktioniert wie es soll dann überlege ich mir woran es liegen könnte und nutze da auch schon mal die youtube-universität allerdings gibt es da auch entsetzlich viel Müll. Mit Augenmaß und auch mit genauer Beobachtung des Hundes merkt man dann schon ob das Training funktioniert oder nicht. Damit bin ich bisher gut gefahren. Künftig wird es aber mit Sicherheit nicht leichter wirklich vernünftige Sachen herauszufinden. Allerdings sollte man auch hier die junge Generation nicht unterschätzen denn oftmals wissen sie selber wie man Fakes herstellt von daher sind sie häufig sehr misstrauisch und haben durchaus ihre Methoden herauszufinden Fakt und Fake zu unterscheiden. Es wird auf keinen Fall einfacher und ich denke ab und zu schadet es nicht den gesunden Menschenverstand einzusetzen statt die KI zu befragen.
Und dieses größere Publikum ist zum Teil sehr anfällig. Rund um den Hund geht es oft eher emotional zu.

Man nehme die Diskussionen Bravecto mal als Beispiel oder Wurmkuren die den Darm so schädigen das danach ein Aufbau wieder nötig wäre. Zeckenschutz rein natürlich ohne die schädliche Chemie, Zahnspray weil Zähneputzen für Hunde unangenehm ist.
Am besten fand ich mal einen Werbespot wo ein Leckerli den Hund so beruhigen kann das er draußen leinenführig und am Halter orientiert an der lockeren Leine geht. Da hab ich mich vor lachen kaum noch eingekriegt. Letzteres ist dann zwar Geldverschwendung aber schadet dem Hund wenigstens nicht.
 
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Silke
27. Feb. 12:43
Ich habe eine kleine Episode zum schmunzeln zu berichten. Vor einigen Jahren hat mir eine sehr intelligente und durchaus reflektierte Freundin eine Hoax/Fake Meldung geschickt. Da wurde behauptet, die feuchten Swiffer Bodentücher wären so giftig, dass Hund und Katze quasi umgehend nach dem Putzen sich zum Sterben hinlegen. Meine Freundin hatte beruflich gerade viel um die Ohren, bekam diese Meldung und bevor sie nachdenken konnte, hat die Panik komplett die Rationalität ausgeschaltet. Wir konnten das dann aus der Welt schaffen und drüber lachen. Aber es zeigt, wie schnell bei vielen Menschen die Angst die Handlung bestimmt.
 
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Sonja
27. Feb. 13:17
Ich habe mich beim Futter durch eine Freundin die barft vor 10 Jahren beim Ersthund einlullern lassen. Sie meinte es nicht böse, glaubt den Kram ja auch nur, der ihr weisgemacht wird. Wäre ja das Beste für den Hund, total natürlich, der Hund stammt ja vom Wolf ab und und und. Mir hat das nur alles unnötig verkompliziert, meinem Hund keinen Vorteil gebracht, eher im Gegenteil: durch die Knochenmahlzeiten haben sich die Zähne abgenutzt.
Desweiteren musste ich unbedingt das K9 Geschirr mit den lustigen Sprüchen haben. Mehrere hab ich gehabt. Alle saßen schrecklich und haben den Hund in den Schultern total eingeschränkt. An der Brust schlecht gesessen. War halt an sich einfach nicht geeignet für uns - aber jeder hatte es und ich wollte auch tolle Klettstreifen 🙈
Auch wollte ich immer alles richtig machen und habe Tipps und Anweisungen viel zu statistisch umgesetzt. Klar, am Anfang fehlt einem Erfahrung und Bauchgefühl. Ich bin froh, dass meine HuSchu sich daran nicht bereichert hat, sondern mir dabei geholfen hat, meine eigene Art zu etablieren und authentisch zu sein. Da gibt es sicher besonders heutzutage andere, wo nur Konzept X zählt - und das Rad neu erfinden wollen heute leider so ziemlich alle 😔
Bachblüten habe ich eine Zeit lang gekauft, Rescue Tropfen und all sowas klingt ja vielversprechend, wenn der Hund irgendwelche Ängste hat. Für einen Effekt hat bei uns dann aber wohl der Placebo by Proxy gefehlt 🙈 Der Hersteller hat sich dennoch sicher gefreut.

Mittlerweile verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl medizinische Fakten. Neues lese und höre ich gerne, aber versuche es verlässlich einzuordnen, bevor ich es glaube.
 
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Thomas Alexander
27. Feb. 13:25
Eines sollte noch hinzugefügt werden. Alle wollen nur euer Bestes. Euer Geld. Es geht um Milliarden Euros und jeder will was vom Kuchen anhaben. Wir Halter mit unseren Tieren sind die Kasse. Und dabei meistens nur sekundär wichtig.
 
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Heike
27. Feb. 13:33
Danke für diesen Thread, Du hast Mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen Katrin.
Angst zu verbreiten war schon immer ein probates Mittel, um die Menschheit klein zu halten und sie zu Fehlkäufen zu animieren. Ist etwas einfach gedacht, aber fängt an bei Ablassbriefen im MA bis Corona in der heutigen Zeit.
Habe in meinem Leben da schon einiges durch, wobei sich die einzige Rettung wenig später sogar als Riesenfehler heraus gestellt hat. Von Ernährung, Kosmetik, Umwelt, Natur, Tierhaltung usw.usw.....
Als ich anfangs hier unterwegs war, dachte ich, dass ich trotz über 25 jährigen Hundehaltung
0,00 Ahnung hatte und ein massiver Tierquäler bin, wenn ich meinem Hund nicht dieses und jenes Mittelchen oder bestimmtes Training zukommen lasse.
Aber am Besten bin ich immer mit meinem Bauchgefühl gefahren und der Beratung von wirklich erfahrenen Tierärzten und Tierhaltern.( Hund und Pferd).
Klingt sicher altmodisch, aber oft sind die lang erprobten "Haus und Hof"mittel die Besten.
Aber gerade junge Menschen, gepusht durchs Internet, sind so unsicher und kaufen allen möglichen Mist, um irgendein Ziel zu erreichen und fallen darauf herein. Das Netz ist voll von nichtsnutzigem Zeug, was die Menschen beruhigen soll, wenn sie genug davon kaufen.
Sorry, aber das ist die Meinung einer alten Frau mit viel Lebenserfahrung.🙋
 
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Carola
27. Feb. 13:36
Und dieses größere Publikum ist zum Teil sehr anfällig. Rund um den Hund geht es oft eher emotional zu. Man nehme die Diskussionen Bravecto mal als Beispiel oder Wurmkuren die den Darm so schädigen das danach ein Aufbau wieder nötig wäre. Zeckenschutz rein natürlich ohne die schädliche Chemie, Zahnspray weil Zähneputzen für Hunde unangenehm ist. Am besten fand ich mal einen Werbespot wo ein Leckerli den Hund so beruhigen kann das er draußen leinenführig und am Halter orientiert an der lockeren Leine geht. Da hab ich mich vor lachen kaum noch eingekriegt. Letzteres ist dann zwar Geldverschwendung aber schadet dem Hund wenigstens nicht.
Nun ja das ist ja auch teilweise absurd! Auf der einen Seite haben die Leute Angst vor Wurmkur und es ist das pure Gift(Chemiekeule) auf der anderen Seite wird mit irgendwelchen dubiosen Mittelchen herum gedoktort, die teilweise wesentlich teurer sind als eine Wurmkur.
Aber der nicht entwurmte Hund darf seinem Halter durchs Gesicht schlabbern und ohne Zeckenschutz ins Bett! Mich schüttelt es da und die reale Gefahr nämlich die Krankheiten die so übertragen werden können, werden völlig negiert!
 
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Arinka
27. Feb. 13:47
Ich vertraue nur auf meine 40 Jahre Erfahrung.
Ja, man schaut auch mal über den Tellerrand. Aber immer mit gesundem Menschenverstand.
 
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Katrin
27. Feb. 14:00
Ich habe mich beim Futter durch eine Freundin die barft vor 10 Jahren beim Ersthund einlullern lassen. Sie meinte es nicht böse, glaubt den Kram ja auch nur, der ihr weisgemacht wird. Wäre ja das Beste für den Hund, total natürlich, der Hund stammt ja vom Wolf ab und und und. Mir hat das nur alles unnötig verkompliziert, meinem Hund keinen Vorteil gebracht, eher im Gegenteil: durch die Knochenmahlzeiten haben sich die Zähne abgenutzt. Desweiteren musste ich unbedingt das K9 Geschirr mit den lustigen Sprüchen haben. Mehrere hab ich gehabt. Alle saßen schrecklich und haben den Hund in den Schultern total eingeschränkt. An der Brust schlecht gesessen. War halt an sich einfach nicht geeignet für uns - aber jeder hatte es und ich wollte auch tolle Klettstreifen 🙈 Auch wollte ich immer alles richtig machen und habe Tipps und Anweisungen viel zu statistisch umgesetzt. Klar, am Anfang fehlt einem Erfahrung und Bauchgefühl. Ich bin froh, dass meine HuSchu sich daran nicht bereichert hat, sondern mir dabei geholfen hat, meine eigene Art zu etablieren und authentisch zu sein. Da gibt es sicher besonders heutzutage andere, wo nur Konzept X zählt - und das Rad neu erfinden wollen heute leider so ziemlich alle 😔 Bachblüten habe ich eine Zeit lang gekauft, Rescue Tropfen und all sowas klingt ja vielversprechend, wenn der Hund irgendwelche Ängste hat. Für einen Effekt hat bei uns dann aber wohl der Placebo by Proxy gefehlt 🙈 Der Hersteller hat sich dennoch sicher gefreut. Mittlerweile verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl medizinische Fakten. Neues lese und höre ich gerne, aber versuche es verlässlich einzuordnen, bevor ich es glaube.
Wenn etwas zu gut klingt ist meistens was faul dran.

Bei uns war es die Hundeschule. Top Seite, alles klang super. Gearbeitet wurde mit Angst. Wenn ihr das nicht so macht wird der Hund zum Beißer, gehorcht nie, habt ihr keinen Spaß zusammen usw. waren Aussagen von meiner Trainerin. Joa, nach der dritten Stunde bin ich mit dem Satz ,,Inkompetenz bezahle ich nicht" dort raus und wie ich später erfuhr war ich nicht die einzige die dort schnell weg war.

Auch ich war nur dort weil man von überall hörte mit einem Welpen/Junghund muss man das machen. Der Sozialiserung wegen usw obwohl ich es eigentlich für uns als unnötig empfand. Viele Hunde sämtlicher Rassen und Alters im Umfeld, ebenso verschiedene Umgebungen von Wald bis Stadt und ganz neu bin ich in der Hundewelt nun auch nicht gewesen. Aber irgendwas musste ja wohl dran sein wenn einen alle sagen das dies für diese entscheidene Lebensphase so wichtig wäre🫣.
Kurz und knapp, diese Hundeschule war nix für uns.
Wir haben mehr negatives wie positives mitgenommen.
Hätte ich auf mein Bauchgefühl gehört hätte ich Suki und mir einiges erspart.
 
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Jens
27. Feb. 14:02
Mir ist sowas tatsächlich noch nicht aufgefallen. Wo genau sieht man denn solche Aussagen?