Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Unerwünschtes Verhalten

Verfasser-Bild
Lotta
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 9
zuletzt 7. Juni

Unerwünschtes Verhalten

Unerwünschtes Verhalten ⚠️ Unerwünschtes Verhalten ist ein Menschending. Unerwünschtes Verhalten ist fast immer normales Hundeverhalten. Wann hört der Mensch auf den Hund zu unterdrücken bzw. normales Hundeverhalten zu unterdrücken? Warum Menschen dazu neigen, natürliches Hundeverhalten unterdrücken zu wollen: 1. Menschliche Erwartungen an „Gehorsam“ Viele stellen sich vor, ein Hund müsse sich „benehmen wie ein Mensch“: still sitzen, brav warten, nicht bellen, nichts zerstören. Das Idealbild ist oft ein „funktionierender“ Hund – fast wie ein kleiner Roboter. 2. Unkenntnis über Hundeverhalten Viele Menschen wissen nicht, dass Bellen, Buddeln, Jagen oder Kauen ganz normale Bedürfnisse sind. Sie sehen es nur als Störung, statt als Ausdruck von Hundesein. 3. Bequemlichkeit und Kontrolle Natürlich ist es für uns einfacher, wenn der Hund „nichts macht“ und wir ihn überall problemlos mitnehmen können. Aber ein Hund ist ein fühlendes, lebendiges Wesen – kein Deko-Objekt. 4. Gesellschaftliche Normen In unserer heutigen Welt sind Hunde eng in den Alltag integriert: Mietwohnungen, Nachbarschaft, Straßenverkehr. Da stört lautes Bellen oder Jagen eben schnell andere Menschen – also versucht man, das Verhalten zu unterdrücken. 5. Fehlgeleitete Trainingsmethoden Früher war es üblich, Hunde mit Strafe und Härte zu „erziehen“. Das wirkt bis heute nach: viele Menschen haben verinnerlicht, dass man Verhalten unterdrücken müsse, anstatt Bedürfnisse zu verstehen und umzuleiten. ✨ Die bessere Sichtweise: Statt Unterdrücken geht es darum, Bedürfnisse zu erkennen und passende Alternativen zu bieten. Ein Hund, der kauen möchte, bekommt Kauknochen. Ein Hund, der buddeln will, kann eine Buddelecke im Garten haben. Ein Hund, der bellen möchte, kann lernen, ein Signal zu befolgen und sich dann wieder zu beruhigen. So bleibt der Hund Hund – und der Mensch bekommt trotzdem Harmonie im Alltag.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
Beliebteste Antwort
7. Juni 12:44
Mich beunruhigen am meisten die Missverständnisse bzgl. hündischer Kommunikation. Es gibt so unendlich viele Hunde, die niemals wieder Kontakt zu Artgenossen haben dürfen, weil ihre Menschen Angst vor Interaktionen haben, die nicht immer menschlicher Moralvorstellung entsprechen und sich auch schon mal schlimm anhören, aber in der Regel sehr wertvoll für die Entwicklung der Hunde sind.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Claudia
7. Juni 09:04
Ich bin ganz bei dir.
Mein Hund ist Hund und ich nehme sie, wie sie ist.
Sie passt nicht in unsere genormte Gesellschaft, also schaffe ich so oft es geht Situationen und mache Ausflüge/Urlaube in denen sie „passt“.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lotta
7. Juni 09:04
Ich bin ganz bei dir. Mein Hund ist Hund und ich nehme sie, wie sie ist. Sie passt nicht in unsere genormte Gesellschaft, also schaffe ich so oft es geht Situationen und mache Ausflüge/Urlaube in denen sie „passt“.
Genau so ❤️❤️❤️
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
7. Juni 12:44
Mich beunruhigen am meisten die Missverständnisse bzgl. hündischer Kommunikation. Es gibt so unendlich viele Hunde, die niemals wieder Kontakt zu Artgenossen haben dürfen, weil ihre Menschen Angst vor Interaktionen haben, die nicht immer menschlicher Moralvorstellung entsprechen und sich auch schon mal schlimm anhören, aber in der Regel sehr wertvoll für die Entwicklung der Hunde sind.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lotta
7. Juni 12:59
Mich beunruhigen am meisten die Missverständnisse bzgl. hündischer Kommunikation. Es gibt so unendlich viele Hunde, die niemals wieder Kontakt zu Artgenossen haben dürfen, weil ihre Menschen Angst vor Interaktionen haben, die nicht immer menschlicher Moralvorstellung entsprechen und sich auch schon mal schlimm anhören, aber in der Regel sehr wertvoll für die Entwicklung der Hunde sind.
Erläutere mal bitte genauer was du meinst ?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lotta
7. Juni 13:02
Mich beunruhigen am meisten die Missverständnisse bzgl. hündischer Kommunikation. Es gibt so unendlich viele Hunde, die niemals wieder Kontakt zu Artgenossen haben dürfen, weil ihre Menschen Angst vor Interaktionen haben, die nicht immer menschlicher Moralvorstellung entsprechen und sich auch schon mal schlimm anhören, aber in der Regel sehr wertvoll für die Entwicklung der Hunde sind.
Das mag für manche Hunde zutreffen, aber leider gibt es auch die andere Seite. Unser Hund wurde in einer Hundeschule mit vielen anderen Hunden einfach zum "freien Spielen" auf eine Fläche gelassen. Mehrere Hunde sind sofort auf sie zugestürmt. Für die Trainer war das angeblich normale hündische Kommunikation und wichtig für die Entwicklung.

Das Ergebnis war leider das Gegenteil. Diese Erfahrung hat sich bei unserem Hund nachhaltig negativ verknüpft und wir arbeiten bis heute daran. Sie hat Hundekontakte, sie kennt und mag ihre festen Hundefreunde, aber fremde Hunde betrachtet sie seitdem deutlich kritischer.

Deshalb halte ich es für zu einfach, jede Interaktion zwischen Hunden als wertvoll zu bezeichnen. Nicht jeder Hund profitiert davon, und nicht jede hündische Kommunikation ist automatisch eine gute Lernerfahrung. Gerade unsichere Hunde können durch solche Situationen langfristig Probleme entwickeln. Für mich bedeutet verantwortungsvoller Umgang, genau hinzuschauen, welche Kontakte einem Hund wirklich guttun und welche eben nicht.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
7. Juni 13:17
Das mag für manche Hunde zutreffen, aber leider gibt es auch die andere Seite. Unser Hund wurde in einer Hundeschule mit vielen anderen Hunden einfach zum "freien Spielen" auf eine Fläche gelassen. Mehrere Hunde sind sofort auf sie zugestürmt. Für die Trainer war das angeblich normale hündische Kommunikation und wichtig für die Entwicklung. Das Ergebnis war leider das Gegenteil. Diese Erfahrung hat sich bei unserem Hund nachhaltig negativ verknüpft und wir arbeiten bis heute daran. Sie hat Hundekontakte, sie kennt und mag ihre festen Hundefreunde, aber fremde Hunde betrachtet sie seitdem deutlich kritischer. Deshalb halte ich es für zu einfach, jede Interaktion zwischen Hunden als wertvoll zu bezeichnen. Nicht jeder Hund profitiert davon, und nicht jede hündische Kommunikation ist automatisch eine gute Lernerfahrung. Gerade unsichere Hunde können durch solche Situationen langfristig Probleme entwickeln. Für mich bedeutet verantwortungsvoller Umgang, genau hinzuschauen, welche Kontakte einem Hund wirklich guttun und welche eben nicht.
Natürlich ist es nicht wertvoll, lauter wild zusammen gewürfelte Hunde auf ein eingezäuntes Gelände zu sperren und zu schauen, was passiert. Ich rede von Hundebegegnungen, in denen es vielleicht mal lauter wird und Hundebesitzer da so ein Ding draus machen, dass der Hund danach vor allen anderen Hunden "beschützt" wird und somit völlig verlernt oder gar nicht erst lernen kann, mit Hunden umzugehen.
Selbstverständlich gibt es schlimme Begegnungen und auch Hundeschulen,die von innerartlichem Verhalten wenig bis keine Ahnung haben und dann solche Treffs, wie das von dem du berichtest, veranstalten, aber meiner Erfahrung nach sind es in der alltäglichen Hundebegegnung eher die Menschen, die es schlimm finden, falsch einordnen und damit das innerartlich soziale Leben für ihren Hund beenden.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lotta
7. Juni 15:00
Natürlich ist es nicht wertvoll, lauter wild zusammen gewürfelte Hunde auf ein eingezäuntes Gelände zu sperren und zu schauen, was passiert. Ich rede von Hundebegegnungen, in denen es vielleicht mal lauter wird und Hundebesitzer da so ein Ding draus machen, dass der Hund danach vor allen anderen Hunden "beschützt" wird und somit völlig verlernt oder gar nicht erst lernen kann, mit Hunden umzugehen. Selbstverständlich gibt es schlimme Begegnungen und auch Hundeschulen,die von innerartlichem Verhalten wenig bis keine Ahnung haben und dann solche Treffs, wie das von dem du berichtest, veranstalten, aber meiner Erfahrung nach sind es in der alltäglichen Hundebegegnung eher die Menschen, die es schlimm finden, falsch einordnen und damit das innerartlich soziale Leben für ihren Hund beenden.
Natürlich sollte man nicht jede etwas lautere Hundebegegnung dramatisieren. Hunde dürfen kommunizieren, Grenzen setzen und auch mal deutlich werden. Aber genauso falsch finde ich die Aussage, dass es meist nur die Menschen sind, die etwas falsch einordnen.

Es gibt durchaus Hunde, die durch schlechte Erfahrungen nachhaltig geprägt wurden. Nicht jeder Hund verarbeitet unangenehme Begegnungen einfach und macht danach weiter wie bisher. Manche werden unsicherer, manche entwickeln Angst und manche gehen später selbst nach vorne. Das ist kein menschliches Missverständnis, sondern kann eine reale Folge negativer Erfahrungen sein.

Genau deshalb ist für mich der entscheidende Punkt, den eigenen Hund lesen zu können. Unsere Hündin zeigt sehr klar und früh, wenn ihr ein anderer Hund zu aufdringlich wird oder sie keinen Kontakt möchte. Dafür muss es gar nicht erst laut werden. Sie kommuniziert das über ihre Körpersprache lange bevor es zu einem Knurren oder anderen deutlichen Signalen kommt. Wer seinen Hund wirklich kennt, erkennt diese Signale und respektiert sie.

Nicht jeder Hund möchte mit jedem fremden Hund Kontakt haben, und das ist völlig in Ordnung. Sozialverhalten bedeutet nicht, alles über sich ergehen zu lassen oder jeden Kontakt ertragen zu müssen. Es bedeutet auch, Grenzen setzen zu dürfen und dass diese respektiert werden.

Deshalb sollte man immer den einzelnen Hund betrachten. Ja, es gibt Menschen, die ihren Hund überbehüten. Es gibt aber genauso Hunde, die gute Gründe haben, warum ihre Halter Begegnungen sorgfältig managen. Das als bloße Fehlinterpretation der Menschen abzutun, wird der Realität vieler Hunde nicht gerecht. Am Ende sollte nicht der Mensch für seinen Hund entscheiden, dass er jeden Kontakt aushalten muss, sondern der Hund sollte durch sein Verhalten zeigen dürfen, was für ihn in Ordnung ist und was nicht. Unsere Aufgabe ist es, diese Signale wahrzunehmen und rechtzeitig darauf zu reagieren.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
7. Juni 15:45
Natürlich sollte man nicht jede etwas lautere Hundebegegnung dramatisieren. Hunde dürfen kommunizieren, Grenzen setzen und auch mal deutlich werden. Aber genauso falsch finde ich die Aussage, dass es meist nur die Menschen sind, die etwas falsch einordnen. Es gibt durchaus Hunde, die durch schlechte Erfahrungen nachhaltig geprägt wurden. Nicht jeder Hund verarbeitet unangenehme Begegnungen einfach und macht danach weiter wie bisher. Manche werden unsicherer, manche entwickeln Angst und manche gehen später selbst nach vorne. Das ist kein menschliches Missverständnis, sondern kann eine reale Folge negativer Erfahrungen sein. Genau deshalb ist für mich der entscheidende Punkt, den eigenen Hund lesen zu können. Unsere Hündin zeigt sehr klar und früh, wenn ihr ein anderer Hund zu aufdringlich wird oder sie keinen Kontakt möchte. Dafür muss es gar nicht erst laut werden. Sie kommuniziert das über ihre Körpersprache lange bevor es zu einem Knurren oder anderen deutlichen Signalen kommt. Wer seinen Hund wirklich kennt, erkennt diese Signale und respektiert sie. Nicht jeder Hund möchte mit jedem fremden Hund Kontakt haben, und das ist völlig in Ordnung. Sozialverhalten bedeutet nicht, alles über sich ergehen zu lassen oder jeden Kontakt ertragen zu müssen. Es bedeutet auch, Grenzen setzen zu dürfen und dass diese respektiert werden. Deshalb sollte man immer den einzelnen Hund betrachten. Ja, es gibt Menschen, die ihren Hund überbehüten. Es gibt aber genauso Hunde, die gute Gründe haben, warum ihre Halter Begegnungen sorgfältig managen. Das als bloße Fehlinterpretation der Menschen abzutun, wird der Realität vieler Hunde nicht gerecht. Am Ende sollte nicht der Mensch für seinen Hund entscheiden, dass er jeden Kontakt aushalten muss, sondern der Hund sollte durch sein Verhalten zeigen dürfen, was für ihn in Ordnung ist und was nicht. Unsere Aufgabe ist es, diese Signale wahrzunehmen und rechtzeitig darauf zu reagieren.
Nichts von dem, was ich geschrieben habe, schließt das aus, was du geschrieben hast und umgekehrt.
Und trotzdem beunruhigt es mich, dass so viele Menschen Hunde nicht lesen können/innerartliches Verhalten menschlich beurteilen und einordnen und aus Bagatellen Dramen machen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Arinka
7. Juni 16:20
Mein aktueller Hund lebt wie meine Hunde vor 40 Jahren.
Er funktioniert nicht, er könnte nicht in der Stadt gehalten werden, er muss sich nicht mit allem und jedem vertragen, er bekommt Jagdersatz statt Antijagdtraining, er muss nicht mit in Restaurants oder Urlaub oder öffentliche Verkehrsmittel...
Er bewacht sein Grundstück, zieht mal mehr mal weniger an der Leine, gräbt Löcher im Garten, bellt aus Übermut, schlitzt mal kurz aus wenn es blöd läuft...
Wir sind glücklich, so wie es ist.