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Svenja
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heute 08:33

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Kerstin
heute 07:18
Hallo Kerstin, ich gebe normalerweise keine Tipps weil ich das immer schwierig finde. Aber nach deiner Schilderung sieht es mir doch nach einer leichten Schieflage aus. Ich denke er fordert sehr viel Aufmerksamkeit ein und er entscheidet sozusagen was wann gemacht wird. Ich würde ihm keine Befehle erteilen die er nicht befolgt sondern vielleicht einfach die Küchentür schließen dass er nicht rein kann. Ansonsten würde ich entscheiden wann er Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit bekommt. Wenn er zu dir kommt ignorierst du ihn damit er nicht entscheiden kann was gemacht wird. Zwischendurch könntest du dich auf den Boden setzen ihn zu dir rufen und du machst etwas mit ihm. Das beendest du und nicht er dann irgendwann. Zunächst würde ich ihm wahrscheinlich auch nicht erlauben auf das Sofa zu kommen sondern ich würde darauf bestehen dass er sich in die Nähe auf den Boden legt. Ich glaube er es einfach überfordert in seiner Position und entscheidet und das ist nicht erfreulich. Ich meine auch nicht dass du ihn komplett ignorieren sollst das halte ich für wenig sinnvoll sondern dass du entscheidest wann es Streicheleinheiten gibt oder auch Spieleinheiten. Ich denke er braucht einen klaren Rahmen in dem er sich bewegen darf. Z.B dürfen meine Hunde zwar aufs Sofa aber wenn Besuch kommt und jemand sich dort hinsetzen möchte haben sie das Sofa umgehend zu verlassen. Auf jeden Fall würde ich dir wirklich einen Trainer empfehlen und dann Terrier sind so klein sie auch sein mögen nicht ganz ohne.
Hallo Carola, Ganz ganz lieben Dank für deine Tipps...ich werde versuchen alles mal so umzusetzen...du liegst mit seiner Einschätzung genau richtig er fordert sehr viel ein ....
 
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Carola
heute 07:52
Hallo Carola, Ganz ganz lieben Dank für deine Tipps...ich werde versuchen alles mal so umzusetzen...du liegst mit seiner Einschätzung genau richtig er fordert sehr viel ein ....
In Bezug auf die Box ist mir noch etwas eingefallen:
Ich würde dem Hund es überlassen in die Box zu gehen oder nicht.
Heißt: nicht reinschicken und auch nicht rausholen sondern ihn komplett ignorieren wenn er in der Box ist also weder ansprechen noch im sonst irgendwelche Aufmerksamkeit geben. Es könnte ja rein zufällig irgendetwas leckeres in der Box liegen wenn er dort hinein geht.
Ich empfinde es als übergriffig den Hund aus seiner Box gegen seinen Willen herauszuholen. Und von daher würde ich es eben ihm selbst überlassen damit er das als seine persönliche Oase betrachten kann.
Wenn er dann gemerkt hat dass nicht er die Musik bestimmt wird er auch freiwillig aus der Box herauskommen wenn du im signalisierst dass ihr jetzt nach draußen geht.
Das alles wird sich nicht von jetzt auf gleich ändern aber mit Geduld und Eindeutigkeit wird es funktionieren.
 
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Kerstin
heute 08:06
In Bezug auf die Box ist mir noch etwas eingefallen: Ich würde dem Hund es überlassen in die Box zu gehen oder nicht. Heißt: nicht reinschicken und auch nicht rausholen sondern ihn komplett ignorieren wenn er in der Box ist also weder ansprechen noch im sonst irgendwelche Aufmerksamkeit geben. Es könnte ja rein zufällig irgendetwas leckeres in der Box liegen wenn er dort hinein geht. Ich empfinde es als übergriffig den Hund aus seiner Box gegen seinen Willen herauszuholen. Und von daher würde ich es eben ihm selbst überlassen damit er das als seine persönliche Oase betrachten kann. Wenn er dann gemerkt hat dass nicht er die Musik bestimmt wird er auch freiwillig aus der Box herauskommen wenn du im signalisierst dass ihr jetzt nach draußen geht. Das alles wird sich nicht von jetzt auf gleich ändern aber mit Geduld und Eindeutigkeit wird es funktionieren.
Auch dafür herzlichen Dank..aber die box ist nicht das Thema die steht im SZ und da geht er dann wenn wir abends von unten alleine rein ...und auch dann früh wieder raus ...es ist das Körbchen im WZ abends bevor wir zu Bett gehen wo er nicht raus will zum pipi machdn
 
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Carola
heute 08:09
Auch dafür herzlichen Dank..aber die box ist nicht das Thema die steht im SZ und da geht er dann wenn wir abends von unten alleine rein ...und auch dann früh wieder raus ...es ist das Körbchen im WZ abends bevor wir zu Bett gehen wo er nicht raus will zum pipi machdn
Aus meiner Sicht gilt im Prinzip das gleiche für das Körbchen wie für die Box. Er wird bei Klarheit und Eindeutigkeit lernen was angesagt ist.
Du könntest ihn auch zum Pipi machen mit einem besonders attraktiven Leckerli aus dem Körbchen locken oder du gehst einfach zur Tür, nimmst die Leine und gehst raus. Vermutlich wird er in Sekundenschnelle hinter der Tür stehen.
 
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Kerstin
heute 08:33
Aus meiner Sicht gilt im Prinzip das gleiche für das Körbchen wie für die Box. Er wird bei Klarheit und Eindeutigkeit lernen was angesagt ist. Du könntest ihn auch zum Pipi machen mit einem besonders attraktiven Leckerli aus dem Körbchen locken oder du gehst einfach zur Tür, nimmst die Leine und gehst raus. Vermutlich wird er in Sekundenschnelle hinter der Tür stehen.
Ja ich glaube ich muss eindeutiger werden ...