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Jörg
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 14
zuletzt 20. März

Negatives verhalten.

Welche unarten haben sich eure Hunde im Laufe der Zeit und im Kontakt mit anderen Hunden und Menschen so angewöhnt und wie seit ihr damit umgegangen bzw. Wie habt ihre dieses Verhalten dan wieder in den Griff bekommen. Es gibt da ja schon so verschiedene dinge. In andere Hunde rein rennen Fixieren Jagen Andere Hunde oder Menschen aus bellen. Löcher Buddeln Pöbeln am Zaun Extreme Aufregung Am Menschen Hochspringen Es gibt bestimmt noch mehr dinge. Wo habt ihr denn Verdacht das dieses Verhalten durch abschauen entstanden ist?
 
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SandrA
Beliebteste Antwort
19. März 08:18
Ich finde das Thema total spannend, weil ich solche „Grauzonen“ durchaus kenne.☺️

Neo zB zeigt bei engen Hundebegegnungen ein Verhalten, das ich schon als störend empfinde, sehe gleichzeitig aber auch, dass es für ihn offenbar eine wichtige Funktion erfüllt.

Er geht neben mir, grundsätzlich orientiert, aber sobald es räumlich eng wird, duckt er sich ab und fixiert das Gegenüber. Dabei „schleicht“ er weiter neben mir her. Und das führt dann oft dazu, dass der andere Hund entweder hochgeht oder stark ausweicht, was die Situation natürlich nicht unbedingt entspannter macht.

Ich bin mir heute sicher, dass das kein „Ungehorsam“ ist, sondern seine Art, mit der Situation klarzukommen.

Was ich für mich ehrlich gesagt schwierig finde ist das Timing. Ich schaffe es offenbar in diesen Situationen (noch) nicht, ihn so früh und so klar zu unterstützen, dass er dieses Verhalten gar nicht erst braucht. Manchmal gelingt es mir, aber manchmal eben auch nicht.

Und dann ist dieses Abducken für ihn offensichtlich die Strategie, die ihm noch am meisten Sicherheit gibt.

Was ich ihm (bzw. uns) zugutehalte ist, dass er auf diese Weise tatsächlich an Hunden vorbeigehen kann, ohne komplett zu eskalieren - das war mal anders. Aber er ist dabei sehr angespannt und da bin ich noch nicht zufrieden mit dem Ergebnis - eben weil ich nicht das Gefühl habe, dass ich ihn in diesen Momenten schon so gut begleite, dass er sich wirklich entspannen kann.

Für mich ist das allerdings weniger ein „der Hund muss das lassen“, sondern eher ein „ich verfüge da noch nicht über die passende Unterstützung im richtigen Moment“.
Anstatt Verhalten „nur zu bewerten“ ist es mir heute wichtig danach zu fragen, warum es für den Hund aktuell die beste verfügbare Lösung zu sein scheint.
 
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SandrA
19. März 08:18
Ich finde das Thema total spannend, weil ich solche „Grauzonen“ durchaus kenne.☺️

Neo zB zeigt bei engen Hundebegegnungen ein Verhalten, das ich schon als störend empfinde, sehe gleichzeitig aber auch, dass es für ihn offenbar eine wichtige Funktion erfüllt.

Er geht neben mir, grundsätzlich orientiert, aber sobald es räumlich eng wird, duckt er sich ab und fixiert das Gegenüber. Dabei „schleicht“ er weiter neben mir her. Und das führt dann oft dazu, dass der andere Hund entweder hochgeht oder stark ausweicht, was die Situation natürlich nicht unbedingt entspannter macht.

Ich bin mir heute sicher, dass das kein „Ungehorsam“ ist, sondern seine Art, mit der Situation klarzukommen.

Was ich für mich ehrlich gesagt schwierig finde ist das Timing. Ich schaffe es offenbar in diesen Situationen (noch) nicht, ihn so früh und so klar zu unterstützen, dass er dieses Verhalten gar nicht erst braucht. Manchmal gelingt es mir, aber manchmal eben auch nicht.

Und dann ist dieses Abducken für ihn offensichtlich die Strategie, die ihm noch am meisten Sicherheit gibt.

Was ich ihm (bzw. uns) zugutehalte ist, dass er auf diese Weise tatsächlich an Hunden vorbeigehen kann, ohne komplett zu eskalieren - das war mal anders. Aber er ist dabei sehr angespannt und da bin ich noch nicht zufrieden mit dem Ergebnis - eben weil ich nicht das Gefühl habe, dass ich ihn in diesen Momenten schon so gut begleite, dass er sich wirklich entspannen kann.

Für mich ist das allerdings weniger ein „der Hund muss das lassen“, sondern eher ein „ich verfüge da noch nicht über die passende Unterstützung im richtigen Moment“.
Anstatt Verhalten „nur zu bewerten“ ist es mir heute wichtig danach zu fragen, warum es für den Hund aktuell die beste verfügbare Lösung zu sein scheint.
 
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Ilona
19. März 09:22
Was für uns ein negatives Verhalten ist, ist es ja noch lange nicht für den Hund. Zb. Jagen. Da lasse ich tatsächlich einige Bestandteile davon zu, bzw. Wir machen das gemeinsam. Gemeinsam Spuren nach gehen, gemeinsam etwas belauern....das habe ich tatsächlich durch Yuna gelernt, weil die das total gerne macht. So darf sie ein Teil ausleben, der für sie wichtig ist.
Was für mich schwierig ist, wenn sie durch Krankheit etc reaktiver wird und dann in der Leine steht. Letztens wollte sie einen Rollerfahrer anspringen. Das sind dann die Momente wo ich dann bei ihr nochmal genauer schaue, ob sie irgendwo Schmerzen hat oder so.
Manche Dinge trainiere ich nicht explizit. Sie ist an neuen Orten aufgeregt. Das weiss ich und hab dann so Tricks und Kniffe um sie etwas herunter zu fahren. Ich denke das wird bei ihr immer so sein, dafür fahre ich einfach zuwenig neue Orte an. Damit lebe ich dann...für uns ist es so, das nicht alles immer wegtrainiert wird. Zb Bellen im Garten. Das darf sie durchaus. Mittlerweile hören wir heraus,ob eine Katze angebellt wird, der Fuchs getade da war oder jemand am Zaun lang läuft. Für uns o.k solange es nicht überhand nimmt.
 
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Karin
19. März 09:39
Es gibt einfach Dinge die für Hunde ganz normal sind.
Sei es sich in irgendwas zu wälzen, nach Mäuse buddeln, Wild hinterher jagen ....oder was auch immer. Das dies nicht unbedingt Sachen sind die der Mensch toll findet ist ja wohl mal klar. 😉
Ich finde es wichtig zu erkennen warum mein Hund das macht und was mich daran stört. Zum Beispiel darf mein Hund sich wälzen allerdings nicht unbedingt in Gülle...🤢. Wir haben ein Abbruchsignal was meistens gut funktioniert. Es kommt da natürlich auf die Wichtigkeit des Reizes an .
Ich halte mich für sehr Kompromissbereit und so halte ich es auch bei Roxy. Sie ist und bleibt 🤔🤣 ein Hund und darf auch mit wenigen Grenzen so leben.
Sie darf z.b. buddeln was ja für viele ein absolutes Nogo ist. Ich bin da allerdings in der Nähe und wenn ich erkenne das sie sich zu sehr rein steigert, meistens ist die Maus dann nicht mehr weit entfernt, rufe ich sie da weg. Ich mache mir da auch nix vor. Ich weiß das ich der Maus sicherlich damit keinen Gefallen tue, mein Hund zuhause genug zu fressen hat ...aber es ist halt ein Tier mit anderen Bedürfnissen. 🤷‍♀️
 
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Katja
19. März 10:09
Es gibt einfach Dinge die für Hunde ganz normal sind. Sei es sich in irgendwas zu wälzen, nach Mäuse buddeln, Wild hinterher jagen ....oder was auch immer. Das dies nicht unbedingt Sachen sind die der Mensch toll findet ist ja wohl mal klar. 😉 Ich finde es wichtig zu erkennen warum mein Hund das macht und was mich daran stört. Zum Beispiel darf mein Hund sich wälzen allerdings nicht unbedingt in Gülle...🤢. Wir haben ein Abbruchsignal was meistens gut funktioniert. Es kommt da natürlich auf die Wichtigkeit des Reizes an . Ich halte mich für sehr Kompromissbereit und so halte ich es auch bei Roxy. Sie ist und bleibt 🤔🤣 ein Hund und darf auch mit wenigen Grenzen so leben. Sie darf z.b. buddeln was ja für viele ein absolutes Nogo ist. Ich bin da allerdings in der Nähe und wenn ich erkenne das sie sich zu sehr rein steigert, meistens ist die Maus dann nicht mehr weit entfernt, rufe ich sie da weg. Ich mache mir da auch nix vor. Ich weiß das ich der Maus sicherlich damit keinen Gefallen tue, mein Hund zuhause genug zu fressen hat ...aber es ist halt ein Tier mit anderen Bedürfnissen. 🤷‍♀️
Hauptsache, du machst das Loch wieder zu. Ich bin schon öfter in ein Loch getreten und umgeknickt 🙁.
 
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Marion
19. März 10:58
Da gab's mehreres.
Mit damals 7 Monaten hat mein Collie super toll kommuniziert.
Wurde dann zu einem "Spiel" mit einer sehr wilden und distanzlosen Hündin gedrängt. Wurde von der Gruppe abgehalten zu unterbrechen, da ich überreagieren würde. Mein Hund wurde verprügelt und lernte, dass auf-den-Rücken-drehen das einzig Wahre ist. Hat ab da jeden Hund bei kleinsten Unannehmlichkeiten ohne andere Signale auf den Rücken gedreht. Mehrere Spielerunden mit souveränen/sozialisierten Hunden haben es richten können. Kam da auch zu keinen Zwischenfällen (auf-Rücken-drehen), er hat sich das Positive überaus bereitwillig abgeschaut. Und natürlich gab es da bis heute wiederkehrende Diskussionen mit dieser Gruppe, weil ich standhaft jedes "Spiel" verweigerte.

Speziell zum Abschauen:
Mein Hund hatte nie Probleme mit dem Gartenzaun. War mit Eltern im Urlaub im Bungalow. Deren Hund lief morgens bis abends wie ein Polizist den Zaun entlang und beim Pöbeln kam der zweite hinzu. Lolli mit Argusaugen abgeschaut und wollte mit Feuereifer helfen, sodass dann ich von morgens bis abends meinen Hund im Blick haben und für richtiges Verhalten belohnen musste. Da keine Einsicht bestand, war die Lösung: keine gemeinsamen Urlaube mehr. Die Wachsamkeit am Zaun hält im Übrigen bis heute an, bin das Pöbeln Dank Training aber wieder losgeworden.
 
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Celine
19. März 12:54
Meine Hunde sind im festen Rudel Mitläufer..geht einer nach vorne oder bellt, dann steigen meine gerne mit ein (ohne Attacke).
Aber nach einem Abbruchsignal ist Ruhe.
Das passiert aber zum Glück nicht oft. 😄
 
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Arinka
19. März 16:16
Die genannten Punkte sind keine "Unarten", sondern für Hunde ganz normales Verhalten.
 
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Carola
19. März 16:28
Alle diese Dinge konnten meine Hunde von ganz alleine weil Hunde so etwas eben tun. Hier ist es dann eine Frage der Erziehung ob man pöbeln am Zaun eindämmt, jagen unter Kontrolle bringt oder das Anspringen.
Was mein Hund eins allerdings tatsächlich gelernt hat von einem anderen Hund dass ist der Bulldoggen Body check, das machen Spitze eigentlich nicht aber meine hat das von ihrem Kumpel Hund gelernt mit dem sie groß geworden ist und das ist halt eine Bulldogge.
 
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Marianne
19. März 16:51
Tolles Thema 😂.
Meine Asta hat sich angewöhnt bei Spaziergängen mit einer Freundin nach Leckerlis zu betteln.
Erst läuft sie mit Blickkontakt bei Fuß, dann wurde gegen die Hand gestoßen, wenn das nichts gebracht hat, hat Asta meine Freundin geblockt.
Spätestens dann gab es ein Leckerli.
Ich sah es nicht als Unart, Sie hat es nur bei der einen Freundin gemacht, Sie hat auch immer für Asta extra tolle Leckerlis besorgt.
 
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Kirsten
19. März 23:19
Wenn ich so überlege, tut meine Hündin die meisten Dinge aus sich heraus zu eigenen Zwecken.

Hin und wieder probiert sie neue Dinge aus, die andere Hunde sehr leidenschaftlich tun. Herzhaft lachen musste ich, als sie unbedingt ein Schlammbad nehmen musste, weil die Hundekumpeline das so sehr zelebriert hat, das es ansteckend schien. Der Gedanke, dass sie ein Schlammbad zum Genuss nehmen könnte, ist für ihre Verhältnisse eher absurd und hat wohl auch nicht die erhofften Gefühle bereitet 😄
Wäre aber auch kein Drama gewesen (:

Die meisten Dinge, die andere Hunde so tun, werden hier (nach optionaler Testphase) nicht behalten.

Ein Hundekumpel von ihr, ein Border Collie, hat die Angewohnheit nach aufregenden Situationen auf seine ureigene Art kurz bei seinen Leuten oder „seiner Mira“ zu checken, ob es alle gut überstanden haben. Kein negatives Verhalten, im Gegenteil, aber an der Stelle ist mir aufgefallen, dass Mira das Verhalten ab und an zeitnah nach manchen Treffen auch zeigt, auch wenn es sich nicht dauerhaft zu etablieren scheint.