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Nana
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 8
heute 13:59

Junghund Probleme und Erfahrungen?

Mila ist jetzt bald 8 Monate alt und wir sins mitten in der Pubertät. Es ist so furchtbar. Frust an der Leine, wenn ein anderer Hund vorbeigeht und nicht hindarf, Impulskontrolle quasi gar nicht vorhanden, Grenzen des anderen Hundes ignorieren und nicht in Ruhe lassen, andere Wohnungen sind mega geil zum beschnüffeln und erkunden, in Rage bellen, anspringen, wenn ein Bote an der Tür steht etc... Obwohl ich weiß, dass das Teil der Phase ist, frage ich mich ob die Chance besteht, dass sie mal ein richtig ausgegeglichener Hund wird? Ich hatte schon dir Hundetrainerin aus dem Welpenkurs bei mir zuhause damit ich das alles richtig angehe. Manchmal klappts, öfter klappts eher nicht mit dem Umlenken und Positivieren, weil gerade selektives Hören und so 🫠. Ich bin allein mit dem Hund und gerade am tiefsten Tiefpunkt meines Gemüts. Ich will sie nicht einmal für 1-2 Tage einer Freundin geben, damit ich mir wieder Kraft zurückholen/tanken kann, weil sie mir aktuell ultra peinlich ist 🙈. Ich glaube ich brauche ein wenig Hoffnung und gute Erfahrungsberichte von Hundehaltern die genau das gleiche durch hatten und nun einen ausgegelichenen Hund haben, weil aktuell wirkt das alles so hoffnungslos. Mila hat tatsächlich auch nicht so einfache Rassen in sich: kroatischer Schäferhund, Deutscher Jagdterrier, alpenländische Dachsbracke und Griffon Nivernais und minimal noch Shih Tzu und Pekinese (aber anscheinend nur die Größe und der süße Kopf). Also haut mal raus eure Erfahrungen und vin auch offen für Tipps wie ihr damit umgegangen seid, sowohl mit Hund als auch mit euch selbst.
 
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The In
Beliebteste Antwort
heute 11:55
Aus eigener Erfahrung ist das wichtigste tatsächlich folgendes:
1. Atmen
Das mein ich ernst, immer erstmal tief durchatmen. Den Frust wegatmen, sich durch schwierige Phasen atmen, bewusst gute Momente atmen. Atmen 😉
2. Drauf scheißen was andere denken. Dein Hund muss dir nicht peinlich sein, weil du der Welt und niemandem darin "unpeinliches" Verhalten schuldest. Entweder Leute verstehen eh was du durch machst mit einem Pubertier, oder eben nicht. Willst du Leute beeindrucken die mit ihrem abgestumpftem Waldi in der Handtasche vorbeigehen, oder gar solche die noch nie einen Hund hatten, und sich aber für Experten halten? Ebent!
3. Fehler verzeihen. Dir und ihr. Sie passieren, sie werden wieder passieren. Dieser Druck der insbesondere online gerne aufgebaut wird, alles nicht nur richtig, sondern vor allem richtig beim ersten Mal, von Anfang an, und immer gleich zu machen, ist unsinnig. Es gibt nicht die eine goldene Methode oder Strategie, die bei jedem Hund gleich funktioniert. Das kann ich dir mit dem mittlerweile 7. Hund mit dem ich im Leben zusammenlebe garantieren!

Nimm dir Zeit einmal zu visualisieren, wie du euer Zusammenleben möchtest. Dann priorisiere, was ist das aktuell wichtigste. Und wo kannst du persönlich ehrlich drauf verzichten, nur weil andere es so machen oder wollen.
Und dann Brust raus, Kopf nach vorn, tief durchatmen und ganz fest dran denken: JEDE Pubertät geht vorbei.
Und jetzt den letzten Satz nochmal lesen 😉
Alles Gute, du schaffst das 🙂
 
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The In
heute 11:55
Aus eigener Erfahrung ist das wichtigste tatsächlich folgendes:
1. Atmen
Das mein ich ernst, immer erstmal tief durchatmen. Den Frust wegatmen, sich durch schwierige Phasen atmen, bewusst gute Momente atmen. Atmen 😉
2. Drauf scheißen was andere denken. Dein Hund muss dir nicht peinlich sein, weil du der Welt und niemandem darin "unpeinliches" Verhalten schuldest. Entweder Leute verstehen eh was du durch machst mit einem Pubertier, oder eben nicht. Willst du Leute beeindrucken die mit ihrem abgestumpftem Waldi in der Handtasche vorbeigehen, oder gar solche die noch nie einen Hund hatten, und sich aber für Experten halten? Ebent!
3. Fehler verzeihen. Dir und ihr. Sie passieren, sie werden wieder passieren. Dieser Druck der insbesondere online gerne aufgebaut wird, alles nicht nur richtig, sondern vor allem richtig beim ersten Mal, von Anfang an, und immer gleich zu machen, ist unsinnig. Es gibt nicht die eine goldene Methode oder Strategie, die bei jedem Hund gleich funktioniert. Das kann ich dir mit dem mittlerweile 7. Hund mit dem ich im Leben zusammenlebe garantieren!

Nimm dir Zeit einmal zu visualisieren, wie du euer Zusammenleben möchtest. Dann priorisiere, was ist das aktuell wichtigste. Und wo kannst du persönlich ehrlich drauf verzichten, nur weil andere es so machen oder wollen.
Und dann Brust raus, Kopf nach vorn, tief durchatmen und ganz fest dran denken: JEDE Pubertät geht vorbei.
Und jetzt den letzten Satz nochmal lesen 😉
Alles Gute, du schaffst das 🙂
 
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Stephanie
heute 11:56
Ich hab ein 19 Monate altes Pubertier hier und kann dich echt verstehen - die Pubertät ist einfach Kacke 😅
Bis Nola 11 Monate alt war, lief alles wirklich perfekt. Ich muss aber auch dazu sagen, dass sie nicht mein erster Hund ist, ich eine Hundetrainerausbildung hinter mir habe und dachte, wenn ich gerade im ersten Jahr viel investiere, dass ich dann ggf. um die Pubertätsprobleme herumkomme. Jokes on me - i did not 😂 Dann kam der erste wirkliche Hormonschub in der Scheinschwangerschaft und es war einfach der absolute Horror. Es wurde ALLES massiv verbellt. Mit alles meine ich alles. Bekannte Menschen, Kinder, Mülleimer, andere Hunde, Bäume… you name it 😅
Nola ist eine Hündin, die massiv auf ihre Hormonschwankungen reagiert (einsetzen der Läufigkeiten, Scheinschwangerschaften) und dann wirklich erstmal ein paar Wochen braucht um sich zu akklimatisieren. Aktuell sind wir in der Pubertätsphase „Viel Energie - ganz wenig Hirn“ 😅 und das ist wirklich anstrengend, da ich bei ihr wirklich konsequent an meinen Regeln festhalten muss und es sich phasenweise so anfühlt als wäre ein Gespräch mit einem Baum zielführender 😅 dann gibts wieder Phasen die deutlich besser laufen und wo man dann denkt: Mensch, doch nicht alles verkackt 😅
Also, augen zu und durch und Kopf hoch! 😄
 
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Jessica
heute 12:13
Hey 👋🏼 wir haben die Pubertät gerade durchgestanden und ich kann bei ganz vielen Dingen auch noch total mitfühlen!
Während der Zeit dachte ich, ich dringe nicht zu dem Hund durch, es bringt alles nichts und ich werde mein Leben für immer total einschränken, weil er sich so daneben benimmt.
ABER: there is hope! Dem ist heute nicht mehr so 😄 wir sind ein super Team, all die Arbeit zahlt sich aus und wir haben so viel Spaß und entspannte Momente.
Wie andere hier schon gesagt haben: atmen, Blicke und Kommentare anderer Leute ignorieren und deine Linie klar weiter verfolgen und es wird besser - es erfordert nur Geduld und starke Nerven 🙈
 
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𝓜𝓲𝓷𝓪
heute 12:33
Also die Pubertät meiner 2 Rüden war auch teils Horror. "2Machos mit 2 Spatzenhirnen und Kartoffeln in den Ohren." 😅 Es fühlt sich einfach lange so an,als würde >gar nichts< fruchten. Da zweifelt man schon echt an sich selbst. Jetzt sind sie über 3Jahre und man erntet was man all die Zeit zuvor gesät hat. Man muss nur geduldig,ruhig,positiv und konsequent bleiben,auch,wenn es schwer fällt.
Das wird schon ,es dauert nur ein wenig.🍀
 
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Sonja
heute 12:43
Neben den guten Tipps von The In Spectre finde ich es wichtig, die Pubertät als gegeben hinzunehmen, mit all ihren Schwierigkeiten. Ein pubertierender Hund ist nicht plötzlich Dein Gegner. Er ist in einer für ihn sehr schwierigen Phase, und er braucht Deine Hilfe, um da möglichst gut durch zu kommen.

Ein Pubertier macht selten Fehler. Der Fehler liegt oft bei Haltern, die zu viel erwarten. Ein Pubertier widersetzt sich nicht aus Trotz, er folgt nicht, weil er es nicht kann. Der pubertierende Hund kann auf vieles, das er gelernt hat aus biologischen Gründen nicht zugreifen, und lernen fällt ihm schwer. Da kann er nichts für.
Wenn ein Hund ein Bein gebrochen hat, würde niemand von ihm verlangen, einen Agility-Parcours zu laufen, nur weil er das bisher konnte. Aber ein Hund, dessen Hormone erkennbar verrückt spielen, soll genauso weiter funktionieren wie bisher.

Pubertät bedeutet, wieder mehr Management, teilweise neu lernen, auf jeden Fall Rückschritte. Pubertät bedeutet auch erwachsen, also selbstständig werden, sich ausprobieren, nicht mehr auf andere hören, andere in Frage stellen. Das gehört alles dazu.
Für manche Dinge muss man sich was Neues einfallen lassen, um den Hund zu motivieren. Was der Hund in der Pubertät lernt, hat dafür aber Bestand.

Wenn man das alles als ganz natürliche Entwicklung akzeptiert, die jeder, wirklich jeder Hund durchläuft, und sich darauf konzentriert, was gut läuft, und dass man Spaß zusammen hat, kommt man gut durch diese Zeit.
Denk immer dran, Dir geht es schlecht damit, weil Dir die Auswirkungen peinlich sind. Deinem Hund geht es viel schlechter, denn er steckt mitten drin im hormonell bedingten Gefühlschaos mit Matsch im Gehirn. Hilf ihm da durch, das schweißt zusammen.
 
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Sebbi
heute 12:55
Das klingt nach einer intensiv ausgelebten Pubertät.👍🏼

Bei meinem Beagle war das auch so heftig. Er war zum 🤮!

Mein Standardsatz seinerzeit:
Jeder Hund hat irgendein Problem. Unser Beagle Felix hat alle Probleme in sich vereint!

Sebbi ist genau das Gegenteil. Ich kann gar nicht sagen, wann die Pubertät bei ihm begonnen hat.
Man sagte mir das Gleiche wie bei Felix: Wenn er mit Bein pinkelt, ist er dabei.
Ab und zu war „kein Anschluss unter dieser Nummer“, aber ansonsten war er absolut unauffällig.

Ich frage mich schon die ganze Zeit, woran ich merken soll, wenn er mit der Phase durch ist.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich schon in der Welpenzeit primär Ruhe mit ihm trainiert habe.
Denn im Gegensatz zu den Rasseporträts und den ganzen „Um Gottes Willen, ein Border Collie! Mit dem musst du aber viel machen!“-Klischees, wurde ich von erfahrenen Haltern explizit davor gewarnt, dem Glauben zu schenken und es zu übertreiben.

Durch die Bank alle haben mir die „Ruhe-Predigt“ gehalten.
 
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Lisa-Eileen
heute 13:57
Bei mir war vieles tatsächlich nur so schlimm wegen Anfängerfehlern.
Teils bin ich jetzt mit 4 Jahren immernoch am Feinschliff bei manchem, aber im großen und ganzen kann ich sagen das man sehr gut sieht wovor ich mich anfangs gedrückt habe und was wir wirklich trainiert haben.
Aber im großen und ganzen ist er ein super Hund geworden.
In der Zeit ists auch sehr wichtig nicht immer nur ans Training und was man doch alles muss zu denken sondern auch auf sich selbst zu achten was man grade braucht oder eben auch selfcare zu betreiben.
Auch viel an sich selbst arbeiten wo die eigenen Schwachstellen sind weshalb man mit der und der Sache bei dem Hund vielleicht grad voll die Probleme hat.
Ich bin zb auch sehr schnell frustig wenns net so läuft wie es soll (da geben wir uns beide nix) und da wars zb auch wichtig zu üben mich selbst zu regulieren wenn so Situationen aufkamen, oft ist man da so in sich selbst gefangen und denkt garnicht dran in der Situation.
Das hat mir dann sehr geholfen da an mir zu arbeiten und das hat dann eben auch Rocket geholfen.
Wenn man merkt das beide grad so garnicht den Kopf haben und/ oder man nurnoch im Gegeneinander hängt statt miteinander das man sich da dann auch rausnimmt und alle 5e grade lässt bis sich die Gemüter beruhigt haben.
So Sachen halt.
Hat ja jeder so seine eigenen Baustellen, aber vielleicht kennst du das ja auch.
Also in der Zeit auch viel gucken das du dir immer wieder etwas machst was dir gut tut, Kleinigkeiten wo du auftanken kannst statt Energie zu verbrauchen.
Egal ob mit oder ohne Hund.
Einerseits liegts halt schon vieles am Training und wie gut man von Anfang an alles schon gefestigt hat aber andererseits haut die Pubertät schon auch sehr rein, also danach sobald sie fertig war mit 3 Jahren war er wieder normal in der Birne.
Entspannter, viel besser ansprechbar usw.
 
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Birgit
heute 13:59
Es wird wieder besser werden. Durchhalten 😉

Allerdings wird aus einem so aufgeweckten Kerlchen nie eine Schlaftablette werden.
Ich warte da schon seit 5 Jahren drauf 🙈