Neben den guten Tipps von The In Spectre finde ich es wichtig, die Pubertät als gegeben hinzunehmen, mit all ihren Schwierigkeiten. Ein pubertierender Hund ist nicht plötzlich Dein Gegner. Er ist in einer für ihn sehr schwierigen Phase, und er braucht Deine Hilfe, um da möglichst gut durch zu kommen.
Ein Pubertier macht selten Fehler. Der Fehler liegt oft bei Haltern, die zu viel erwarten. Ein Pubertier widersetzt sich nicht aus Trotz, er folgt nicht, weil er es nicht kann. Der pubertierende Hund kann auf vieles, das er gelernt hat aus biologischen Gründen nicht zugreifen, und lernen fällt ihm schwer. Da kann er nichts für.
Wenn ein Hund ein Bein gebrochen hat, würde niemand von ihm verlangen, einen Agility-Parcours zu laufen, nur weil er das bisher konnte. Aber ein Hund, dessen Hormone erkennbar verrückt spielen, soll genauso weiter funktionieren wie bisher.
Pubertät bedeutet, wieder mehr Management, teilweise neu lernen, auf jeden Fall Rückschritte. Pubertät bedeutet auch erwachsen, also selbstständig werden, sich ausprobieren, nicht mehr auf andere hören, andere in Frage stellen. Das gehört alles dazu.
Für manche Dinge muss man sich was Neues einfallen lassen, um den Hund zu motivieren. Was der Hund in der Pubertät lernt, hat dafür aber Bestand.
Wenn man das alles als ganz natürliche Entwicklung akzeptiert, die jeder, wirklich jeder Hund durchläuft, und sich darauf konzentriert, was gut läuft, und dass man Spaß zusammen hat, kommt man gut durch diese Zeit.
Denk immer dran, Dir geht es schlecht damit, weil Dir die Auswirkungen peinlich sind. Deinem Hund geht es viel schlechter, denn er steckt mitten drin im hormonell bedingten Gefühlschaos mit Matsch im Gehirn. Hilf ihm da durch, das schweißt zusammen.