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Celine
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heute 18:07

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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wolf
18. Feb. 16:48
Das bezweifel ich, die glauben sicher weiterhin an einen Spielunfall oder Weckversuch. Schön wäre es wenn sie sich für die Hunde die wegen geringfügiger Beißunfälle im Heim hocken genauso ins Zeug legen würden was Vermittlung und Spenden sammeln angeht. Passiert aber nicht, stattdessen wird ein Hund der getötet hat als Unschuldslamm dargestellt.
Ja, das ist das neue Gutmenschentum der Social Media, echauffieren sich bei einem Trendthema, um davon abzulenken, daß sie sich sonst nicht einmal ansatzweise um solche Sachen kümmern. Das bereinigt das Gewissen, ist aber arg heuchlerisch.
Ich möchte wissen, wieviele von denen den Abschuss von Wölfen fordern, weil einzelne Tiere in Siedlungsnähe gesichtet wurden, oder bei jeder Messeratacke eine dunkle Hautfarbe des Täters vermuten.
 
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Katja
18. Feb. 16:53
Es ändert natürlich nichts an der Sache an sich, aber ich wäre schon froh, wenn die Presse sich an Fakten halten würde. Wenn die Bisse im Gesicht nämlich doch nicht die todesursächlichen waren, dann wäre es seitens der Familie ein leichtes gewesen das durch eine Zweitmeinung belegen zu lassen, und den (tödlichen) Halsbiss in der Öffentlichkeit völlig aussen vor zu lassen. Und dann sind nämlich wirklich alle völlig verwirrt. (Sofern die Info dieses Freundes überhaupt stimmt, natürlich)
Ob die tödliche Bissverletzung im Gesicht oder am Hals war ist für mich persönlich irrelevant, vielleicht ging ein Biss auch über Gesicht und Hals (sein Maul ist groß genug).
Wahrscheinlich waren die Bissverletzungen im Gesicht auffälliger.

Als Fakt würde ich ein Instagram Post von einem Freund des Getöteten auch nicht unbedingt annehmen.
Er sagt auch, dass der erste Biss im Hals war und danach die Bisse im Gesicht, weil Sam ihn retten wollte.
Es kann genau so gut sein, dass er zuerst im Gesicht gebissen hat und danach in den Hals.
Das würde aber natürlich nicht so gut ins Bild von dem „liebsten Hund“ passen.
 
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Celine
18. Feb. 17:04
Diese „Spiel“-Argumentation ist echt makaber. Es entwertet das Leben des Opfers, als wäre er nur „Kollateralschäden“ in einem missglückten Freizeitspaß.
Ich komme darüber einfach nicht weg.

Ich frage mich wirklich, ob diese Menschen bei der Frage „oh warum muss ihr Hund denn einen Maulkorb tragen“ echt sagen würden „naja der hat ausversehen meinen Bruder getötet“.
 
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Celine
18. Feb. 17:26
Allein schon, dass er die Spenden so privat einsammelt. Kein gofundme oder sonstiger offizieller Spendenlink..so wie er die Einnahmen jetzt einnimmt, ist es der unkontrollierteste Weg.
 
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Lena
18. Feb. 17:33
Allein schon, dass er die Spenden so privat einsammelt. Kein gofundme oder sonstiger offizieller Spendenlink..so wie er die Einnahmen jetzt einnimmt, ist es der unkontrollierteste Weg.
So kommt man einfach richtig schön an Kohle…

Und hinterher jammern die „Spendern“, dass ihr Geld futsch ist bzw. wenn denen nichts neues mehr einfällt, keine neuen Infos oder nur KI generierte kommen.
 
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wolf
18. Feb. 19:21
Diese „Spiel“-Argumentation ist echt makaber. Es entwertet das Leben des Opfers, als wäre er nur „Kollateralschäden“ in einem missglückten Freizeitspaß. Ich komme darüber einfach nicht weg. Ich frage mich wirklich, ob diese Menschen bei der Frage „oh warum muss ihr Hund denn einen Maulkorb tragen“ echt sagen würden „naja der hat ausversehen meinen Bruder getötet“.
Der will nur spielen...
 
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Sandra
19. Feb. 05:45
Laut Tiere suchen ein Zuhause hat Sam den Wesenstest bestanden.
Das Video wurde bei Instagram gepostet. Bei kurzem googlen bestätigen das mehrere Quellen.
 
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Katrin
19. Feb. 05:53
Laut Tiere suchen ein Zuhause hat Sam den Wesenstest bestanden. Das Video wurde bei Instagram gepostet. Bei kurzem googlen bestätigen das mehrere Quellen.
Ja bestanden hat er aber das bedeutet ja nur das der Trigger nicht gefunden wurde der ihn zum zubeißen brachte. Getötet hat er seinen Halter trotzdem.

Auch das wird online von Tiere suchen ein Zuhause ganz klar gesagt.
 
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Celine
19. Feb. 06:44
Ich habe auch nochmal unterschiedliche Gedankengänge dazu gehabt.

Eigentlich erleben wir hier doch eine umgekehrte Instrumentalisierung oder? Wäre es ein Schäferhund gewesen, hätten viele die Tat sofort als Beweis für die Gefährlichkeit dieser Rasse genutzt, weil der Schäferhund ohnehin schon die Statistik der Beißvorfälle anführt. Man hätte den Tod des Besitzers quasi als Argument gegen die Rasse ausgeschlachtet.

Weil es aber ein Listenhund wie Sam ist, passiert das Gegenteil. Die Community geht in eine Abwehrhaltung. Aus Angst vor noch mehr Repressionen und dem Klischee vom bösen Listenhund wird die Tat bis zur Unkenntlichkeit relativiert ( ‚Spielsituation‘).

Anstatt den Einzelfall objektiv als das zu sehen, was er ist, eine tödliche Katastrophe durch einen Hund, der nicht kontrollierbar war, wird die Debatte zur Ideologieschlacht. Die einen wollen die Rasse schützen und verharmlosen deshalb das Töten eines Menschen, während sie bei anderen Rassen vermutlich als erste nach Verboten geschrien hätten. Zumindest ist das mein Gefühl. Denn wenn es Artikel über Beißvorfälle mit Schäferhunden gibt, kommen immer Kommentare wie ‚wann kommt endlich der Schäferhund auf die Liste‘. Ist es aber schon bereits ein Listenhund, geht es eher in die Richtung ‚kein Hund wird böse geboren‘ ‚das Problem liegt am anderen Ende der Leine‘.
 
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Celine
19. Feb. 07:13
Ich habe auch nochmal unterschiedliche Gedankengänge dazu gehabt. Eigentlich erleben wir hier doch eine umgekehrte Instrumentalisierung oder? Wäre es ein Schäferhund gewesen, hätten viele die Tat sofort als Beweis für die Gefährlichkeit dieser Rasse genutzt, weil der Schäferhund ohnehin schon die Statistik der Beißvorfälle anführt. Man hätte den Tod des Besitzers quasi als Argument gegen die Rasse ausgeschlachtet. Weil es aber ein Listenhund wie Sam ist, passiert das Gegenteil. Die Community geht in eine Abwehrhaltung. Aus Angst vor noch mehr Repressionen und dem Klischee vom bösen Listenhund wird die Tat bis zur Unkenntlichkeit relativiert ( ‚Spielsituation‘). Anstatt den Einzelfall objektiv als das zu sehen, was er ist, eine tödliche Katastrophe durch einen Hund, der nicht kontrollierbar war, wird die Debatte zur Ideologieschlacht. Die einen wollen die Rasse schützen und verharmlosen deshalb das Töten eines Menschen, während sie bei anderen Rassen vermutlich als erste nach Verboten geschrien hätten. Zumindest ist das mein Gefühl. Denn wenn es Artikel über Beißvorfälle mit Schäferhunden gibt, kommen immer Kommentare wie ‚wann kommt endlich der Schäferhund auf die Liste‘. Ist es aber schon bereits ein Listenhund, geht es eher in die Richtung ‚kein Hund wird böse geboren‘ ‚das Problem liegt am anderen Ende der Leine‘.
Kürzlich bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem ein Kind von einem Hund gebissen wurde, den es als Viszla beschrieb. Das Kind fuhr mit dem Fahrrad vorbei, als der Hund es mehrmals ins Bein biss. Die Kommentare zu dem Vorfall waren überwiegend skeptisch und behaupteten, dass Viszlas nicht zu solch aggressivem Verhalten neigen, während Ridgebacks eher dazu neigen.

Ein anderer kürzlich Fall, bei dem ein Labrador ein Kind ins Gesicht gebissen hat, löste eine ähnliche Reaktion aus. Die Kommentare zu diesem Vorfall waren ebenfalls voreingenommen und behaupteten, dass Labradore keine Kinder beißen und dass sie als absolute Familienhunde gelten. In diesem Fall wurde dem Kind die Schuld für den Vorfall gegeben, obwohl die genauen Umstände unbekannt sind.

Diese Beispiele deuten darauf hin, dass viele Menschen bestimmten Hunderassen von vornherein ein Beißvorfall zuschreiben. Folglich werden einige Rassen sofort als schuldig angesehen, während andere automatisch als unschuldig angesehen werden.