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Celine
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 41
heute 13:38

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katja
17. Jan. 19:39
Gibt aber immer wieder Fälle, in denen Hunde, die Menschen getötet haben nicht eingeschläfert werden. Die Teufelshunde haben ja auch einen Rottweiler aufgenommen, der eine Frau getötet hat und weitervermittelt. Da gibt es auch eine Reportage und der Journalist besucht den Hund im Verein. Hier ein Link https://youtu.be/_pJICSfIGIM?si=4TaSMJDZFA7I6TPi Ab etwa Minute 5 geht es um die Hündin Kim. Beim letzten Vorfall, in dem ein Schäferhund in Deutschland eine Frau getötet hat, wurde der Hund auch nicht eingeschläfert. Weil die Frau auf das Grundstück und in den verschlossenen Zwinger eingebrochen ist.
Ja, deswegen bin ich ja zwiegespalten…

Baumann sagte jedenfalls mal in einem seiner Videos, dass man so einen Hund GAR NIE mehr ohne Maulkorb laufen lassen sollte… es kann trotz aller Therapien & Umerziehungserfolge eben doch vorkommen, dass ihn was triggert! Und dann läuft u.U. eben nur noch das bekannte Programm ab.
Kann ich mir durchaus so vorstellen.
 
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Sina
17. Jan. 19:40
Hah, gefunden (auf FB, beim NDR): kein DNA-Test, das rechtsmedizinische Gutachten ist eindeutig.
Dann scheint es wirklich eindeutig zu sein.
Es könnte sein, dass eine Arterie im Wangenbereich getroffen wurde, und der Besitzer daran verblutet ist.
Man erstickt dann Quasi am Blut.
Nur so kann ich mir erklären, wie man Bissverletzungen im Gesicht erst bei der Obduktion erkennen konnte, und nicht schon der Rettungsdienst vor Ort.
Trotzdem schade, dass auf den DNA Test verzichtet wurde, denn so wird es immer weiter Menschen geben, die an eine Vertuschung glauben.
 
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Katja
17. Jan. 19:41
Bin aber echt fassungslos über die Kommentare in Social Media… „der sieht doch gar nicht so aus, der war das bestimmt nicht!“.

Au man, da fällt einem echt nix mehr zu ein!!!😳
 
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Julia 🐾Nero
17. Jan. 19:50
Dann scheint es wirklich eindeutig zu sein. Es könnte sein, dass eine Arterie im Wangenbereich getroffen wurde, und der Besitzer daran verblutet ist. Man erstickt dann Quasi am Blut. Nur so kann ich mir erklären, wie man Bissverletzungen im Gesicht erst bei der Obduktion erkennen konnte, und nicht schon der Rettungsdienst vor Ort. Trotzdem schade, dass auf den DNA Test verzichtet wurde, denn so wird es immer weiter Menschen geben, die an eine Vertuschung glauben.
Wenn ein Hund zubeißt und abrutscht sieht das nach einem Schnitt/Riss aus.
So eindeutig ist das nicht immer.
Das hat mal ein Kriminologe gezeigt an einem künstlichen Arm. Oft sehen Bisse wie Schnittverletzungen aus.
Dann kann der Hund natürlich auch Gewebe rausbeißen, was auch nicht direkt wie ein klassischer Biss aussieht, sondern wie ein klaffendes "Loch".
 
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Katja
17. Jan. 20:01
Dann scheint es wirklich eindeutig zu sein. Es könnte sein, dass eine Arterie im Wangenbereich getroffen wurde, und der Besitzer daran verblutet ist. Man erstickt dann Quasi am Blut. Nur so kann ich mir erklären, wie man Bissverletzungen im Gesicht erst bei der Obduktion erkennen konnte, und nicht schon der Rettungsdienst vor Ort. Trotzdem schade, dass auf den DNA Test verzichtet wurde, denn so wird es immer weiter Menschen geben, die an eine Vertuschung glauben.
Naja, aber Menschen, die Obduktionsberichte nicht glauben, glauben auch, dass DNA-Proben vertauscht wurden…😉
 
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Sina
17. Jan. 20:10
Naja, aber Menschen, die Obduktionsberichte nicht glauben, glauben auch, dass DNA-Proben vertauscht wurden…😉
Auch wieder wahr
 
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Sina
17. Jan. 21:43
Bei Chico ist einfach extrem viel schief gelaufen. Er wurde ja schon mit 1 oder 2 Jahren als gefährlich eingestuft (auch ein Gutachten wurde geschrieben) und es gab immer Meldungen beim Veterinäramt, das nicht gehandelt hat. Unter anderem deswegen wurde auch die Rasse Liste eingeführt. Es ging darum das Veterinäramt in die Pflicht zu nehmen und unter Druck zu setzen, solchen Meldungen und Gutachten nachzugehen. Natürlich verbunden mit einer Diskriminierung ganzer Rassen, das kann man nicht abstreiten.
Die Rasseliste hatte aber nix mit Chico zu tun, die wurde schon Anfang der 2000er eingeführt, aufgrund des Vorfalls mit dem kleinen Volkan, der von zwei Pitbulls totgebissen wurde.
Aber ja, selbes Spiel, bei beiden Fällen haben auch die Behörden völlig versagt.
 
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Katrin
heute 12:33
Ich halte es für durchaus möglich das ein Hund dieser Größenordnung und auch mit diesem genetischen Hintergrund seinen Menschen töten kann und unter bestimmten Umständen auch würde. Den genauen Ablauf werden wir wohl nie erfahren. Es muss auch nicht bedeutend das der Hund schlecht gehalten wurde oder grundsätzlich aggressiv ist. Was ich null nachvollziehen kann ist diese Verharmlosung der Rasse bzw Sätze wie der sieht aber doch so lieb aus da muss der Halter wohl Schuld sein. Auch wenn feststeht das es der Hund war bleiben noch immer Fragen offen die durch eine tiermedizinische Untersuchung und durch einen Wesenstest erst beantwortet werden müssen. Hat der Hund zB Schmerzen oder einen Tumor? Gibt es etwas das ihn getriggert haben könnte? Ist der Halter vielleicht gestürzt und hat den Hund dadurch überrascht so das der reflexartig zugeschnappt hat? Die Liste an Möglichkeiten ist lang. Tragisch ist dieser Vorfall definitiv. Ein Mensch ist tot und wenn ich manche Kommentare lese auf social media habe ich das Gefühl das viele Leuten dieser Tod weniger Nahe geht wie das was nun mit dem ,,armen" Hund geschieht.
 
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Katrin
heute 12:45
Wurde mir gerade online angezeigt.

https://www.petbook.de/hunde/hundeerziehung/american-bully-toetet-halter
 
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Jochen
heute 13:16
Wurde mir gerade online angezeigt. https://www.petbook.de/hunde/hundeerziehung/american-bully-toetet-halter
Oje, die ist aber ordentlich ausgebrannt und wirft mit Pauschalurteilen um sich… Ich glaube, die braucht mal eine Pause.