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Celine
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Anzahl der Antworten 53
heute 15:15

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Julia
17. Jan. 18:46
Ja deswegen habe ich ihn gelöscht und wollte erneut drauf eingehen😅 Bin gerade draußen und mein Hirn hat nur die Hälfte verarbeitet 🤡
🤣alles gut
 
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Julia 🐾Nero
17. Jan. 18:48
Aber selbst die neueren Berichte, berichten immer noch von einem American Bulldog.
Die Rasse ist ja nicht anerkannt und eigentlich offiziell immer noch ein Mischling. Daher vielleicht eine falsche Bezeichnung.

Auf jeden Fall eine brisante Mischung, bei der es leider immer wieder Fälle von Hunden gibt, die unauffällig waren und dann tödlich angreifen.
Ob da neurologisch etwas nicht stimmt weiß man natürlich nicht.
Nach dem Verbot der Rasse in UK hat man ja irgendwie erwartet, dass es auch zu Fällen in Deutschland kommen wird.
Denn viele Hunde sollen wohl nach Deutschland "gerettet" worden sein, obwohl eigentlich bekannt ist, dass die UK Linie Probleme hat (die in der Abstimmung auf einen bestimmten Zuchtrüden zurückverfolgt werden können).
 
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Celine
17. Jan. 18:52
Ich denke das der Fall Sam für so viel Trubel sorgt weil es einfach so unterschiedliche Berichte gab am Anfang hieß es ja: Todesursache noch unklar Christoph Schomaker: „Zu den Todesumständen können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.“ Der Hundehalter könnte nach einem medizinischen Notfall gestorben sein, allerdings schließt die Polizei auch Fremdverschulden nicht aus. Der Hund wurde vom Veterinäramt beschlagnahmt.https://m.bild.de/regional/niedersachsen/mysterioeser-todesfall-in-niedersachsen-hund-bewacht-totes-herrchen-33-im-strassengraben-6960a5a60e8ad021f5546471?t_ref=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F Ich denke das es für viele unverständlich ist wie dann plötzlich die Aussage kommt der Hund hat ihm ins Gesicht gebissen ? Und das es dann dazu kommt das man denkt sie wollen etwas vertuschen 🤷‍♀️aber ich denke wir werden es nie erfahren
So um nochmal richtig darauf einzugehen.

Ich dachte mir am Anfang auch, erst ist es der loyale Hund, der seinen toten Besitzer beschützt und dann soll er Hund ihn getötet haben.
Die Schlagzeilen und Berichterstattung war schon sehr widersprüchlich.
 
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Julia 🐾Nero
17. Jan. 18:54
So um nochmal richtig darauf einzugehen. Ich dachte mir am Anfang auch, erst ist es der loyale Hund, der seinen toten Besitzer beschützt und dann soll er Hund ihn getötet haben. Die Schlagzeilen und Berichterstattung war schon sehr widersprüchlich.
Eigentlich finde ich das gar nicht so widersprüchlich.
Immerhin hätten die Bisse von einem anderen Tier oder fremden Hund stammen können.
Ohne DNA Nachweis den eigenen Hund zu beschuldigen wäre vorschnell und unseriös.
Jetzt gibt es leider den Beweis und damit ist es aufgeklärt.
 
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Celine
17. Jan. 18:54
Nun ja, Instagram ist nun wirklich keine seriöse Quelle. Da wird dieser Vorfall einfach nur missbraucht um seine, die einzig wahre, Meinung zu verbreiten und Anhänger zu generieren. Natürlich kann auch solch ein Hund seinen Halter verletzen oder töten, das kann theoretisch jeder Hund.
Das nicht aber ist es nicht eher besorgniserregend, dass sehr viele Hundehalter auf Facebook, Instagram und co. diese Tat romantisieren oder gar Vertuschung in Raum werfen?

Wenn mal so viel Energie in den Fall Chico geflossen wäre, wäre er vielleicht nicht eingeschläfert worden.
 
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Celine
17. Jan. 18:57
Die Rasse ist ja nicht anerkannt und eigentlich offiziell immer noch ein Mischling. Daher vielleicht eine falsche Bezeichnung. Auf jeden Fall eine brisante Mischung, bei der es leider immer wieder Fälle von Hunden gibt, die unauffällig waren und dann tödlich angreifen. Ob da neurologisch etwas nicht stimmt weiß man natürlich nicht. Nach dem Verbot der Rasse in UK hat man ja irgendwie erwartet, dass es auch zu Fällen in Deutschland kommen wird. Denn viele Hunde sollen wohl nach Deutschland "gerettet" worden sein, obwohl eigentlich bekannt ist, dass die UK Linie Probleme hat (die in der Abstimmung auf einen bestimmten Zuchtrüden zurückverfolgt werden können).
Ah okay! Das wusste ich tatsächlich noch gar nicht mit der UK Linie. Interessant.

Ist halt wieder das leidige Thema, wenn nur nach Optik gezüchtet wird und Charakterstärke/ Wesen in den Hintergrund geraten.
 
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Sina
17. Jan. 18:58
Ja, schwer zu sagen.
Ich habe zu dem Thema auch eine Aussage eines Gerichtsmediziners gelesen.

Er meint, dass es überhaupt nicht ungewöhnlich ist, dass Menschen Bissverletzungen haben, die aufgrund eines natürlichen Todes im Beisein ihres Hundes gestorben sind.
Der Hund versucht zu wecken; erst mit Anstupsen, dann auch mit Einsatz der Zähne.
Ob die Bissverletzungen Post mortem entanden sind, erkennt man dann wohl nur, wenn etwas Zeit vergangen ist.
Wenn das falsch interpretiert wurde, hilft natürlich weder DNA noch Gebissabdruck.

Aber generell kann der Hund es genauso gut gewesen sein, auch wenn er überhaupt nie aggressiv, und der Besitzer sachkundig war.
Fehlgeleitetes Beutefangverhalten zB durch einen Sturz des Besitzers.
Oder ausgelöst durch gesundheitliche Probleme, wie zB Hirntumor.
 
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Julia 🐾Nero
17. Jan. 18:58
Das nicht aber ist es nicht eher besorgniserregend, dass sehr viele Hundehalter auf Facebook, Instagram und co. diese Tat romantisieren oder gar Vertuschung in Raum werfen? Wenn mal so viel Energie in den Fall Chico geflossen wäre, wäre er vielleicht nicht eingeschläfert worden.
Chico wurde aber auch nicht eingeschläfert, weil er seinen Besitzer und dessen Mutter getötet hat, sondern weil das Gutachten ihn als nicht resozialisierbar eingestuft hat. Er war ja auch schon alt und zudem schwer verletzt.

Proteste gab es bei Chico auch und Tierschützer haben demonstriert. Aber da war Social Media einfach noch nicht das, was es heute ist.
 
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Celine
17. Jan. 18:59
Eigentlich finde ich das gar nicht so widersprüchlich. Immerhin hätten die Bisse von einem anderen Tier oder fremden Hund stammen können. Ohne DNA Nachweis den eigenen Hund zu beschuldigen wäre vorschnell und unseriös. Jetzt gibt es leider den Beweis und damit ist es aufgeklärt.
Ich glaube, ich lasse mich durch den täglichen Social Media Einfluss schnell mitreißen.

Vorhin habe ich mir die Videos von der Mitbewohnerin angesehen und angeblich sollen die Eltern wohl auch für den Hund kämpfen.

Aber erstmal muss der Hund ja durch den Wesenstest.
 
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Celine
17. Jan. 19:01
Chico wurde aber auch nicht eingeschläfert, weil er seinen Besitzer und dessen Mutter getötet hat, sondern weil das Gutachten ihn als nicht resozialisierbar eingestuft hat. Er war ja auch schon alt und zudem schwer verletzt. Proteste gab es bei Chico auch und Tierschützer haben demonstriert. Aber da war Social Media einfach noch nicht das, was es heute ist.
Stimmt, Instagram war da noch nicht so präsent aber zumindest Facebook. Empfand ich damals tatsächlich anders aber persönliches Empfinden ist ja nicht die Realität.