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Dogorama
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Anzahl der Antworten 933
zuletzt 13. März

Leinenpflicht – nervige Einschränkung oder sinnvoller Schutz?

Frühling und Sommer bedeuten mehr Natur, mehr Bewegung – und für viele Hunde eigentlich auch Freilauf, Schnuppern, Rennen & Schwimmen. 😍 Gleichzeitig gilt in vielen Regionen die Leinenpflicht, besonders während der Setz- und Brutzeit. Diese beginnt in einen Regionen bereits am 1. März und gilt teilweise bis zum 30. September. Für manche Hundehalter:innen ist das frustrierend: Der Hund hört gut, bleibt in der Nähe, braucht Auslauf. Warum also anleinen? Andere sehen genau darin einen wichtigen Schutz: für Wildtiere, Bodenbrüter, Jungtiere – und am Ende auch für die Hunde selbst. Dabei prallen oft zwei Sichtweisen aufeinander: • „Mein Hund hat einen sicheren Rückruf.“ • „Wildtiere können trotzdem gestresst oder verletzt werden.“ • „Freilauf ist wichtig für Auslastung und Wohlbefinden.“ • „Nicht jeder Hund reagiert vorhersehbar – auch gut erzogene nicht.“ Gerade die Setz- und Brutzeit macht die Situation komplex. Wildtiere fliehen oft nicht sichtbar, sondern verharren – was Hunde leicht zum Nachsetzen verleiten kann, selbst ohne Jagdtrieb. 👉 Die zentrale Frage: Wie viel Freiheit ist verantwortungsvoll – und wo beginnt Rücksicht? 👉 Diskutiert mit: ➡️ Wie steht ihr zur Leinenpflicht während der Setz- und Brutzeit? ➡️ Reicht ein guter Rückruf eurer Meinung nach aus? ➡️ Wo wünscht ihr euch mehr Differenzierung – und wo klare Regeln?
 
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Ulrike
10. März 08:08
Ich habe mit der Tierärztin das Laufverhalten meiner Windhündin besprochen und wir kamen dabei zum Ergebnis, daß es für ihr Gangbild ungünstig ist, wenn sie an der Leine ist. Ich müsste locker joggen, um ihre normale Schrittgeschwindigkeit zu haben. Würde mir vlit gut tun, daß täglich zwei bis dreimal für einige Kilometer zu tun, aber kann ich nicht. Mit der Leine werden Hunde zu einem Tempo gebracht, das unnatürlich für ihren Bewegungsapparat ist und zum Beispiel zu einem permanenten Abbremsen führt, was die Gelenke belasten kann. Auch solche Aspekte sollte man bedenken, wenn man den Hund oft an der Leine hat. Das Verhältnis muß stimmen, daß der Hund auch ausreichend Gelegenheit bekommt, sich natürlich mit der eigenen Geschwindigkeit zu bewegen.
Danke schön! Das ist genau das, was ich meine🤗
 
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Michi
10. März 08:11
Naja, uns ist's passiert, das Louis von einer aufgeschreckten Rehtruppe (denke von einem Auto, Landstraße in der Nähe) umringt wurde, ich ihm das Kommando Stop gegeben hab, er sich hingesetzt hat und sie da erst geschnallt haben, da ist ein Hund und weitergelaufen sind. Louis Blick war klasse er sagte ca sowas aus wie "Euer Ernst??" Ich find er hat die 100% erreicht in dem Moment
Natürlich hat er die erreicht.
Hätte aber auch ein klitzekleines Detail anders sein können und dann wäre die ganze Situation anders ausgegangen.
Niemand kann in keinem Bereich mit Sicherheit 100 Prozent liefern.
 
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Michi
10. März 08:14
Ich habe mit der Tierärztin das Laufverhalten meiner Windhündin besprochen und wir kamen dabei zum Ergebnis, daß es für ihr Gangbild ungünstig ist, wenn sie an der Leine ist. Ich müsste locker joggen, um ihre normale Schrittgeschwindigkeit zu haben. Würde mir vlit gut tun, daß täglich zwei bis dreimal für einige Kilometer zu tun, aber kann ich nicht. Mit der Leine werden Hunde zu einem Tempo gebracht, das unnatürlich für ihren Bewegungsapparat ist und zum Beispiel zu einem permanenten Abbremsen führt, was die Gelenke belasten kann. Auch solche Aspekte sollte man bedenken, wenn man den Hund oft an der Leine hat. Das Verhältnis muß stimmen, daß der Hund auch ausreichend Gelegenheit bekommt, sich natürlich mit der eigenen Geschwindigkeit zu bewegen.
Ganz genau.
Meine Freundin ist Tierärztin und Physiotherapeutin.
Sie sagt, dass Hunde, die immer an der Leine/Schleppleine laufen,
sehr große Veränderungen an ihrem Gangbild haben und die Besitzer darüber immer ganz erstaunt sind, weil ihnen das garnicht auffällt.
 
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Michi
10. März 08:17
Genau so, wie nichts in der Natur 100% gerade geformt ist. Den Anspruch braucht es mMn auch gar nicht. Man kann auch mit (im Idealfall) 99, 9% super arbeiten und 0,1% bleibt ein Restrisiko, was einfach natürlich ist. Das ist ja auch allgemein bei vielen Dingen so z. B. beim Thema Unfallgefahr im Verkehr. Ich kann ein super, top umsichtiger Autofahrer sein, 30 Jahre unfallfrei und 1 Millionen km weggeschrubbt. Dann kann trotzdem der Tag kommen, wo man in einem Unfall verwickelt ist, wegen dem Restrisiko was einfach (überall im Leben) besteht.
Ich denke, dass auch 99, 9 schon nicht zu erreichen sind.
Ich würde sagen, dass man mit 90 bis 95 Prozent schon einen Top erzogenen Hund hat.
Aber das ist ja eh nicht messbar...
 
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wolf
10. März 08:24
Ich denke, dass auch 99, 9 schon nicht zu erreichen sind. Ich würde sagen, dass man mit 90 bis 95 Prozent schon einen Top erzogenen Hund hat. Aber das ist ja eh nicht messbar...
Es gibt immer ein Restrisiko. Diejenigen, die behaupten, ihr Hund gehorcht 100 % kann ich irgendwie nicht ernst nehmen. Selbst wenn sie einen Roboterhund hätten, bestünde das Risiko einer Fehlfunktion.
Wichtig ist doch, das Risiko abzuschätzen und dem entgegenzuwirken. Wir gehen über Jahre täglich mit den Hunden, da sollte man doch den Haltern einräumen, dass sie ihre Hunde kennen.
Auch wenn mein Hund an mir klebt, trägt sie einen GPS Tracker, einfach als Absicherung gegenüber dem Restrisiko. Genauso, wie sie eine Haftpflichtversicherung hat, die wir nie beanspruchen mussten und wohl auch nicht werden.
Eine Leine ist dann sinnvoll, wenn das Restrisiko zu hoch ist und man nicht sicher sein kann, den Hund unter Kontrolle zu haben. Bei mir sind das zum Beispiel Hundebegegnungen, Menschenkontakt oder Dämmerung, Nacht.
 
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Lou
10. März 08:26
Natürlich ist es für viele Hunde schöner und oft auch gesünder, wenn sie sich frei bewegen können. Mein Punkt war doch nur, dass daraus nicht automatisch folgt, dass dauerhafte Leinenführung tierschutzwidrig ist. Ist halt in manchen Fällen einfach nötig.
 
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Tina
10. März 08:28
Ganz genau. Meine Freundin ist Tierärztin und Physiotherapeutin. Sie sagt, dass Hunde, die immer an der Leine/Schleppleine laufen, sehr große Veränderungen an ihrem Gangbild haben und die Besitzer darüber immer ganz erstaunt sind, weil ihnen das garnicht auffällt.
Tatsache wusste ich davon schon etwas, bzw. als bei meiner Labbi Dame damals mit 1 Jahr die HD diagnostiziert wurde, sagte mir der Orthopäde bei der Gangbildanalyse direkt, dass sie runder und unbeschwerter im leichten Trab unterwegs ist/für sie das die wesentlich geeignetere Gangart als im Schritt ist (da hat sie stark ausgeglichen durch ausgiebiges Powackeln/Schlenkern). Deshalb sind wir bis ins hohe Alter sehr viel Fahrrad gefahren (allerdings mit Leine), keine riesigen Strecken, aber wo es möglich war sehr gern auf alltäglichen Wegen mit verbaut, und halt langsam mit ca.10 kmh, sodass sie einfach ihren leichten Trab hatte und nicht ins "Galoppieren" kam. Und ja klar hatte sie trotzdem auch Freilauf. Aber um an der Leine einen artgerechten/entspannen Gang zu ermöglichen, hat uns das Fahrrad sehr geholfen, sonst hätte ich ganz viel joggen müssen 😅
 
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Marion
10. März 09:15
Bei der Diskussion über die Leinenpflicht nervt mich, dass viele Leute scheinbar nicht wissen, dass es keine deutschlandweite Leinenpflicht gibt.
Bei uns gibt es kaum Leinenpflicht. Innerorts müssen Hunde ab 50cm oder ab 25kg schwer an die Leine.
Innerorts dürfen sich Hunde bei uns nur 20m vom Besitzer entfernen, außerorts maximal 50m.
Ansonsten gibt es bei uns selbst während der Brut- und Setzzeit keine Leinenpflicht und ich finde das gut so.

Ich hab von Welpenalter an den Freilauf trainiert. Er bleibt in einem 10-15m Radius, bleibt zuverlässig auf dem Weg und hat auch einen supertollen Rückruf. Den Rückruf brauche ich nicht für Wild, schließlich habe ich ihm beigebracht, dass er gar nicht erst hinterherrennt. Selbst bei Gruppen von Rehen, die direkt vor uns den Weg queren. Und merke ich, dass er doch mal aufgeregter wird (die Verfassung des Hundes ist ja auch nicht jeden Tag gleich), leine ich ihn an. Und das erkenne ich dann an seiner Körpersprache.
Zweithund - vor kurzem eingezogen - wird wohl noch sehr lange an der Leine bleiben müssen. Und ja, mir ist aufgefallen, dass sich seine Gangart an Leine und insbesondere Schleppleine stark ändert.

Die meisten Hunde hier haben einen tollen Rückruf und selbst die meisten Jagdhunde hier sind gut unter Kontrolle. Und die meisten, die noch Freilaufprobleme mit ihrem Hund haben, leinen ihren Hund tatsächlich verantwortungsvoller Weise an. Die meisten hier gehen auch in die Hundeschule. Ganz ohne Verpflichtungen. Schwarze Schafe gibt es immer und überall und die leinen auch bei Leinenpflicht ab.
 
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Momo
10. März 11:02
Mir fallen nur 3 Personen ein (eine mit Pferd) die ihre Hunde bei Begegnungen nicht anleinen. Die Hunde zeigen kein Interesse an anderen Menschen, Hunden (auch wenn diese pöbeln oder deren Halter sie nicht an die abgewandte Seite nehmen). Auch Jogger oder Radfahrer etc. werden ignoriert.
Sie strahlen so eine Einheit und Sicherheit aus. Richtig schön.
Obwohl sie mir auch ab und zu im Wald begegnen kann ich natürlich nichts über ihr Verhalten bei Wildquerungen sagen aber ich würde ihnen 100% zutrauen.
Genauso die schon vorher beschriebenen Schäferhunde aus meiner Jugend: wenn das Herrchen im Wald eingeschlafen ist haben sie daneben Wache gehalten. Da hätte sonst etwas vorbei kommen können.
Für meinen Hund sind Menschen mit Hunden schwierig, er freut sich immer so, deshalb lasse ich ihn vor jeder Kurve hinter mir laufen, trotzdem traue ich ihm auch da 99% zu. Bei Wild (mittlerweile) tatsächlich 100%.
Aber ich bin da bei euch, 99%, (also quasi 100 mit einem kleinen Restrisiko) würden mir auch reichen um den Freilauf zu gerechtfertigen.
Ich denke, es muss einfach alles im Verhältnis stehen und auch wenn wir bei uns nur eine Empfehlung zur Leine haben merke ich doch das die Hunde mit Freilauf immer weniger werden (schätze 20%) und die Rufe nach einer Leinenpflicht immer lauter.
Ich finde es schade, das oft gerade Hundehalter eine Leinenpflicht fordern. Noch nicht mal Radfahrer oder Fußgänger, jedenfalls ist es bei uns so.
Wir haben hier nur einen, wenn man so möchte, Ignoranten, der im Freilauf seinen Hund ohne vorher zu fragen zu anderen Hunden lässt, mich stört es nicht, beide sind verträglich.
An der Leine lassen hier viele ihren Hund zu den anderen angeleinten aber das wäre ja kein Argument für die BuS.
Ich verstehe es nicht.
 
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Katharina
10. März 11:14
Mir fallen nur 3 Personen ein (eine mit Pferd) die ihre Hunde bei Begegnungen nicht anleinen. Die Hunde zeigen kein Interesse an anderen Menschen, Hunden (auch wenn diese pöbeln oder deren Halter sie nicht an die abgewandte Seite nehmen). Auch Jogger oder Radfahrer etc. werden ignoriert. Sie strahlen so eine Einheit und Sicherheit aus. Richtig schön. Obwohl sie mir auch ab und zu im Wald begegnen kann ich natürlich nichts über ihr Verhalten bei Wildquerungen sagen aber ich würde ihnen 100% zutrauen. Genauso die schon vorher beschriebenen Schäferhunde aus meiner Jugend: wenn das Herrchen im Wald eingeschlafen ist haben sie daneben Wache gehalten. Da hätte sonst etwas vorbei kommen können. Für meinen Hund sind Menschen mit Hunden schwierig, er freut sich immer so, deshalb lasse ich ihn vor jeder Kurve hinter mir laufen, trotzdem traue ich ihm auch da 99% zu. Bei Wild (mittlerweile) tatsächlich 100%. Aber ich bin da bei euch, 99%, (also quasi 100 mit einem kleinen Restrisiko) würden mir auch reichen um den Freilauf zu gerechtfertigen. Ich denke, es muss einfach alles im Verhältnis stehen und auch wenn wir bei uns nur eine Empfehlung zur Leine haben merke ich doch das die Hunde mit Freilauf immer weniger werden (schätze 20%) und die Rufe nach einer Leinenpflicht immer lauter. Ich finde es schade, das oft gerade Hundehalter eine Leinenpflicht fordern. Noch nicht mal Radfahrer oder Fußgänger, jedenfalls ist es bei uns so. Wir haben hier nur einen, wenn man so möchte, Ignoranten, der im Freilauf seinen Hund ohne vorher zu fragen zu anderen Hunden lässt, mich stört es nicht, beide sind verträglich. An der Leine lassen hier viele ihren Hund zu den anderen angeleinten aber das wäre ja kein Argument für die BuS. Ich verstehe es nicht.
Wenn man immer gleich zu allem nein sagt weil es ein kleines Risiko gibt dürfte keiner Autofahren oder den Haushalt machen usw usw. So wie du sagtest man muss abwägen. Und reflektieren… es ist auch kein Weltuntergang wenn dann eben doch mal ein Hund ausbüxt man muss nur bedenken, dass es eben nicht nur der eine an dem Tag ist der die Tiere aufscheucht es büxen halt noch andere aus. Und somit ist wieder jeder einzelne gefragt verantwortungsvoll seinen Freiraum zu nützen.
Bevor man Verbote ausspricht sollte man lieber an der Kompetenz der Leute arbeiten Situationen besser einzuschätzen… es gibt ja auch schon Modelle wo man sich Leinenbefreiungen erarbeiten kann. Das finde ich zum Beispiel eine super Anregung. Anstatt grundsätzlich alles zu verbieten. Ich bin froh dass es bei uns noch keine generelle Leinenpflicht gibt. Sonst ist artgerechte Haltung von Hunden kaum noch möglich. Aber ich finde ob Brut und setzt Zeit oder nicht das ganze Jahr sollte man Rücksicht nehmen