Natürlich freuen wir uns für die Katzen, die noch dazu keine Steuern zahlen müssen. Wir wünschen uns nur Gleichberechtigung!!!
Der in diesen Debatten stets aufkommende Ruf nach „Gleichberechtigung“ bei Katzen und Hunden wirkt auf mich immer wieder ziemlich schief und ziemlich verkürzt.
Wenn man das konsequent zu Ende denkt, müsste man mit Katzen an der Leine spazieren gehen oder Hunde ebenfalls einfach frei durchs Wohngebiet streifen lassen. Mit Hundeklappe nach draußen, ohne Aufsicht, ohne Leine – die regeln das dann schon selbst irgendwo zwischen Straße, Spielplatz und Nachbars Garten.
Ich glaube, im ersten Fall wäre das wenig bis gar nicht artgerecht und im zweiten wären die meisten Menschen ziemlich schnell nicht mehr begeistert (vor allem angesichts der Hundedichte).
Der Unterschied ist doch, dass Hunde eben als geführte Begleittiere gehalten werden. Deshalb gibt es (Leinen-, Aufsichts-)Pflichten, Erzeihungsbemühungen und auch eine Hundesteuer. Freigänger Katzen bewegen sich autonom in ihrem Revier.
Mit meinem Kater streife ich normalerweise nicht kilometerweit durch Wälder und Naturschutzgebiete und auch auf Rückruf und co bestehe ich nicht - der würde mich ja für komplett bescheuert halten. Er bewegt sich frei in einem relativ festen Radius rund ums Haus.
Mit den Hunden dagegen fahre ich teilweise weit vom Wohnort weg, laufe durch Wälder, Naturschutzgebiete oder andere sensible Bereiche. Genau dort greifen dann natürlich auch andere Regeln, wie die Leinenpflicht und Erziehung zum Schutz von Wildtieren.
Das ist für mich gar keine Frage, mich daran zu halten.
Das sind einfach zwei völlig unterschiedliche Situationen. Deshalb finde ich es wenig sinnvoll und wenig zielführend, Hund und Katze eins zu eins gegeneinander aufzurechnen.
Und ja, auch viele Katzenhalter versuchen durchaus Rücksicht zu nehmen, z.B. indem sie ihre Tiere kastrieren lassen oder sie zu bestimmten Zeiten drinnen behalten. Ein großes Problem sind eher verwilderte Katzenpopulationen, aber das ist nochmal ein eigenes Thema.
Am Ende sollte es weniger um „Gleichberechtigung“ zwischen Tierarten gehen, sondern um ein verantwortungsvolles Verhalten der Halter von Haustieren. Es geht letztlich um das vorausschauende Einwirken da, wo es nötig und möglich ist.