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ina
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zuletzt 18. Feb.

L4 Impfung Chihuahua

Hallo! Bei mir ist vor kurzem ein Chihuahua Welpe eingezogen. Er ist jetzt ca. 4.5 Monate. Züchterin rät mir nicht gegen Leptospirose impfen zu lassen. 2 unabhängige Tierärzte raten mir dazu. Jetzt stehe ich vor einer Entscheidung und weiß nicht was ich tun soll. Hat jemand schlechte Erfahrungen mit dieser Impfung gemacht?
 
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Kati
9. Feb. 21:42
Was mir bei der Impfung des kleinen Welpen Bauchschmerzen machen würde ist, dass die Impfmenge (Dosis) bei Hunden in der Regel immer gleich ist, unabhängig von Körpergewicht, Rasse oder Alter des Hundes. Ein Chihuahua erhält dieselbe Menge Impfstoff wie eine Deutsche Dogge. Angeblich hängt die zur Immunisierung benötigte Antigenmenge, um das Immunsystem zu aktivieren, nicht vom Körpergewicht ab. Es muss immer die gleiche Menge gegeben werden um eine Immunantwort zu erhalten (mit der Aussage habe ich ein Problem), auch wenn bei kleinen Hunden häufiger Nebenwirkungen und allergische Reaktionen auftreten. Die Impfung müsste für eine Grundimmunisierung mehrfach ausgeführt und jährlich wiederholt werden. Die Impfung deckt ca. 84 % der Fälle ab. Ein hundertprozentiger Schutz wird nicht angeboten. Die Leptospirosefälle in Deutschland bei Hunden sind in den letzten Jahren angestiegen. Wie bei allen Impfungen muss das Risiko der Ansteckung abgewogen werden. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch infektiösen Urin (häufig Wildtiere)in Wasser, Erde oder Futter und Bisswunden. Wenn die Diagnose frühzeitig erfolgt stehen die Heilungschancen mit starken Antibiotika gut. .
Nun ein Immunsystem funktioniert anders als zB eine bakterielle Infektion eben nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip: es ist etwas in ausreichender Menge da, damit darauf reagiert wird.
Übrigens kleiner Funfact: Dosierungen in der Humanmed sind auf einen 70kg weißen Mann gerechnet. Ist für mich auch nur in einem von drei Kriterien passend.
Dann wäre mir keine Statistik bekannt, nach der kleine Hunde signifikant häufiger an UAWs leiden. Nehme ich aber gern.
Die Leptospirosefälle steigen aufgrund verschiedener Faktoren an. Einer davon ist die verbesserte Diagnostik, sowie die größere Awareness für solche Erkrankungen.
Und ob ich mich immer darauf verlassen würde, dass man die Nierenfunktionsreduktion schnell erkennt...na ich weiß ja nicht.
 
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Karin
14. Feb. 18:32
Prof. Dr. Ronald Schultz ist ein international anerkannter Experte für veterinärmed. Immunologie an der University of Wisconsin-Madison. Seine Forschungen haben die Impf- empfehlungen für Hunde grundlegend beeinflusst, indem sie zeigten, dass viele Impfungen weit länger halten als das früher übliche jährliche Intervall. Hier die Kernpunkte seiner Empfehlungen zu Hundeimpfungen:
"Impfen Sie weise" (Vaccinate wisely): Schultz vertritt den Ansatz, Impfungen auf das notwendige Maß zu beschränken, um Überimpfung und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Dauer der Immunität (DOI): Seine Studien zeigten, dass Impfstoffe gegen Staupe, Parvovirose u. Adenoviren (Core-Impfungen) eine Immunität von mindestens 3 - 7 Jahren, oft sogar ein Leben lang, bieten.
Impfintervall: Nach der Grundimmunisierung (inkl. einer Auffrischung im Alter von ca. 1 Jahr) müssen Core-Impfstoffe im Erwachsenenalter nicht jährlich, sondern im Regelfall nur alle 3 Jahre oder seltener aufgefrischt werden.
Tollwut: Obwohl sie oft länger hält, empfiehlt Schultz, Tollwutimpfungen gem. der gesetzl. Vorgaben (oft alle 3 Jahre) durchzuführen.
Titer-Tests: Statt blindem Nachimpfen empfiehlt er Titer-Tests (Messung Antikörper), um festzustellen, ob ein Hund noch geschützt ist.
Non-Core-Impfungen: Impfungen gegen Zwingerhusten (Bordetella) oder Leptospirose (bakterielle Impfungen) bieten eine kürzere Immunität und sollten nur bei individuellem Risiko, ggf. jährlich, aufgefrischt werden.
Welpen: Welpen sollten nicht zu früh geimpft werden (am besten ab der 6. - 8. Woche) und die Serie bis zur 16. Woche oder älter fortsetzen.
Zusammenfassend empfiehlt Prof. Schultz, die Grundimmunisierung wie geplant durchzuführen, aber im Erwachsenenalter den Impfschutz durch Titer-Tests zu prüfen, statt jährlich routinemäßig zu

Besondere Hinweise für kleine Rassen:
Höheres Risiko: Kleine Rassen reagieren häufiger mit Nebenwirkungen auf Impfungen.
Impfmenge: Die Impfdosis ist bei kleinen Rassen oft die gleiche wie bei großen Rassen, was bei ihnen statistisch häufiger zu unerwünschten Reaktionen führen kann.
Empfehlung: Besonders hier ist es sinnvoll, mit dem Tierarzt über Titertests zu sprechen, anstatt routinemäßig jährlich zu impfen. 


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Ina
15. Feb. 21:32
Leptospirose wird durch Ratten- und Mäuseurin übertragen.... allein diese Tatsache und das es in Deutschland eine doch recht häufige Erkrankung ist.... erklärt eigentlich schon die Frage.
 
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Ina
15. Feb. 21:43
Prof. Dr. Ronald Schultz ist ein international anerkannter Experte für veterinärmed. Immunologie an der University of Wisconsin-Madison. Seine Forschungen haben die Impf- empfehlungen für Hunde grundlegend beeinflusst, indem sie zeigten, dass viele Impfungen weit länger halten als das früher übliche jährliche Intervall. Hier die Kernpunkte seiner Empfehlungen zu Hundeimpfungen: "Impfen Sie weise" (Vaccinate wisely): Schultz vertritt den Ansatz, Impfungen auf das notwendige Maß zu beschränken, um Überimpfung und Nebenwirkungen zu vermeiden. Dauer der Immunität (DOI): Seine Studien zeigten, dass Impfstoffe gegen Staupe, Parvovirose u. Adenoviren (Core-Impfungen) eine Immunität von mindestens 3 - 7 Jahren, oft sogar ein Leben lang, bieten. Impfintervall: Nach der Grundimmunisierung (inkl. einer Auffrischung im Alter von ca. 1 Jahr) müssen Core-Impfstoffe im Erwachsenenalter nicht jährlich, sondern im Regelfall nur alle 3 Jahre oder seltener aufgefrischt werden. Tollwut: Obwohl sie oft länger hält, empfiehlt Schultz, Tollwutimpfungen gem. der gesetzl. Vorgaben (oft alle 3 Jahre) durchzuführen. Titer-Tests: Statt blindem Nachimpfen empfiehlt er Titer-Tests (Messung Antikörper), um festzustellen, ob ein Hund noch geschützt ist. Non-Core-Impfungen: Impfungen gegen Zwingerhusten (Bordetella) oder Leptospirose (bakterielle Impfungen) bieten eine kürzere Immunität und sollten nur bei individuellem Risiko, ggf. jährlich, aufgefrischt werden. Welpen: Welpen sollten nicht zu früh geimpft werden (am besten ab der 6. - 8. Woche) und die Serie bis zur 16. Woche oder älter fortsetzen. Zusammenfassend empfiehlt Prof. Schultz, die Grundimmunisierung wie geplant durchzuführen, aber im Erwachsenenalter den Impfschutz durch Titer-Tests zu prüfen, statt jährlich routinemäßig zu Besondere Hinweise für kleine Rassen: Höheres Risiko: Kleine Rassen reagieren häufiger mit Nebenwirkungen auf Impfungen. Impfmenge: Die Impfdosis ist bei kleinen Rassen oft die gleiche wie bei großen Rassen, was bei ihnen statistisch häufiger zu unerwünschten Reaktionen führen kann. Empfehlung: Besonders hier ist es sinnvoll, mit dem Tierarzt über Titertests zu sprechen, anstatt routinemäßig jährlich zu impfen.  .
Ja... ich kenne die Studie und ja viele Sachen sind darin richtig.
Das Problem darin liegt das jedes Lebewesen anders auf Impfungen reagieren.
Bei einigen hält die Impfung 5-10 Jahre.... bei anderen nur 1 Jahr...
Der Hersteller muss aber gewährleisten das es ein Impfschutz gibt.
Dieser orientiert sich immer am kleinsten Wert.

Da ich öfters Impfkontrollen durchführe .... kann ich Dir sagen...das macht keiner. Die Kosten für SHPPiL4T belaufen sich auf ca. 600€... +Tierarztkosten weil Tollwut nicht jedes Labor kann. Wir auch von keiner Versicherung übernommen.
Eine Impfung kostet 70-100€.
 
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Katrin
15. Feb. 22:20
Ja... ich kenne die Studie und ja viele Sachen sind darin richtig. Das Problem darin liegt das jedes Lebewesen anders auf Impfungen reagieren. Bei einigen hält die Impfung 5-10 Jahre.... bei anderen nur 1 Jahr... Der Hersteller muss aber gewährleisten das es ein Impfschutz gibt. Dieser orientiert sich immer am kleinsten Wert. Da ich öfters Impfkontrollen durchführe .... kann ich Dir sagen...das macht keiner. Die Kosten für SHPPiL4T belaufen sich auf ca. 600€... +Tierarztkosten weil Tollwut nicht jedes Labor kann. Wir auch von keiner Versicherung übernommen. Eine Impfung kostet 70-100€.
Ist das echt so teuer?
 
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Sonja
18. Feb. 20:34
Hier mal was Aktuelles für alle, die eine Tollwutimpfung für überflüssig halten. Solche Kontakte können jedem jederzeit über den Weg laufen.

https://www.pirsch.de/news/hund-stirbt-tollwut-besteht-gefahr-fuer-deutschland-42762
 
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Annett
18. Feb. 21:18
Ich habe es eben nachgelesen es gibt derzeit keine Impfung gegen Borreliose. 20 26 soll ein Impfstoff zugelassen werden. Vermutlich verwechselst du es mit FSME. Dagegen kann man impfen aber aus meiner Sicht ist ein vernünftiger Zeckenschutz mit böser Chemie die effektivste Maßnahme gegen beides. Aber jeder wie er will! Leider können die Hunde es ja nicht entscheiden sondern sind auf Wohl und Wehe auf ihre Halter angewiesen.
Soviel ich weiß, gibt es für Hunde schon eine Borreliose- Impfung, für Menschen dagegen nicht. Allerdings soll diese Impfung nicht so toll sein. Mein Tierarzt hat mir da abgeraten.
 
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Thomas
18. Feb. 21:34
Grad leptospirose würd ich in jedem Fall impfen. Das kann sich dein Hund super easy holen. Eine Pfütze reicht schon aus. Angeblich sogar nasses
Gras, wenn dort ne Maus hin gemacht hat und er schnüffelt. Und an leptospirose kann er auch sterben. 🤷🏼‍♂️