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Vor- und Nachteile einer Kastration deines Vierbeiners

Wenn du nur einen Hund zu Hause hast und es sich dabei sogar um einen Rüden handelt, dann wirst du dir vielleicht weniger Gedanken um eine Kastration machen. Wenn du jedoch eine Hündin hast, und die die zweimalige Läufigkeit unangenehm ist, dann drängt sich diese Überlegung bereits auf. Wenn du mehr als einen Hund im Rudel hast und dazu vielleicht sogar eine gemischte Rudelhaltung führst, dann steht die Kastration garantiert massiv im Raum. Denn intakte müssen Vierbeiner doch nur sein, wenn gezüchtet werden soll. Intakt bedeutet in dem Fall nicht kastriert oder sterilisiert und hat nichts damit zu tun, dass der Vierbeiner nicht perfekt wäre.
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Inhalt: Vor- und Nachteile einer Kastration deines Vierbeiners

Wann darf man einen Hund kastrieren?

In vielen europäischen Ländern ist es jedoch festgelegt, welche Hunde kastriert werden dürfen. Laut Tierschutzgesetz (§ 6 Abs. 1 S. 1) ist es in diesen Ländern nur erlaubt die Tier zu kastrieren, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Das bedeutet, es muss ein Grund vorhanden sein, der die Kastration rechtfertigt. Solche Gründe können Tumore, Hormonprobleme, aber auch massive Verhaltensauffälligkeiten sein. Dies muss jedoch immer der Tierarzt entscheiden. Würdest du streng gesehen deinen Vierbeiner ohne Grund kastrieren, so wäre dies eine Straftat.

In vielen Ländern der Welt, in welchen zahlreiche Straßenhunde leben, ist es jedoch die einzige Möglichkeit, dem ständigen Vermehren der Hunde Einhalt zu bieten. Würden sich viele Organisation nicht dafür einsetzen, diese Hunde zu kastrieren, so würden diese Länder in kürzester Zeit von Welpen nur so überschwemmt werden. Das würde noch mehr Tierleid mit sich ziehen, denn Straßenhunde haben nicht immer das einfachste und sicherste Leben.

Was ist der Unterschied zwischen sterilisieren und kastrieren?

Die meisten Menschen denken, dass es beim Rüden Kastration und bei der Hündin Sterilisation heißt. Dies ist jedoch falsch. Sowohl der Rüde, als auch die Hündin können sowohl sterilisiert, als auch kastriert werden. Bei einer Sterilisation werden nur die Eileiter bei der Hündin, oder die Samenleiter bei den Rüden durchtrennt.

So bleibt der Sexualtrieb der Vierbeiner absolut erhalten. Sie sind lediglich nicht mehr fruchtbar. Bei der Kastration aber werden die Eierstöcke bei der Hündin, und die Hoden beim Rüden entfernt. Dadurch mindert sich auch der Sexualtrieb der Vierbeiner deutlich. Manche Rüden, gerade bei einer späten Kastration, können dennoch immer noch Lust auf eine läufige Hündin haben. Meist legt sich dies jedoch von Jahr zu Jahr.

Was kostet es eine Hündin zu kastrieren?

In Deutschland und Österreich kostet es zwischen 160 Euro und 480 Euro, wenn du deine Hündin kastrieren lassen möchtest. Dies ist nicht nur vom Gewicht deines Vierbeiners, sondern auch von deinem Tierarzt abhängig. Am besten vergleichst du im Vorfeld die Praxen, die sich in deiner Nähe befinden. In der Schweiz muss für das Kastrieren einer Hündin mit einem Betrag um die 600 Schweizer Franken gerechnet werden.

Was kostet eine Kastration bei einem Rüden?

Die Kastration eines Rüden ist bedeutend billiger. Je nach Größe und Aufwand und nach Abrechnungsart des Tierarztes, musst du mit einem Betrag zwischen 51 Euro und 154 Euro gerechnet werden. In Österreich sind die Preise in etwa konform mit den Preisen in Deutschland. In der Schweiz wird für die Kastration eines Rüden ein Betrag zwischen 250 Schweizer Franken und 500 Schweizer Franken aufgerufen.

Warum Hund kastrieren?

Eigentlich werden Hunde kastriert, damit es nicht zu unerwünschten Welpen kommt. Dies ist so jedoch in vielen europäischen Ländern mittlerweile laut Tierschutzgesetz verboten. Du darfst deine Hündin oder deinen Rüden nicht mehr kastrieren lassen, nur weil du während der Läufigkeit nicht aufpassen möchtest oder die Vierbeiner während der Phase nicht trennen kannst. Es muss immer ein medizinischer Grund vorliegen.

Oft wird gesagt, dass eine Kastration die Hunde vor Krebs schützen könnte. Hodenkrebs und Probleme mit der Prostata können durch eine Kastration tatsächlich vermindert werden. Auch bei Hündinnen können Tumore am Gesäuge und auch an der Gebärmutter vermindert werden.

Diese Vorteile der Kastration sind jedoch nur bei einer Frühkastration gegeben. Das bedeutet, dass die Hündinnen bereits vor ihrer ersten Läufigkeit und auch Rüden etwa mit einem Alter von sechs Monaten kastriert werden müssten. Frühkastrationen hingegen haben wieder den Ruf, sich negativ auf das Wachstum auszuwirken und zudem für vermehrte Tumore an Herz, Milz und Knochen verantwortlich zu sein.

Häufig werden auch besonders aggressive Rüden kastriert, wenn Hundehalter darin den letzten Ausweg sehen. Eine Kastration verändert natürlich den Hormonhaushalt und bei Rüden wird nach einer Kastration deutlich weniger Testosteron ausgeschüttet. Viele Rüden sind nach einer Kastration bedeutend ruhiger. Eine Kastration sollte jedoch niemals als Ersatz für eine konsequente und pflichtbewusste Erziehung angesehen werden.

Manche Hunde legen nach einer Kastration auch ordentlich zu. Bei sehr schlanken und mageren Hunden kann sich dies positiv auswirken. Neigt dein Vierbeiner jedoch von haus aus zu Übergewicht, dann solltest du nach einer Kastration doppelt aufpassen. Es gibt spezielles Futter für kastrierte Hunde und auch auf ausreichend Bewegung muss nun natürlich geachtet werden.

Welche Gründe sprechen für eine Kastration?

Der wichtigste Grund ist natürlich, dass deine Hündin nicht mehr trächtig werden kann und auch dein Rüde nicht mehr unerwünscht für Nachwuchs sorgt. Dies ist ein wichtiges Argument und sollte dennoch immer im Hinterkopf behalten werden.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass deine Hündin keine Blutungen mehr hat. Fällt die Läufigkeit weg, so entfällt auch die blutige Phase zwei Mal pro Jahr. Gerade bei großen Hunden, die sehr stark bluten, kann dies ein durchschlagendes Argument sein. Auch Rüden leiden nicht mehr unter dem Präputialkatarrh, dem milchigen und gelben Ausfluss.

Gesäugetumore und Vereiterungen der Gebärmutter können bei Hündinnen vermieden werden, wenn eine Frühkastration durchgeführt wird. Rüden vor Problemen mit der Prostata und auch vor Hodenkrebs bewahrt werden.

Falls dein Hund wegen eines extrem hohen Sexualtriebs sehr aggressiv und auffällig ist, kann eine Kastration ebenfalls helfen. Liegt die Aggression jedoch nicht an den Hormonen und dem Sexualtrieb, dann bringt die Kastration gar nichts. Leidet dein Vierbeiner zum Beispiel unter einer massiven Futter-Aggression, dann hilft hier nur konsequentes Training und der Besuch einer Hundeschule.

Du solltest jedoch nie vergessen, dass es sich bei einer Kastration um eine Operation handelt. Du setzt deinen Vierbeiner einer Narkose aus und musst auch immer mit eventuellen Konsequenzen rechnen.

Nicht nur, dass bei einer Frühkastration die Psyche der Vierbeiner in einem kindlichen Stadium verbleiben können, durch eine Kastration kann es in manchen Fällen auch zu einer Inkontinenz führen. Vor allem große Hündinnen wie Boxer oder Doggen werden nach einer Kastration ein bisschen inkontinent und verlieren immer wieder ein paar Tröpfchen.

Eine Kastration deiner Vierbeiner muss auf jeden Fall gut überlegt werden. Es gibt viele Für und Wider. Du solltest jedoch immer für das Wohl deines Hundes entscheiden, denn du alleine trägst die Verantwortung. Eine Kastration ist jedoch keine Unterstützung in der Erziehung und sollte auch nicht durchgeführt werden, nur weil es dir zu mühsam ist, während der Läufigkeit ordentlich auf deine vierbeinigen Familienmitglieder zu achten.

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